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Haushaltspolitik : Europas Schulden steigen weiter

Bild: F.A.Z.

Laut Maastricht-Vertrag dürfen die Staaten der Eurozone eigentlich nur eine Schuldenquote von 60 Prozent haben. Doch die Staaten machen weiterhin kräftig neue Schulden. Im Schnitt kommen die 17-Euro-Länder auf 92,2 Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts.

          Die Staaten Europas machen weiterhin kräftig Schulden. Zum Ende des ersten Quartals stieg die Schuldenquote im Durchschnitt der Eurozone auf 92,2 Prozent des Bruttoinlandsproduktes, nach 90,6 Prozent im Vorquartal. Insgesamt türmte sich der Schuldenberg der 17 Euro-Länder Ende März auf 8,75 Billionen Euro, wie das Statistikamt Eurostat am Montag bekanntgab. In 15 Staaten stiegen die Quoten, nur in Deutschland und Estland sank die Quote im Vergleich zum vierten Quartal leicht. Im Durchschnitt der 27 EU-Staaten lagen die Schulden bei 85,9 Prozent.

          Philip Plickert

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Der Volkswirt“.

          Mit Abstand die höchsten Schulden hat Griechenland, Ende März beliefen sich diese auf 305 Milliarden Euro oder 160,5 Prozent. Dies war ein sehr starker Anstieg um fast ein Viertel gegenüber dem Vorjahresquartal. Griechenlands Wirtschaft schrumpft weiter mit hohem Tempo, daher steigt die Quote rasch. Gegenüber dem vierten Quartal 2012 erhöhte sie sich aber nur noch um 3,7 Prozentpunkte. Ebenfalls einen starken Schuldenanstieg verzeichnete Irland mit 18,3 Prozentpunkten mehr als im Vorjahresquartal und 7,7 Prozentpunkten mehr als im Vorquartal auf 125 Prozent.

          Deutschland liegt mit 2,15 Billionen Euro Schulden - eine Quote von 81,2 Prozent - unter dem Euro- und EU-Durchschnitt. Frankreich indes liegt mit 91,9 Prozent Schulden nur noch knapp unter dem Durchschnitt der Eurozone. Laut Maastricht-Vertrag dürfen die Staaten eigentlich nur eine Schuldenquote von 60 Prozent haben. Volkswirte der Allianz-Versicherung erwarteten, dass die Schuldenquote für den Euroraum in diesem Jahr mit einem Wert von knapp 96 Prozent ihren Höchststand erreicht, bevor sie sich 2014 stabilisieren und 2015 sinken könnte.

          Quelle: F.A.Z.

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