http://www.faz.net/-gqu-8aeaj

Schuldenkrise : Griechisches Parlament stimmt Sparpaket zu

  • Aktualisiert am

Der griechische Premierminister Alexis Tsipras bei der Abstimmung zum Reformpaket im Parlament in Athen Bild: AP

Das Parlament in Athen hat ein weiteres Reformpaket akzeptiert. Schuldner, die mit ihren Raten im Rückstand sind, könnten nun ihr Haus verlieren. Zudem belegen die Abgeordneten griechischen Wein mit einer Sondersteuer.

          Die griechische Regierung unter Alexis Tsipras hat am Donnerstagabend eine weitere Kraftprobe bestanden. Das Parlament billigte im Eilverfahren ein neues Sparprogramm. Bei einer namentlichen Abstimmung stimmten 153 Abgeordnete der Links-Rechts-Koalitionsregierung für das Paket. 137 stimmten dagegen. Zehn Abgeordnete waren abwesend, teilte das Parlamentspräsidium mit.

          Im Regierungslager gab es zwei Abweichler: ein Vertreter der rechtspopulistischen Partei der Unabhängigen Griechen (Anel) stimmte gegen die Vorlage, ein Abgeordneter von Tsipras Syriza-Partei blieb der Abstimmung absichtlich fern. Tsipras schloss ihn sofort aus der Parlamentsfraktion aus. Auch der Abweichler der Rechtspopulisten wurde aus seiner Fraktion ausgeschlossen.

          Schon vor der Abstimmung gab es in der Syriza-Fraktion Ärger: Tsipras’ früherer enger Mitarbeiter und Regierungssprecher Gabriel Sakellarides gab sein Mandat zurück, wie das Parlamentspräsidium mitteilte. Damit machte er – wie von Tsipras gefordert – Platz für einen linientreuen Abgeordneten der Syriza. Das bestätigte das Büro des Regierungschefs. Sakellarides erklärte dazu, er könne das Regierungsprogramm nicht mehr unterstützen.

          Neue Steuer auf Wein

          Das Sparpaket sieht vor, dass Schuldner, die ihre Kredite nicht bedienen, auch ihr Haus verlieren können. Nur etwa 25 Prozent der sozial Schwächeren sollen vor einer Beschlagnahmung ihres Hauses oder ihrer Wohnung geschützt werden. Zudem wird eine Sondersteuer für griechischen Wein in Höhe von 15 Cent pro Liter eingeführt. Auch Glücksspiele sollen mit neuen Steuern belastet werden.

          Athen : Griechisches Parlament macht Weg frei für weitere Milliardenhilfen

          Die Billigung war Voraussetzung für die Auszahlung weiterer Hilfen. Die Geldgeber wollen schon am Freitag darüber beraten. Es geht um zehn Milliarden Euro für die griechischen Banken – das Geld ist bereits seit längerem auf einem Sonderkonto des Euro-Rettungsschirms ESM für Athen reserviert und schnell abrufbar. Zudem steht noch eine Kreditrate von zwei Milliarden Euro zugunsten des griechischen Haushalts aus. Das gesamte Rettungsprogramm hat einen Umfang von bis zu 86 Milliarden Euro. 13 Milliarden Euro Hilfsgelder waren bereits im August geflossen.

          Quelle: dpa

          Weitere Themen

          Das Parlament übertrumpft May Video-Seite öffnen

          Brexit-Veto : Das Parlament übertrumpft May

          Die britischen Abgeordneten werden beim endgültigen Austritt aus der Europäischen Union das letzte Wort haben. Dafür stimmten im Parlament am Mittwoch nicht nur die Mitglieder der Opposition.

          Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben.

          Topmeldungen

          Aufregung um Schriftzug : „Es wurde so bestellt und auch so geliefert“

          Der neue Panzerwagen der Polizei Sachsen ist im Innern mit altdeutsch anmutender Schrift und Logo geschmückt. Ein Indiz für rechtskonservative Attitüde? Die Aufregung ist groß und Verantwortung will zunächst niemand dafür übernehmen. Dann äußert sich das LKA.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.