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Hollande unter Druck Frankreich verliert Spitzenrating bei Moody’s

Die Ratingagentur Moody’s entzieht Frankreich die begehrte Topnote „Aaa“. Das Bankensystem des Landes sei zu groß und ebenso die Verflechtung mit der Peripherie des Euroraums, moniert die Agentur.

© dapd Vergrößern Frankreichs Präsident Francois Hollande.

Die amerikanische Ratingagentur Moody’s hat Frankreich die Bonitätsbestnote entzogen und die Kreditwürdigkeit des Landes um eine Note von „Aaa“ auf „Aa1“ gesenkt. Der Ausblick bleibt negativ, damit droht eine weitere Herabstufung.

Die Kreditprüfer begründeten den Schritt am späten Montagabend  damit, dass sich Frankreichs langfristige wirtschaftliche Wachstumsaussichten eingetrübt hätten. Das Land habe an Wettbewerbsfähigkeit eingebüßt, teilte Moody’s in Frankfurt mit. Der finanzielle Ausblick sei unsicher. Es sei auch immer weniger berechenbar, wie Frankreich künftige Schocks in der Eurozone verkrafte. Kritik an Frankreich und der neuen französischen Regierung ist auch von anderer Seite geäußert worden, vor allem der Vorwurf, man wisse nicht, wann und wie endlich Reformen angepackt werden.

Das Rating der wichtigsten Länder Interaktiv: Das Rating der wichtigsten Länder © F.A.Z. Interaktiv 

An der Börse wirkte sich die Rating-Herabstufung kaum aus. Französische Staatsanleihen mit zehn Jahren Laufzeit rentierten mit rund zwei Prozent leicht höher, ein Euro kostete rund 1,28 Dollar. „Die Nicht-Reaktion ist durchaus rational, denn in der Eurozone spielen Ratings nur noch eine begrenzte Rolle“, kommentierte Lutz Karpowitz, Devisenfachmann der Commerzbank.

Moscovici: Vorgänger haben versagt

Die sozialistische Regierung in Paris machte ihre konservativen Vorgänger für die Herabstufung verantwortlich. Die Entscheidung von Moody’s reflektiere, dass die Vorgängerregierungen zu wenig für die Haushaltssanierung und die Wettbewerbsfähigkeit der französischen Wirtschaft getan hätten, kommentierte Finanzminister Pierre Moscovici.

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Die seit Mai amtierende sozialistische Regierung unter dem Staatspräsidenten François Hollande habe hingegen entschlossen Reformen eingeleitet und werde dies auch weiter tun. Die französischen Staatsanleihen gehörten weiterhin zu den sichersten in der Eurozone, teilte Moscovici mit.

Nur noch Fitch bewertet mit Triple-A

Ein schlechteres Rating kann die Geldbeschaffung am Kapitalmarkt verteuern. Moody’s ist dabei nicht die erste Ratingagentur, die sich Frankreich vorknöpft: Wettbewerber Standard & Poor’s hatte bereits im Januar die zweitgrößte Volkswirtschaft des Euroraums  auf die zweitbeste Note (in der S&P-Bewertungsskala  „AA+“) abgewertet. Damit hält lediglich Fitch noch ein sogenanntes Triple-A aufrecht, wenngleich auch hier mit negativem Ausblick.

Die Abwertung wirkt besonders schwer, weil Frankreich zu den größten Volkswirtschaften und Geldgebern Europas gehört. Auch andere Euroländer haben in der Schuldenkrise bereits an Bonität eingebüßt. Deutschland besitzt bei allen drei Ratingagenturen weiterhin ein Spitzenrating; bei Moody’s ist allerdings der Ausblick ebenfalls negativ. Die Bonitätswächter schauen sich den Fortgang der Schuldenkrise sehr genau an.

Moody’s bemängelt zu großes Bankensystem in Frankreich

Moody’s betonte, dass Frankreich immer noch sehr hoch bewertet sei. Die Wirtschaft des Landes sei breit aufgestellt und es gebe einen starken Reformwillen, führte die Ratingagentur auf der Positivseite auf. Auf der Negativseite verbuchte Moody’s dagegen das ihrer Meinung nach übermäßig große Bankensystem und die engen Handelsverflechtungen mit den Problemländern innerhalb der Eurozone.

Auch die deutsche Wirtschaft leidet unter der Krise. Unternehmen werden weniger Waren in den rezessionsgeplagten Euroländern los; die Verunsicherung steigt und Investitionen werden zurückgestellt. All das bremst das Wachstum. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg im dritten Quartal preis-, saison- und kalenderbereinigt nur noch um 0,2 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Die Wirtschaft war im ersten Quartal noch um 0,5 Prozent gewachsen, im zweiten um 0,3 Prozent.

Quelle: FAZ.NET/dpa

 
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