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Griechenland : Die Software für den Grexit

„Nein“ oder „Ja“ zu einer Einigung mit Europa? Ein Grexit erfordert schnelle Entscheidungen. Bild: dpa

Wenn Griechenland den Euro verlässt, müssen Unternehmen schnell reagieren: Sollen sie Warenpreise erhöhen oder senken? Die Produktion ausweiten oder einschränken? Eine neue Software soll helfen.

          Wenn Griechenland den Euroraum verlässt, wirft das viele wirtschaftliche und unternehmerische Fragen auf. Wie sollen Vorstände und Geschäftsführer reagieren, wenn als Reaktion auf einen „Grexit“ Wechselkurse oder Rohstoff- und Energiepreise stark schwanken? Sollen Warenpreise erhöht oder gesenkt, sollen Produktionskapazitäten ausgeweitet oder eingeschränkt werden? „Derzeit dauert es in vielen Unternehmen noch bis zu zwei Wochen, bis die IT-Abteilung alle eigenen Daten zusammengetragen hat, auf deren Grundlage es überhaupt möglich wird zu handeln“, sagt Matthias Uflacker, Projektleiter am Hasso-Plattner-Institut (HPI) der Universität Potsdam. Und das ist eigentlich viel zu lange.

          Thiemo Heeg

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Am Institut des SAP-Mitgründers haben Forscher nun eine Software entwickelt, die solche Berechnungen schneller hinbekommen soll. Das Finanz-Simulationsprogramm „Business Simulator“ erlaube es Managern, den kompletten Produktionsprozess ihres Unternehmens in Echtzeit zu analysieren, versprechen die Entwickler. Damit seien „blitzschnell“ verlässliche Aussagen zur Gewinn-und-Verlust-Rechnung, zu Produktkosten und Margen möglich sowie das Erstellen von Prognosen. „Entscheider können so ohne Zeitverlust auf veränderte Rahmenbedingungen reagieren“, heißt es.

          Bislang hat die Software zur Probe reale Daten eines Backwarenanbieters ausgewertet. Sie sollte die Frage beantworten, wie Lebensmittelgeschäfte so mit Teigrohlingen beliefert werden können, dass möglichst wenig Ware am Ende eines Verkaufstages vernichtet werden muss. Als Basis dienten vier Milliarden Kassendaten, die in ganz Deutschland in den Filialen einer Einzelhandelskette anfielen.

          Die Lage rund um Griechenland zu untersuchen, mit allen Auswirkungen auf ein Unternehmen, scheint ungleich komplexer. Und doch trauen sich die Macher rund um den HPI-Absolventen Stephan Müller, der jetzt als Geschäftsführer das eigens ausgegründete Unternehmen Valsight führt, dies durchaus zu. Ende des dritten Quartals soll der „Business Simulator“ als kommerzielles Produkt auf den Markt kommen.

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