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Veröffentlicht: 09.05.2015, 13:10 Uhr

Griechenland-Krise Schäuble warnt vor überraschender Staatspleite Griechenlands

Wie lange reicht Griechenland das Geld noch? Die halbe Welt rechnet mit einer Staatspleite. Jetzt warnt Finanzminister Schäuble - und wählt dabei vorsichtig seine Worte.

© dpa Finanzminister Wolfgang Schäuble

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hat vor der Möglichkeit einer überraschenden Staatspleite Griechenlands gewarnt. „Erfahrungen anderswo auf der Welt haben gezeigt: Ein Land kann plötzlich in die Zahlungsunfähigkeit rutschen“, sagte Schäuble der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (F.A.S.). Über einen Zeitpunkt wollte er in seinem ersten ausführlichen Zeitungsinterview seit Monaten allerdings nicht spekulieren.

Auf die Frage, ob die Bundesregierung für einen solchen Fall Vorbereitungen getroffen habe, sagte er: „Es gibt Fragen, die ein vernünftiger Politiker nicht beantworten darf. Sonst gibt es Missverständnisse. Jean Claude Juncker hat mal gesagt, man muss es dann manchmal mit der Wahrheit nicht immer so genau nehmen. Ich sehe diese Dinge komplizierter. Deshalb sage ich dazu lieber gar nichts.“

An diesem Wochenende setzen die Experten von Geldgebern und Griechenland ihre Beratungen über das Reformpaket fort, am Montag treffen sich die Finanzminister der Eurogruppe in Brüssel. Ohne eine Vereinbarung über die Umsetzung der Reformen können die ausstehenden Hilfsgelder in Höhe von 7,2 Milliarden Euro nicht an Griechenland ausgezahlt werden. In der vergangenen Woche hatte griechische Regierung der Europäischen Union und dem Internationalen Währungsfonds vorgeworfen, die Verhandlungen zu erschweren.

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Der Minister betonte, Deutschland werde „alles tun, um Griechenland unter verantwortbaren Konditionen in der Eurozone zu halten“. Er fügte hinzu: „An uns darf das nicht scheitern.“ In dieser Frage sei er sich mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) völlig einig. Bei dem Treffen der Eurogruppe an diesem Montag werde es aber noch keine Einigung über neue Hilfen für Griechenland geben. „Ich sehe nicht, dass sich bis dahin alles klärt“, sagte Schäuble.

Seinen griechischen Amtskollegen Giannis Varoufakis nahm Schäuble vor Berichten über eine angebliche Entmachtung in Schutz. „Wir beide sind Finanzminister und tragen Verantwortung, also arbeiten wir gut zusammen“, sagte er. „Erst haben die Medien Varoufakis zum Superstar gemacht, nun schreiben sie ihn herunter. Das eine ist so falsch wie das andere.“

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