http://www.faz.net/-gqu-8czui

Regeländerung : IWF erleichtert Kredite an Griechenland

  • Aktualisiert am

Bauern-Protest gegen die Reformen in Griechenland. Bild: dpa

Neue Kredite für Griechenland? Damit hat der Internationale Währungsfonds so seine Schwierigkeiten. Bisher. Doch jetzt werden die Regeln geändert.

          Der Internationale Währungsfonds (IWF) gibt sich neue Regeln für Kredite an Krisenstaaten wie Griechenland. Künftig soll es einfacher werden, Rettungskredite zu vergeben. Wenn Länder hoch verschuldet sind, will der IWF nicht länger wie bisher eine Restrukturierung der Kredite erzwingen. Stattdessen könnten in Zukunft auch die Laufzeiten kurzfristiger Schulden verlängert werden, teilte der IWF in Washington mit.

          Vor allem die Hilfskredite Griechenlands sind immer wieder mit den Regeln des Internationalen Währungsfonds in Konflikt gekommen. Zu groß waren die Schulden Griechenlands, zu langsam der Fortschritt im Schuldenabbau – im Sommer drohten IWF-Mitarbeiter immer wieder: Griechenland könne seine Schulden nicht tragen, neue Kredite gebe es vom IWF nur, wenn die anderen Gläubiger im Endeffekt auf Geld verzichteten – auch Deutschland.

          Die Verhandlungen endeten damit, dass Griechenland Schuldenerleichterungen in Aussicht gestellt wurden, sobald die nächsten Reformen beschlossen sind. Dabei geht es vor allem um Kürzungen der kaum finanzierbaren Renten. Doch die Reformen in Griechenland verzögern sich, der Widerstand ist hart – inzwischen rechnet selbst Griechenlands Finanzminister Tsakalotos damit, dass die Reformen erst im April beschlossen werden. Doch bis dahin läuft das alte IWF-Programm aus, ein neues müsste beschlossen werden – und das könnte mit den alten Regeln in Konflikt kommen.

          Die aktuelle IWF-Reform bezieht sich allerdings offiziell nicht auf den Griechenland-Streit aus dem Sommer. In der IWF-Mitteilung heißt es, Mitarbeiter hätten die Reform schon über die vergangenen Jahre hinweg ausgearbeitet. Sie hätten aus der ersten Kreditvergabe im Jahr 2010 gelernt.

          Das Ergebnis hilft allerdings auch in den anstehenden Verhandlungen um Griechenland: Nach den neuen Regeln kann der IWF auch dann Geld geben, wenn andere Gläubiger dem Land ebenfalls genügend Geld leihen. Dann geht der IWF künftig davon aus, dass das Land wieder auf die Beine kommt und er sein Geld zurück bekommt.

          Weitere Themen

          Proteste in Mazedonien und Griechenland Video-Seite öffnen

          Namenskonflikt : Proteste in Mazedonien und Griechenland

          Der neue Name „Republik Nord-Mazedonien“ ist auf beiden Seiten der Grenze weiterhin umstritten. Mazedonien und die nördliche Region Griechenlands, die genauso heißt, befinden sich somit weiterhin im Konflikt.

          Schießerei in Malmö Video-Seite öffnen

          Tote und Verletzte : Schießerei in Malmö

          Die Polizei vermutet einen Konflikt zwischen Kriminellen, ein terroristischer Hintergrund wird ausgeschlossen. Die Ermittler haben die Bevölkerung um Mithilfe bei der Aufklärung gebeten.

          Topmeldungen

          Deutschland gegen Schweden : Brennpunkt Abwehr

          Wende oder Ende? Joachim Löw braucht für das erste deutsche WM-Endspiel gegen Schweden einen besseren Plan und neue Leute. Auf Mats Hummels muss er wohl verzichten.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.