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Veröffentlicht: 28.04.2012, 11:25 Uhr

Frankreich Euro-Gegner schließen sich zusammen

Der Euro muss weg: Zu diesem Zweck kooperieren deutsche Liberale mit französischen Protektionisten. Die Währung sei „ein Unglück für Europa und die ganze Welt“.

von , Paris
© dpa Aus dem Portemonnaie in den Abfalleimer? Ein deutsch-französischer Zusammenschluss möchte den Euro schnellstmöglich abschaffen

Die deutschen Euro-Gegner suchen den Zusammenschluss mit ihren Gesinnungsgenossen in Frankreich. Am Freitag haben jeweils sieben Deutsche und Franzosen, darunter vor allem Professoren und ehemalige Manager, einen gemeinsamen Aufruf zur Auflösung der Währungsunion vorgestellt. „Der Euro ist ein Unglück für Europa und die ganze Welt“, sagte Wilhelm Nölling, der zusammen mit Joachim Starbatty, Dieter Spethmann, Wolf Schäfer, Karl Albrecht Schachtschneider, Rolf Hasse und Bruno Bandulet zu den deutschen Unterzeichnern gehört. Die Gemeinschaftswährung führe zu einem Wirtschaftsabschwung „in fast allen Ländern der Eurozone“, zu einem „verantwortungslosen Anstieg der Staatsschulden“ und zu einer „wachsenden Feindseligkeit zwischen Gläubiger- und Schuldnerländern“, heißt es in dem Aufruf.

Christian Schubert Folgen:

Auf französischer Seite haben etliche Anhänger des Protektionismus den Aufruf unterschrieben. Jean-Luc Gréau, Philippe Murer und Gérard Lafay haben im März in einem anderen Aufruf eine Revision der europäischen Verträge gefordert, um an den Grenzen Einfuhrzölle zu erheben. In Europa sollten die Beschäftigten „nicht mehr frontal mit der Konkurrenz aus Billiglohnländern“ konfrontiert sein, hieß es darin. In Frankreich gibt es kaum bekannte Ökonomen, die sich gegen den Euro aussprechen.

Die Wirtschaftsberater des rechtsextremen Front National, die für einen Austritt Frankreichs aus der Währungsunion sind, werden in ökonomischen Kreisen wenig ernst genommen. Einige der französischen Unterzeichner stehen dem Präsidentschaftskandidaten Nicolas Dupont-Aignan nahe, der beim ersten Wahlgang am vergangenen Sonntag 1,79 Prozent der Stimmen erhielt. Die Mitglieder der „Gruppe deutscher und französischer Wirtschaftsexperten“, räumen ein, dass sie in Welthandelsfragen nicht einer Meinung seien. Immerhin forderten sie in ihrem Aufruf eine „harmonische Entwicklung des europäischen Binnenmarktes“.

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