http://www.faz.net/-gqu-8czui
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER
F.A.Z.-Index -- --
DAX ® -- --
Dow Jones -- --
EUR/USD -- --

Aktualisiert: 30.01.2016, 20:54 Uhr

Regeländerung IWF erleichtert Kredite an Griechenland

Neue Kredite für Griechenland? Damit hat der Internationale Währungsfonds so seine Schwierigkeiten. Bisher. Doch jetzt werden die Regeln geändert.

© dpa Bauern-Protest gegen die Reformen in Griechenland.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) gibt sich neue Regeln für Kredite an Krisenstaaten wie Griechenland. Künftig soll es einfacher werden, Rettungskredite zu vergeben. Wenn Länder hoch verschuldet sind, will der IWF nicht länger wie bisher eine Restrukturierung der Kredite erzwingen. Stattdessen könnten in Zukunft auch die Laufzeiten kurzfristiger Schulden verlängert werden, teilte der IWF in Washington mit.

Vor allem die Hilfskredite Griechenlands sind immer wieder mit den Regeln des Internationalen Währungsfonds in Konflikt gekommen. Zu groß waren die Schulden Griechenlands, zu langsam der Fortschritt im Schuldenabbau – im Sommer drohten IWF-Mitarbeiter immer wieder: Griechenland könne seine Schulden nicht tragen, neue Kredite gebe es vom IWF nur, wenn die anderen Gläubiger im Endeffekt auf Geld verzichteten – auch Deutschland.

 
Der IWF ändert seine Regeln. Jetzt bekommt Griechenland leichter neue Kredite

Die Verhandlungen endeten damit, dass Griechenland Schuldenerleichterungen in Aussicht gestellt wurden, sobald die nächsten Reformen beschlossen sind. Dabei geht es vor allem um Kürzungen der kaum finanzierbaren Renten. Doch die Reformen in Griechenland verzögern sich, der Widerstand ist hart – inzwischen rechnet selbst Griechenlands Finanzminister Tsakalotos damit, dass die Reformen erst im April beschlossen werden. Doch bis dahin läuft das alte IWF-Programm aus, ein neues müsste beschlossen werden – und das könnte mit den alten Regeln in Konflikt kommen.

Mehr zum Thema

Die aktuelle IWF-Reform bezieht sich allerdings offiziell nicht auf den Griechenland-Streit aus dem Sommer. In der IWF-Mitteilung heißt es, Mitarbeiter hätten die Reform schon über die vergangenen Jahre hinweg ausgearbeitet. Sie hätten aus der ersten Kreditvergabe im Jahr 2010 gelernt.

Das Ergebnis hilft allerdings auch in den anstehenden Verhandlungen um Griechenland: Nach den neuen Regeln kann der IWF auch dann Geld geben, wenn andere Gläubiger dem Land ebenfalls genügend Geld leihen. Dann geht der IWF künftig davon aus, dass das Land wieder auf die Beine kommt und er sein Geld zurück bekommt.

Quelle: bern.

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Ökonom Seyfettin Gürsel Wie schlecht geht es der Türkei wirklich?

Einer der führenden türkischen Ökonomen sagt im FAZ.NET-Interview, wie es um die Wirtschaft das Landes steht. Er erklärt, wieso die Türkei von ausländischem Geld abhängt. Und warum eine Finanzkrise unwahrscheinlich ist. Mehr Von Rainer Hermann

27.07.2016, 11:35 Uhr | Wirtschaft
Nach Amoklauf Gläubige beten für die Toten von München

In der Frauenkirche in München haben Gläubige an einem katholischen Gottesdienst teilgenommen. Die beiden großen Kirchen haben nach dem Amoklauf von München ihre Gemeinden aufgerufen, für die Toten und Verletzten zu beten. Eine offizielle Gedenkfeier soll in der kommenden Woche in München abgehalten werden. Mehr

24.07.2016, 21:26 Uhr | Gesellschaft
Eurokrise Gutachter rügen den IWF für seine Europolitik

Der Währungsfonds habe durch sein Verhalten in der Euro-Krise seine Reputation als unabhängiger Krisenmanager aufs Spiel gesetzt, lautet die Kritik. Mehr Von Winand von Petersdorff, Washington

29.07.2016, 09:58 Uhr | Wirtschaft
Faule Kredite Italienische Banken zittern vor dem Stress-Test

360 Milliarden Euro an faulen Krediten haben italienische Banken in den Papieren stehen. Das ist fast so viel wie Deutschlands Wirtschaft in einem Jahr erwirtschaften kann. Im Stresstest der EZB im Jahr 2014 sahen die italienischen Banken schlecht aus. Jetzt zittert die Branche noch einmal vor dem Testergebnis. Mehr

29.07.2016, 15:02 Uhr | Wirtschaft
Rechnungshofbericht Tote Seelen unter Spaniens Rentnern

Griechische Verhältnisse in Spanien? Laut einem Bericht des Rechnungshofes haben fast 30.000 verstorbene Spanier weiterhin Renten bezogen. Mehr Von Leo Wieland, Madrid

24.07.2016, 17:49 Uhr | Wirtschaft

Credit Suisse im Sturzflug

Von Johannes Ritter, Zürich

Das Misstrauen der Investoren ist groß. Der kleine Gewinn vermag sie nicht zu beruhigen. Auch die Strategien des neuen Spitzenmanns Tidjane Thiam bleiben umstritten. Mehr 1 4

Abonnieren Sie den Newsletter „Wirtschaft“

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden

Grafik des Tages iPhone schlägt Lufthansa & Co.

Wie viel Gewinn Apple bisher mit dem iPhone erwirtschaftet hat, ist nicht bekannt. Klar ist hingegen, dass der Konzern damit mehr Umsatz als so mancher Dax-Konzern erzielt hat. Mehr 0