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Schuldenkrise Merkel macht Schröder verantwortlich für Griechenland-Misere

Die Kanzlerin wirft ihrem Amtsvorgänger vor, den Grundstein für die Schuldenkrise gelegt zu haben. Den Finanzbedarf, mit dem die SPD für Griechenland kalkuliert, hält Finanzminister Schäuble derweil für absichtlich falsch dargestellt.

© dapd Wie viel Geld braucht Griechenland noch?

Im Wahlkampf verschärft sich der Ton über Griechenlands Finanzprobleme: Während einer Wahlkampfveranstaltung im schleswig-holsteinischen Rendsburg warf Kanzlerin Angela Merkel am Dienstagabend ihrem Amtsvorgänger Gerhard Schröder (SPD) vor, Griechenland in die Eurozone aufgenommen und damit den Grundstein für die heutige Eurokrise gelegt zu haben.

„Kanzler Schröder hat Griechenland aufgenommen und hat den Stabilitätspakt aufgeweicht”, sagte Merkel. „Beides war grundfalsch und einer der Ausgangspunkte unserer heutigen Schwierigkeiten.” Man hätte damals Griechenland „gar nicht aufnehmen dürfen in den Euroraum”, so Merkel.

Mit der Attacke auf ihren Amtsvorgänger reagiert die Kanzlerin auch auf die jüngste Kritik ihres SPD-Herausforderers Peer Steinbrück, der Merkel vorwirft, den deutschen Steuerzahlern die wahren Kosten der Eurorettung zu verschweigen.

„Brutto statt netto“

Finanzminister Wolfgang Schäuble konterte unterdessen, die SPD arbeite mit falschen Berechnungen der Finanzierungsbedarfs von Griechenland. „Man verwechselt Brutto und Netto“, sagte Schäuble. Er reagierte damit auf die Aussage der SPD, dass bis 2020 weitere 77 Milliarden Euro in Griechenland fehlen würden. Aus seiner Sicht ist stattdessen die Größenordnung von elf Milliarden Euro „nicht völlig unrealistisch“ - bezogen auf die kommenden beiden Jahre. Einen weiteren Schuldenschnitt werde es jedoch nicht geben, bekräftigte Schäuble.

Die Debatte um die Eurorettung beherrscht den Bundestagswahlkampf, seitdem Schäuble auf einer Wahlveranstaltung in der vergangenen Woche ein weiteres Rettungspaket für Griechenland in Aussicht gestellt hatte.

Steinbrück, der in der Großen Koalition unter Merkel einst Finanzminister war, fordert ein Ende von Merkels Sparpolitik und ein Konjunkturprogramm für die südeuropäischen Euro-Krisenländer. Merkel hat mehrfach betont, dass sie Griechenland in der Eurozone halten will, fordert aber gleichzeitig einen harten Sparkurs in dem Land.

240 Milliarden Euro wurden seit Beginn der Krise 2010 schon an die Griechen verliehen. Griechenlands Finanzminister Giannis Stournaras  bezifferte das nächste Finanzierungsloch für 2014 und 2015 am Sonntag auf zehn  Milliarden Euro. Würde Athen einen zusätzlichen Notkredit erhalten, würde  die Verschuldung noch weiter in die Höhe schießen.

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Quelle: FAZ.NET mit Bloomberg, dpa-AFX, Reuters

 
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