http://www.faz.net/-gqu-75202
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Veröffentlicht: 14.12.2012, 05:53 Uhr

Schuldenkrise Griechenland beschließt neue Steuern auf Einkommen und Aktiengeschäfte

Wer mehr als 42.000 Euro verdient, zahlt in Griechenland künftig höhere Steuern. Spitzenverdiener werden entlastet - dafür unterliegen Aktiengewinne künftig der Steuer.

Griechen mit einem Jahreseinkommen von mehr als 42.000 Euro müssen künftig mit einem Spitzensteuersatz von 42 Prozent rechnen. Der am Donnerstagabend im Athener Parlament eingebrachte Gesetzesentwurf ist Teil des harschen Sparpakets, das das hoch verschuldete Land im Gegenzug für dringend benötigte Hilfskredite durchsetzen musste.

Demnach soll der jüngste Vorstoß die bisherige Regelung ersetzen, die einen Spitzensteuersatz von 45 Prozent vorsah, allerdings erst auf Jahreseinkommen von über 100.000 Euro. Konkret geht es um eine Vereinfachung des griechischen Steuerrechts: Die derzeit acht Steuerklassen sollen künftig auf drei reduziert werden - mit einer Staffelung der Steuersätze bei 22 Prozent, 32 Prozent und 42 Prozent.

Mehr zum Thema

Vom neuen System sollen vor allem Griechen mit einem Jahreseinkommen von weniger als 25.000 Euro profitieren. Der neue Steuerplan wurde dem Parlament vorgelegt, nachdem die  Finanzminister der Eurogruppe die ersehnten Notkredite von 34,4 Milliarden Euro freigegeben hatten.

Zudem will Griechenland künftig Kapitalgewinne aus Aktiengeschäften besteuern. Von April 2013 an sollen die Gewinne aus Aktiengeschäften an der Athener Börse mit 20 Prozent besteuert werden. Der Steuersatz, der auf Unternehmensgewinne erhoben wird, soll zugleich auf 26 Prozent von gegenwärtig 20 Prozent angehoben werden. „Das vorgeschlagene Gesetz ist Teil eines breiteren Plans zur Schaffung eines fairen und effektiven Steuersystems“, teilte das Finanzministerium mit.

Quelle: FAZ.net / dapd, Reuters

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Schuldenstreit Schäuble hält Griechenland-Sondergipfel für unnötig

In Griechenland überprüfen derzeit die Experten der Geldgeber, wie es um die Umsetzung der Reformen steht. Es gibt noch immer Streit über einige Maßnahmen. EU-Ratspräsident Tusk drängt zur Eile. Mehr

27.04.2016, 13:33 Uhr | Wirtschaft
Video Erste Flüchtlinge von Griechenland in Türkei abgeschoben

Die Abschiebung von Flüchtlingen aus Griechenland in die Türkei hat begonnen. Zwei Schiffe verließen am Montagmorgen die griechische Insel Lesbos. Laut Augenzeugen befanden sich rund 130 Migranten an Bord. Mehr

04.04.2016, 14:36 Uhr | Politik
Griechenland-Hilfen Europartner setzen Griechenland mit Extra-Sparpaket unter Druck

Die Euro-Staaten fordern von Griechenland ein Extra-Sparpaket, bevor sie weitere Milliardenhilfen zahlen. Gleichzeitig spielen sie das Szenario von Schuldenerleichterungen durch. Mehr

22.04.2016, 20:31 Uhr | Wirtschaft
Video Proteste gegen Aufnahme von Flüchtlingen in der Türkei

Die EU hat mit der Türkei vereinbart, alle seit dem 20. März in Griechenland gestrandeten Migranten, die dort kein Asyl beantragen, in die Türkei zurückzuschicken. Hunderte Menschen haben am Wochenende in der Türkei gegen die Aufnahme von Flüchtlingen aus Griechenland demonstriert, so wie es das Abkommen vorsieht. Mehr

03.04.2016, 12:52 Uhr | Politik
Schuldenstreit Dijsselbloem: Griechenland-Treffen spätestens in zwei Wochen

Eurogruppenchef Dijsselbloem will das eigentlich für diesen Donnerstag geplante Treffen der Euro-Finanzminister möglichst bald nachholen. Zuerst stehen aber noch rechtliche und politische Fragen aus. Mehr

27.04.2016, 22:07 Uhr | Wirtschaft

Was Trillerpfeifen übertönen

Von Dietrich Creutzburg, Berlin

Wem gehört der Produktivitätsfortschritt? Verdi und IG Metall lassen für Rentner nichts übrig. Mehr 12 28


Die Börse
Name Kurs Änderung
  Dax --  --
  F.A.Z.-Index --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --

Grafik des Tages Platz 1 Südkorea...Platz 22 Deutschland

Schnelle Internetverbindungen sind wichtiger Bestandteil einer modernen Infrastruktur. Welche Länder liegen vorne? Immerhin hat Deutschland aufgeholt. Mehr 8