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Griechenland : Defizit zu hoch? Statistiker verklagen!

  • Aktualisiert am

Andreas Georgiou Bild: Picture-Alliance

Er leitete einst die Statistikbehörde Griechenlands – und berechnete das Staatsdefizit. Jetzt ist die Regierung sauer. Andreas Georgiou könnte eine hohe Haftstrafe bekommen.

          Dem ehemaligen Chef der griechischen Statistikbehörde Elstat, Andreas Georgiou, droht eine lange Haftstrafe – wegen der Verletzung des „nationalen Interesses“. Georgiou wird vorgeworfen, dass er das Staatsdefizit für das Jahr 2009 zu hoch ausgewiesen habe. Damit habe er die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass Griechenland sich jetzt harten Sparauflagen beugen muss – so lautet der Vorwurf, der speziell unter der aktuellen linken Syriza-Regierung immer lauter geäußert wird.

          Seit März vergangenen Jahres geht der Streit um die Vorwürfe hin und her. Im August 2015 trat Georgiou von seinem Amt als Chefstatistiker zurück, indem er eine Verlängerung seiner Amtszeit nicht annahm. Jetzt hat Griechenlands oberster Gerichtshof entschieden, dass Georgiou sich für Vorwürfe verantworten muss, die ihm bis zu zehn Jahren Haftstrafe einbringen könnten, wie die „Financial Times“ berichtet.

          Georgiou kam erst nach der ersten Griechenland-Rettung

          Syrizas konservative Vorgängerregierung hatte die Defizitzahlen Griechenlands scharf nach oben korrigiert und damit den Vertrauensverlust der Gläubiger ausgelöst. Griechenland bekam Rettungsgeld und musste sich im Gegenzug auch verpflichten, eine neue Statistikbehörde aufzubauen. Für diese Aufgabe wurde Georgiou im Jahr 2010 von seinem Amt als stellvertretender Chefstatistiker des Internationalen Währungsfonds abgeworben. Die neue Behörde korrigierte die Defizitzahlen noch weiter nach oben.

          Ein Minister der linken Syriza-Regierung sagte der „Financial Times“, in dem Gerichtsverfahren werde geklärt, ob die Behörde Daten produziert habe, um „vorgeplante politische Entscheidungen“ zu unterstützen. Unterstützung für Andreas Georgiou kam von den oppositionellen Sozialisten der Pasok-Partei, die sagten, es würden eher die Überbringer der Nachricht verfolgt als die Verantwortlichen.

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