http://www.faz.net/-gqu-75eyl

Schuldenkrise : Griechen halten Kampf gegen Steuerbetrug für aussichtslos

  • Aktualisiert am

72 Prozent aller Griechen glauben, dass 2013 noch schlimmer wird als 2012 Bild: dapd

Zwei Drittel aller Griechen sind laut einer Umfrage überzeugt, dass die Maßnahmen der Regierung gegen Steuerhinterziehung nicht ausreichen. Bislang sind in Griechenland keine Steuersünder großen Ausmaßes vor Gericht gestellt worden.

          Die überwiegende Mehrheit der Griechen betrachtet einer Umfrage zufolge den Kampf ihrer Regierung gegen die Steuerhinterziehung als gescheitert. Rund 68 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass die Koalition unter Ministerpräsident Antonis Samaras nicht genug unternehme, um Steuerbetrüger dingfest zu machen. Das ergab eine am Wochenende veröffentlichte Umfrage. Massive Steuerhinterziehung gilt als ein Grund für die Haushaltsmisere.

          Im Fall der Liste mutmaßlicher Steuersünder unterstützt die Regierung eine parlamentarische Untersuchung. Der ehemalige Finanzminister Giorgos Papakonstantinou hatte  Vorwürfe zurückgewiesen, er habe Namen von Familienangehörigen aus der Aufstellung getilgt. Laut Staatsanwaltschaft sollen während Papakonstantinous Amtszeit als Finanzminister von Oktober 2009 bis Juni 2011 Namen einiger seiner Familienangehörigen von der Original-Liste mutmaßlicher Steuersünder entfernt worden sein.

          In Griechenland sind bislang keine Steuersünder, die in großem Stil Abgaben schuldig geblieben sind, vor Gericht gestellt worden. Bei der Umfrage von Kapa Research/To Vima sprachen sich rund 77 Prozent der Befragten dafür aus, dass Griechenland in der Euro-Zone bleiben sollte. Nur 16 Prozent denken, dass das hoch verschuldete Land die frühere Nationalwährung Drachme wieder einführen sollte. In der Wählergunst führt die Oppositionspartei Syriza mit 22,6 Prozent vor der konservativen Nea Demokratia von Samaras mit 21,5 Prozent, die sozialistische Pasok kommt auf 6,2 Prozent.

          Für die meisten Menschen im wirtschaftlich am Boden liegenden Griechenland ist das Schlimmste noch nicht ausgestanden. Knapp 72 Prozent gehen laut der Umfrage davon aus, dass 2013 für sie ein schlimmeres Jahr wird als das ohnehin schon schwierige 2012.

          Weitere Themen

          Baustelle Bundeswehr Video-Seite öffnen

          Ausrüstungsprobleme : Baustelle Bundeswehr

          Nach Ansicht des Wehrbeauftragten Hans-Peter Bartels hat sich die Ausrüstungslage der Bundeswehr in den vergangenen Jahren verschlimmert. Nun soll der Zustand in politische Entscheidungen einbezogen werden.

          Topmeldungen

          Die rumänische Filmemacherin Adina Pintilie posiert mit ihrem Goldenen Bären

          Berlinale : Gefangen als Voyeur

          Der Goldene Bär für „Touch Me Not“ bei der Berlinale ist eine riesige Überraschung. In dem Film geht es um masturbierende Callboys, Transvestiten und Darkrooms. Der Ansatz ist beklemmend. Ein Kommentar.

          1:0 gegen HSV : Werder stürzt den Nordrivalen noch näher an den Abgrund

          Ein Notderby statt eines Nordderbys: In einem niveauarmen Spiel mit ständigen Störungen durch HSV-Anhänger gewinnt Werder Bremen dank eines späten Tors. Der Hamburger Weg führt immer weiter Richtung zweite Bundesliga. Bremen ist nun Vierzehnter.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.

          Folgende Karrierechanchen könnten Sie interessieren: