Home
http://www.faz.net/-hhl-7gsdl
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER
Digitale Exzellenz

Drittes Hilfsprogramm Bekommt Griechenland Geld aus dem EU-Haushalt?

Finanzminister Schäuble und EU-Währungskommissar Rehn sagen, Athen brauche weitere Hilfen. Im Gespräch sind offenbar längere Kreditlaufzeiten und mehr Geld aus dem EU-Haushalt.

© AFP Vergrößern Aufbau an der Akropolis

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hat gerade ein drittes Hilfspaket für Griechenland als nötig erachtet. „Es wird in Griechenland noch einmal ein Programm geben müssen“, sagte Schäuble während einer Wahlkampfveranstaltung. EU-Währungskommissar Olli Rehn schließt weitere Hilfe ebenfalls nicht aus. Die EU-Kommission, die Europäische Zentralbank (EZB) und der Internationale Währungsfonds (IWF) könnten schon im Herbst darüber entscheiden, sagte Rehn der finnischen Zeitung „Helsingin Sanomat“.

Nicht klar ist bisher, wie viel Geld Griechenland noch einmal brauchen könnte. Andeutungen gibt es aber, nach denen eine weitere Geldquelle ins Gespräch rücken könnte: Ein Teil des Geldes könnte aus dem EU-Haushalt kommen. Die Europäische Union könnte zusätzliches Geld aus ihren Strukturfonds bereitstellen, berichtet die „Süddeutsche Zeitung“. Mit diesen Mitteln könnte Athen die griechische Wirtschaft ankurbeln, wodurch nationale Haushaltsmittel frei würden für den Schuldendienst. „Als einzige Option neben einem Schuldenschnitt bleiben nur noch echte Transfers aus dem EU-Haushalt oder den Etats der Partner“, zitiert die Zeitung aus Regierungskreisen ohne einen Namen zu nennen. „Die Schuldentragfähigkeit könnte beispielsweise
durch eine Verlängerung der Kreditlaufzeit verbessert werden“, äußerte demgegenüber Währungskommissar Rehn.

Einen abermaligen Schuldenschnitt, bei dem dann auch die öffentlichen Gläubiger und schlussendlich der deutsche Steuerzahler getroffen würden, haben sowohl der Bundesfinanzminister, als auch die Kanzlerin und der FDP-Vorsitzende Rösler ausgeschlossen. Die einzige Alternative zu einem Schuldenschnitt ist allerdings die Weiterfinanzierung - also ein neues Programm.

SPD will vor der Wahl Summen wissen

Das laufende Hilfsprogramm für Athen läuft im kommenden Jahr aus. Die Euro-Finanzminister hatten bereits im Dezember des vergangenen Jahres ausgemacht, dann eine Art Kassensturz machen zu wollen und über mögliche weitere Hilfen zu entscheiden - je nachdem, wie sich Griechenland bis dahin entwickelt.

SPD-Chef Sigmar Gabriel will unterdessen schon jetzt wissen, wie viel Geld Griechenland wohl zusätzlich brauchen wird. „Frau Merkel muss den Deutschen endlich reinen Wein einschenken - und zwar vor der Wahl!“, sagte Gabriel dem „Kölner Stadtanzeiger“. Finanzminister Schäuble habe ausgesprochen, was Merkel der Bevölkerung verheimlichen wolle, sagte er weiter.

Auch der SPD-Haushaltspolitiker Carsten Schneider verlangte genaue Summen. „Wenn Herr Schäuble nun sagt, dass Griechenland ein neues Programm braucht, dann muss er sagen, was das kosten soll. Die konkreten Zahlen müssen vor der Wahl auf den Tisch“, forderte er in der „Passauer Neuen Presse“.

Mehr zum Thema

Quelle: FAZ.NET/Reuters

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Griechische Schuldenkrise Varoufakis: Wir werden pünktlich zahlen

Kann Griechenland seine Schulden beim IWF im März pünktlich begleichen? Ja, verspricht Finanzminister Varoufakis. Wie es danach weitergeht, ist unklar. Zu einem möglichen dritten Hilfspaket gibt es widersprüchliche Aussagen. Mehr

03.03.2015, 08:22 Uhr | Wirtschaft
Griechenland Tsipras: Es wird kein drittes Hilfsprogramm geben

Der griechische Regierungschef Alexis Tsipras schließt ein weiteres Hilfsprogramm für sein Land aus. Manche würden auf ein drittes Programm im Juni wetten, aber die werde er enttäuschen, sagte Tsipras am Freitagabend vor seinem Kabinett. Mehr

28.02.2015, 12:19 Uhr | Politik
Griechische Schuldenkrise Die Angst vor einem dritten Hilfspaket

Wenn der Bundestag zustimmt, wird das Hilfsprogramm für Griechenland bis Juni verlängert. Wie aber geht es danach weiter? Kommt ein drittes Hilfspaket? Oder ein neuer Schuldenerlass? Mehr

25.02.2015, 13:49 Uhr | Wirtschaft
Griechenland Merkel lehnt Schuldenschnitt erneut ab

Die Bundeskanzlerin hat sich für einen Verbleib Griechenlands in der Eurozone ausgesprochen, knüpfte aber gleichzeitig weitere Hilfen an eine Fortsetzung der Reformpolitik. Mehr

31.01.2015, 10:36 Uhr | Wirtschaft
Stream Jetzt live: Griechenland-Debatte im Bundestag

Sollen die Hilfen für Athen auch in den kommenden Monaten weiterlaufen oder nicht? Bundespräsident Gauck hofft auf ein deutliches Ja. Verfolgen Sie die Bundestags-Abstimmung in unserem Livestream. Mehr

27.02.2015, 08:24 Uhr | Wirtschaft
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 21.08.2013, 07:46 Uhr

Umfrage

Soll Griechenland aus dem Euro ausscheiden?

Alle Umfragen

Bitte aktivieren Sie ihre Cookies.

Im geldpolitischen Labor

Von Gerald Braunberger

Ein Paradebeispiel für die Dilemmas moderner Geldpolitik kann man derzeit in Schweden besichtigen. Das Land ist reich, aber war mehrfach anfällig für Spekulationsblasen. Mehr 1 5


Die Börse
Name Kurs Änderung
  Dax --  --
  F.A.Z.-Index --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --