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Hans Magnus Enzensberger Vierzig hinterhältige Fragen zu Europa

 ·  „Wenn der Euro scheitert, scheitert Europa“: Ist das eine Schutzbehauptung? Oder eine Drohung? Und haben Sie den IWF gewählt? Hans Magnus Enzensberger fordert uns zu einem Europa-Quiz heraus. Ihre Antworten müssen Sie selbst geben.

Artikel Bilder (2) Lesermeinungen (133)
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Gerhard Rohlfs

@Hans Meier555: "Warum wehrt sich keiner?"

Bei den übriggebliebenen Wohlstandsbürgern, also denen, die eigentlich an Gegenwehr interessiert sein müssten, spielt Gutgläubigkeit, u. Angst, sicher eine Rolle.
Aber der Mehrheit fehlt tatsächlich längst der Grund:
Die Hälfte bis zwei Drittel aller Deutschen besitzen nach jahrelanger Lohnzurückhaltung unterhalb des Produktivitätszuwachses wenig oder gar nichts mehr.
Sie würden sich also für diejenigen einsetzen, denen es noch besser geht als ihnen selbst.
Und jetzt, wo in Gestalt von Euro- und Bankenrettern vom Atlantik her noch grössere Haie auftauchen, wundert sich die Minderheit in der oberen Mittelschicht, welche erkennt wo die Rettungen enden, über die Passivität des Volkes.
Eine Abwahl 2013 ist ebenfalls unwahrscheinlich.
Schätzungsweise werden sich die Bürger, wenn es ernst wird, lokal zusammenschliessen, nach und nach, sich in Dörfern, Kleinstädten, Stadtvierteln absichern, vielleicht mit Mauern ähnlich wie die Städte im Mittelalter, und die Vorgaben der Politkaste ignorieren

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Gudrun Seidl
Gudrun Seidl (cenjur) - 30.12.2012 02:17 Uhr

Wenn der Euro scheitert, scheitert Europa - sagt eigentlich alles (über DIESES Europa)

Ich habe mich damals masslos über diesen Ausspruch "Wenn der Euro scheitert, scheitert Europa" geärgert. 'Auf was wird denn da Europa reduziert', war mein erster Gedanke. Andererseits lebt doch DIESES Europa genau das vor: Reduzierung auf das Finanzielle. Der Mensch zur Ware degradiert, wie Vieh hin und her verschoben, statt Arbeit gibt es Jobs, statt soziale Bindungen zu stärken Einführung des Jobnomadentums: morgens hier, mittags da, abends dort und vielleicht nachts irgendwo. DIESES Europa vernichtet, löst auf. Der Geburtenrückgang im emanzipierten Abendland spricht Bände. Kinder sind unsere Zukunft - und genau die vernichtet DIESES Europa. 50 % Jugendarbeitslosigkeit, aber Banken retten, die den Mittelstand vernichten. Euroeinführung, Osterweiterung, es wird einfach am Bürger vorbei durchregiert. Das hat mit Demokratie nichts, aber auch gar nichts mehr zu tun. DIESES Europa vergleiche ich mit einem schwarzen Loch. Gudrun Seidl, Europa-Journalistin

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Franz Becker
Franz Becker (FBXL9) - 29.12.2012 23:57 Uhr

Zeit für EURO-Lyrik ist vorbei- wir brauchen WÄHRUNGS-FACHLEUTE

Statt HME epfehle ich JWG, FAUST II, der bereits vor ca.200Jahren die Staats- und Währungskrise bei falscher Geldpolitik beschrieben hat (intuitiv an dem richtigen Schauplatz: IN GRIECHENLAND!!!!!).
Die erfolgreiche WÄHRUNGSPOLITISCHE Behandlung dieses Basisthemas ist genau so bedeutend wie die Währungsreform von 1948 für das Wiederbeleben der deutschen Gesellschaft UND der wirtschaftlichen Gesundung("Wirtschaftswunder!!!"). Wir brauchen jetzt 3xErhard-Kompetenz statt "Schöngeister" à la HME oder Intelligenz-Redner à la AM,PR,WS,...
Viel Glück und klare Schritte im Jahre 2013

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Heide Schulz-Blesing

Alles richtig, aber...

..auch ein Enzensberger bedenkt nicht die Zwänge, die D auferlegt wurden und werden- aus der Befürchtung, D könnte "mächtig" werden wollen. Wer informiert sich schon über die tatsächliche Souveränität unseres Landes?

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 29.12.2012 12:34 Uhr
Gudrun Seidl
Gudrun Seidl (cenjur) - 29.12.2012 12:34 Uhr

Zum Zwang auferlegen gehören immer 2

Ihre Meinung, dass Einzensberger die Zwänge nicht bedenkt, die D auferlegt wurden und werden...teile ich nicht. Vielmehr stellt sich doch die Frage, wer wem was auferlegt und wer dies zulässt?! Wenn Deutschland sich den Schuh anziehen lässt, ist es doch seine Schuld.

Pflegeleichte, weichgespülte Taktierer, Kuscher und Ducksmäuser führen ganze Völker ins Unglück, siehe Deutschland, siehe DIESES Europa. Wo bleibt das Rückgrat der Politik?

Über einen Bahnhof in Stuttgart wird stundenlang öffentlich-rechtlich gesendet. Aber bis heute wurde nicht eine einzige Plenardebatte aus dem EU-Parlament seitens der öffentlich-rechtlichen, beispielsweise phoenix, übertragen. Geschähe dies, sähen endlich einmal die Bürger ungeschminkt und authentisch was wirklich abgeht, in den Bereichen Energie, Finanzen, Europa-Parteien, Menschenrechte. Die Bürger hätten längst DIESEM Europa den Laufpass gegeben. Privilegierung der englischen Sprache, heimlich stattfindende Schattengipfel, usw... Gudrun Seidl

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Klaus v.Geiso

Letzter Absatz:

Ich gebe gerne zu, dass ich damals, als der Euro eingeführt würde zwar sehr misstrauisch war, aber noch nicht ahnte, dass das zu der Errichtung eines europäischen Superstaates führen würde, der jeder demokratischen Grundüberzeugung Hohn spricht, wir nun nach allen diesen geschichtlichen Erfahrungen wieder in einer Diktatur unter anderem Vorzeichen landen. Und das auch noch unter der Regie einer Pastorentochter aus der tiefsten Provinz! Welch ein gemeiner Schachzug der Geschichte!

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Gudrun Seidl
Gudrun Seidl (cenjur) - 29.12.2012 10:58 Uhr

Griechenland ist ein trauriges Lehrbeispiel

Wer und was (er)fordert sekundenschnelles Handeln?
Wer und was (re)agiert darauf wie?
Was haben die Worte Enteignung, Verstaatlichung, Wirtschaftsregierung, Fiskalunion mit Demokratie zu tun?

Informativ Hans Magnus Enzensberger auf phoenix in „Verzweifelte Staaten von Europa“ (27.06.2012)

Zu Hans Magnus Enzensberger trefflich in Wikipedia: „...2011 äußerte sich Enzensberger zunehmend kritisch zur Europäischen Union. Er beschreibt sie als Konstruktion von oben und bemängelt ein Fehlen des demokratischen Elements. In einem Gespräch mit dem liberalen Debattenmagazin Schweizer Monat spricht er von einem "Geburtsfehler der Institution...“

Übrigens: an keiner der 40 Fragen zu Europa kann ich etwas Hinterhältiges erkennen, ganz im Gegenteil. Ich stimme ihnen zu wie den Ansichten der Professoren Joachim Starbatty, Wilhelm Hankel, Waldemar Hummer, Max Otte, Hans-Werner Sinn, Gertrud Höhler. Gudrun Seidl, Europa-Journalistin

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Klaus v.Geiso

Die Demokratie geht mal wieder baden

Nachdem ich über die 40 Fragen noch einmal nachgedacht habe, verfestigt sich meine Überzeugung, dass die Einführung der Währungsunion der größte wirtschaftspolitische Fehler in der Nachkriegsgeschichte unseres Landes war. Niemand kann ja mehr leugnen, dass der Euro Europa spaltet, viele Menschen im Süden des Kontinents ins Elend getrieben haben, die schlimmsten Ressentiments gegenüber Deutschland wieder aufleben. Die Erfolgsgeschichte, die Wunden des Krieges zu heilen, bis hin zur EWG, mit einer friedlichen Zusammenarbeit unter den Ländern Europas, ist nun wieder mit dieser Währungsunion zunichte gemacht worden. Natürlich sehen auch unsere Politiker diesen Scherbenhaufen, aber wie Bürokraten nun einmal sind, versuchen sie das nun angerichtete Unheil zu verschleiern, fürchten um ihre Macht und unternehmen alles - mit den abenteuerlichsten Winkelzügen, die kein normaler Mensch begreifen kann - das unvermeidliche Ende hinauszuzögern.
Ich gebe gerne zu, dass ich damals, als der Euro

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Caspar Mendrzyk

Enzensberger: Politiker erfinden eigene Verfassungssprache mit der Folge der Auslegungsdiktatur

Das klingt witzig, es geht aber ausschließlich um den toten Ernst und ist daher todernst gemeint.
Man vergegenwärtige, es ist weder der Verfassung noch dem Bundesverfassungsgericht gelungen , der politischen Kaste mit Erfolg verfassungsrechtliche Wortbedeutungen zu vermit- teln. Das Grundgesetz wurde vom politischen Alltag bis zur Unkenntlichkeit ausgebeult, zerschossen. Reste werden nur noch dazu benutzt doofe Verfassungsgläubige in Schach
zu halten. An die Stelle von Verfassungsbegriffen sind Worte wie " systemrelevant " getreten,
die, das versteht sich, nur noch mit politischer Erfahrung interpretiert werden können. Mit der
Relevanz von Märkten oder gar der freien Marktwirtschaft, was die Lehre der Ökonomie
noch erklären könnte, kann das nicht zu tun haben, die freie Marktwirtschaft wurde
längst durch die Brüsseler und Berliner Planwirtschaft abgelöst. Es geht also um die Relevanz in
Bezug auf diese. Da Politiker sie erfinden, können auch nur sie die " Relevanz" beurteilen.

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Karola Schramm
Karola Schramm (Alorak) - 28.12.2012 14:52 Uhr

40 Fragen und heraus kommt eine neue Diktatur

Super Beitrag von Herrn Enzensberger, der die Fragen so stellte, dass man genau sehen kann, auf welche Abwege und Irrwege Deutschland geraten ist und die anderen betroffenen Staaten auch - über diese unsinninge, zwangsweise eingeführte Europa-Diktatur die zu ist für demokratische Argumente und Spielregeln.

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massimo caravaggio

Berlusconi Diktator Medien!

BERLUSCONI!
Berlusconi, mit seinen vielen nationalen Fernsehen wird "hämmert" die Italiener.
Er hat bereits versprochen, viele der Steuern, die von Mario Monti eingeführt, auf diese Weise zu beseitigen, ist das Sammeln Unterstützung.
Die Opposition ist schwer, mit Berlusconi zu konkurrieren, weil er die Medien auf seiner Seite hat.
Berlusconi versucht, Italiener gegen die Deutschen zu setzen, weil er sagt, dass sie wollen einfach nur die finanzielle Stringenz.
Von Fragen eine Hilfe, um die übermäßige Macht von Berlusconis Medien zu begrenzen.
Wenn Berlusconi die Wahl gewinnen, werde es Ärger für Italien und für Europa sein!

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Gudrun Seidl
Gudrun Seidl (cenjur) - 27.12.2012 10:31 Uhr

Profiteure von Internet und Finanzsystem sind Diktaturen

Das Internet fordert sekundenschnelles Handeln - zu schnell für Demokratieen.
Gleiches gilt für das heutige (Hochfrequenz)Finanzsystem.
Ein Handeln im Sekundentakt ist nur innerhalb einer Diktatur möglich.
Es ist also die Frage, was wir wollen und was nicht. Gudrun Seidl, Europa-Journalistin

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 28.12.2012 14:56 Uhr
Karola Schramm
Karola Schramm (Alorak) - 28.12.2012 14:56 Uhr

nichts auf der Welt ist alternativlos

Schlichte Behauptungen, sonst nichts.
Denn woher wollen Sie wissen, dass hochfrequente Finanzgeschäfte in Demokratien nicht möglich sind, sondern nur in Diktaturen ?

Und wer behauptet, dass das Internet sekundenschnelles Handeln erfordert ? In welchen Bereichen ?
Zuviel Behauptungen und keine Beweise, denn anders geht es immer.

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Jürgen M. Backhaus

Frage Nummer 42

Darf man von Potemkinschen Dörfern sprechen, wenn man sich die Verhältnisse in vielen südeuropäischen Staaten ansieht (PIIGS)?

Infrastrukturinseln ohne Hirn und Bedarf, irgendwo in der "Pampa", Die Scheinriesen in Brüssel und vor Ort meinen, wenn sie "Geld der anderen" verbrennen, hat es schon seine Richtigkeit.
Vielen Dank an Herrn Enzensberger für sein großes Engagement in der Sache. Das "sanfte Monster Brüssel" war die Wende und wie der Artikel wieder unterstreicht notwendig um die Denkfaulheit hierzulande zu hinterfragen.
Wer nur damit beschäftigt ist, sich im Sattel zu halten, hat dort nichts verloren, Besonders verärgern die Möchtegernreiter, wenn sie wie kürzlich das CDU-Haushaltsausschussmitglied Barthle behaupten, Mindereinnahmen (wegen Rettung Griechenlands) seien keine Kosten. Wie ist dieser Mensch überhaupt "in einen Sattel" gelangt, d.h. in den Haushaltsausschuss? Sind das die Leute, auf die Europa wartet?

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pedro bergerac

Frage Nr. 41

Warum ändern wir nicht das Geldschöpfungssystem?

Würde nämlich der Staat, alles Geld dass er braucht, um Schulen, Krankenhäuser, Kindergärten, Straßen, Brücken etc. zu errichten und zu unterhalten, würde nämlich der Staat dieses Geld selber aus der Luft schöpfen (Fiat Money) wie es die Privatbanken machen, dann bräuchte er doch keine Kredite aufnehmen, keine Zinsen zu zahlen, wäre nicht verschuldet und wir bräuchten deswegen keine Steuern zu zahlen?

Wir könnten all unsere Arbeitsleistung, unsere Fähigkeiten, unsere Fertigkeiten, all unser Wissen und unsere Kraft in die Bewältigung der Probleme zu stecken, die wir durch das derzeitige Schuldzinsgeldsystem erst bekommen haben. Wir könnten wirkliche Bildung finanzieren, alle Mütter oder Väter könnten zu Hause bei Ihren Kindern bleiben. Wir könnten eine wirklich lebenswerte Welt erschaffen.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 27.12.2012 17:27 Uhr
Alex McLee
Alex McLee (AlexMcLee) - 27.12.2012 17:27 Uhr

Die Antwort ist ein Wort!

Inflation!

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Stefan Strauss

Rolle Rückwärts

Wahrscheinlich wurde dieser Gedanke schon gepostet. Trotzdem sei er noch einmal wiederholt. Was sich in der EU, in Deutschland und praktisch In der ganzen westlichen Welt abspielt, ist ein Rückfall in finsterste Zeiten der Menschheitsgeschichte. Die sogenannten Eliten verachten das blöde Volk, weil sie es für genauso amoralisch halten wie sie sich selbst wahrnehmen. Das stimmt zwar weitestgehend mit der Realität überein, aber gerade weil das so ist, darf diese negative Ethik nicht zu Handlungsprinzip erhoben werden. Menschlicher Fortschritt muss gewollt werden. Er keimt im noch Verborgenen und auf keinen Fall in den elitären Bordellen der internationalistischen Politik. Die bessere Welt braucht den offenen Wettbewerb um die besseren Alternativen. Dafür brauchen wir jeden Kopf und die Selbstbestimmung der Völker in Frieden und Freiheit. Alles andere ist einfach nur reaktionär und führt unausweichlich in die Katastrophe. Alle Probleme und Lösungen entstehen in der Mikro- und niemals in

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wolf haupricht

Ist der Euro ein Kuckuksei...

und eine Kunstwährung ohne Tradition und Logik? Jedenfalls sträubten sich Waigel u.a. nach besten Kräften gegen diese Gefahr, die sich nunmehr als potentieller Spaltpilz erweist. Tatsächlich wurde gegen erhebliche Widerstände -wie unvernünftig - der Euro als Kompromisslösung und als Gegenleistung oder Abgeltung zur Einheit D`s realisiert.
Wer glaubte, dass die Währung allein die gravierenden wirtschaftlichen+fiskalischen Unterschiede aus der Welt schaffen würde, verschwieg die daraus folgenden Probleme absichtlich. Hatte man den Fisch erst an der Angel, konnte man ihn zappeln lassen und Zugeständnisse leichter erreichen. Wenn jedoch zwecks Gründung einer Union untaugliche und schädliche Mittel eingesetzt wurden, geht der Schuss nach hinten los und zwar auf die ebenso, die dafür verantwortlich waren. Jedoch niemand hat den Mut, dies für eine Umkehr zu nutzen. So geht man sehenden Auges abwärts und ergib sich in sein Schicksal. Das zeugt nicht von Intelligenz, eher von Nibelungentreue

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 26.12.2012 18:48 Uhr
Closed via SSO

Ich fürchte...

der Euro entwickelt sich für die starken Wirtschaften in Europa zur Büchse der Pandora.

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Wolfgang Ebel

der Verfassungsrechtler

Gusy hat recht. Die Frage ist nur . . . wer sind denn die - eventuell dummen - Schweine. Sind es diejenigen welche uns Tag für Tag etwas zum Fraß vorwerfen, das eigentlich unverdaulich ist . . . oder sind es gar wir selber, welche alles nahezu kommentarlos runterwürgen was uns serviert wird ? Darüber wohin die Reise wirklich geht, kann man nur spekulieren und auf ein Wunder kann man nur hoffen. Doch dass ausgerechnet jenes auf wundersame Weise eintreten wird, ist mehr als unwahrscheinlich. Prost Neujahr.

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Dennis Sieberman

Noch schnell die zweite Frage:

"Sind Obdachlose, Fixer, Lohnempfänger oder Rentner nicht berechtigt, Finanzbedarf „anzumelden“, wohl aber..."
Herr Enzensberger: Ihnen ist das vielleicht noch nie passiert, deshalb Nachsicht.
Also: Jeder kann seinen Finanzbedarf bei der dafür zuständigen Stelle anmelden.
Ein Mitgliedsstaat kann deshalb nicht zur Jobagentur und ein Arbeitsloser nicht zur europäischen Zentralbank.
Ein bisschen organisiert muss es schon sein, selbst wenn Voraussetzungen und Auflagen sich teilweise stark ähneln.
Für die anderen Fragen geht es ähnlich...

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 29.12.2012 09:34 Uhr
Dennis Sieberman

Achim Schröder schrieb:

"Mir ist bisher nicht bekannt, dass das geflossene Geld in nennenswerter Menge bei den Bevölkerungsteilen mit erkennbarer Bedürftigkeit jemals angekommen ist. "

Was denken Sie, wovon die (viel zu vielen) öffentlich Bediensteten in Griechenland derzeit bezahlt werden? Was denken Sie, wovon die Ölrechnung bezahlt wird? Was denken Sie, wovon Renten überwiesen werden? Wie wird der Import bezahlt?
Und dann ist noch ein benutzt worden, um die eigenen Schulden wieder zurückzukaufen. Das war geschickt, denn jetzt sind sie billig (Ramschpaiere).

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Achim Schröder
Achim Schröder (asfn) - 26.12.2012 22:08 Uhr

Äpfel-und-Birnen-Vergleich

Warum können Obdachlose, Fixer, bedürftige Lohnempfänger oder bedürftige Rentner in Deutschland noch!! Finanzbedarf anmelden? Weil die Deutschen nach Wiedervereinigung und der ungünstigen Euro-Umstellung auf Konsolidierungsmodus umgeschaltet haben und mit Lohnverzicht, Hartz4, Rente mit 67, fehlenden Mindestlöhnen, 1-Euro-Jobs, 400-Euro-Jobs, Billigst-Zeitarbeit u.a. Maßnahmen teilweise unterhalb des Lohnniveaus der Mittelregionen malochen.
Es ist also legitim, erst einmal ein angemessenes!! Lohnniveau in diesen Ländern zu fordern und abzuwarten, bevor man den "Finanzbedarf" von deren Banken! bedient.

Denn das ist die zweite Krux, die Sie unterschlagen. Mir ist bisher nicht bekannt, dass das geflossene Geld in nennenswerter Menge bei den Bevölkerungsteilen mit erkennbarer Bedürftigkeit jemals angekommen ist.



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Dennis Sieberman

Enzensberger mal wieder...

Ich nehem mal gleich die erste Fragengruppe:
E.: "Worum handelt es sich, wenn eine intelligente Frau in hoher Position behauptet: „Wenn der Euro scheitert, scheitert Europa“?"
Ja nun, Herr Enzensberger. Es geht bei dieser Frage natürlich nicht darum, ob der Kontinent untergeht. Der geht auch als chinesische Provinz nicht unter.
Mit "Scheitert Europa" ist gemeint, die gemeinsame Union, wie sie nach dem zweiten Weltkrieg begonnen wurde. Die hängt aber, anders als bei Reichsmark oder Lira, schon zu einem gewichtigen Teil an dieser gemeinsamen Währung EURO, ob das nun passt oder nicht.
Um diese Klippe kommt man drumrum, wenn man höchst unterschiedliche Lensverhältnisse zu akzeptieren bereit; möglicherweise auch geringeren Wohlstand allenthalben.
Das will überlegt sein, Herr Enzensberger.
Und dazu muss man das den Bürgern auch, am besten vorher, sagen.

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Antworten (6) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 29.12.2012 09:41 Uhr
Dennis Sieberman

Achim Schröder schrieb:

"Zusammengefasst...
sagen sie doch auch nur "alternativlos", Herr Siebermann."Zusammengefasst sage ich, Enzensbergers "Fragen" sind flach und demagogisch, und Enzensberger hält das Volk wohl für blöd. Das passt zu ihm.

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Dennis Sieberman

Timm Esser schrieb:

"Was halten Sie stattdessen davon, die Bürger "am besten vorher" selber zu fragen? "Regierungen sind nicht die Hausherren, sondern die Dienstboten der Bürger!" (Thomas Jefferson)""
Auch Sie sollten, wie sicher auch Jefferson es wusste, wissen, dass Sie eine Regierung für vier Jahre beauftragen. Die macht dann manchaml Dinge, die ein Teil der Bürger spontan gar nicht so machen würde. Ein Populist würde einknicken (und z.B. die USA hätten heute noch Sklaverei). Eine Regierung muss auch mal unpopuläre Dinge tun. Keiner zahlt gerne. Wenn man "den Bürger" fragt, möchte er gerne helfen, aber ohne dass es was kostet.

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Dennis Sieberman

@Heinrich Schönemann:

Das kann ja alles sein, aber Herr Enzensbergers Fragen sind dennoch etwas schwächlich. Ich habe ja noch schnell die zweite beantwortet. Ist lange her, dass ich Enzemnsberger gelesen habe, aber ein ganz klein wenig weniger flach hatte ich ihn schon in Erinnerung. Das täuscht aber vielleicht und es war schon immer so ?

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Achim Schröder
Achim Schröder (asfn) - 26.12.2012 17:26 Uhr

Zusammengefasst...

sagen sie doch auch nur "alternativlos", Herr Siebermann.

Als Möchtegern-Freidenker lehne ich schon diese Grundhaltung ab. Für stümperhaft gestaltete und organisierte Projekte gibt es immer Alternativen, dass kann ich Ihnen aus Erfahrung sagen.
EURO-Europa betreibt derzeit ganz klar Insolvenzverschleppung. Dafür muss endlich eine Alternative her, je früher desto besser für die einfachen Menschen dieses Lachnummer-Kontinents.
Herr Schönemann beschreibt ja schon eine Alternative, die man versuchen könnte.

Besser als die aktuelle "EURO-Stalingrad-Strategie" ist die allemal.

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Dennis Sieberman

Es muss natürlich heissen:

"wenn man höchst unterschiedliche Lebensverhältnisse zu akzeptieren bereit ist"
...dann kommt man um die Klippe herum.

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Heinrich Schönemann

es könnte doch aber auch sein

dass die "gemeinsame union" - ohnehin erst ein halbfertiges haus, eine fassade sozusagen, mehr verwaltung als demokratische ordnung - deswegen scheitern wird, weil entgegen aller vernunft und voraussetzungen von staatsbildung eine gemeinsame währung vor der etablierung politischer institutionen eingeführt wurde? ... in dieser hinsicht halte ich ideen nicht über eine abschaffung, sondern über eine anpassung bzw. rückstufung des euro für einige länder für interessanter als erklärungen über eine angebliche alternativlosigkeit ("ob das nun paßt oder nicht") des derzeitigen kurses, der auch durchaus zum völligen zusammenbruch europäischen träume führen könnte...

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André Rebentisch

Upper-Troll

Man mag vieles nicht verstehen, aber wenn ein Alt-Intellektueller die Eurodiskussion auf diese oberflächliche Weise trollt, bringt er einen unangemessenen Unernst in die Lage.

Was Enzensberger macht ist für manche "einleuchtend" aber deshalb nicht "aufklärend". Es ist das genaue Gegenteil von Aufklärung.

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 31.12.2012 16:21 Uhr
André Rebentisch

Ich meine genau das

Ich meine, dass jemand ohne Einsicht in die Verhältnisse den Menschen etwas zum Fraß vorwirft, auf Englisch sagt man "pandering to the masses". Die europäischen Verhältnisse brauchen qualifizierte Kritik, die aufklärt statt einleuchtet. Enzensbergers Kritik ist unterhaltsam aber trifft nur bei den Personen, die noch weniger Einblicke haben.

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Peter Thomas

Was bitte meint Ihr "Trollen"?

Meint es das "lololololo lololo lololo lololololoh"-Singen oder
meint es "sich garstig, bösartig wie ein Troll aufführen"?
Enzensberger trifft nicht nur den Nagel auf den Kopf, er machts auch noch mit Humor.
Wenn das keine Leistung ist?
Sollen wir lieber heulend und barfüßig vor den Mauern Brüssels im Schnee stehen und um Gnade winseln? :D

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Marie Gruber
Marie Gruber (mariluI) - 26.12.2012 14:12 Uhr

Wenn wir die einzelnen Überschriften mal ohne die detail Fragen lesen

ist da wirklich wesentliches gefragt ?

Ist nicht zu viel rückwärts gewandt ?

Was will Magnus Enzensberger ? Was aber sollte diese Aussage :„Wenn der Euro scheitert, scheitert Europa“ bewirken ?

Ist eine Überzeichnung oder auch Symbolische Aussage nicht legitim um wirklich Ziele zu formulieren.

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25.12.2012, 12:03 Uhr

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