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Euro-Geldpolitik : Die EZB halbiert ihre Anleihekäufe

Bild: dpa

Die Währungshüter um EZB-Chef Mario Draghi haben entschieden: Ab Januar kauft die Notenbank für 30 Milliarden Euro Wertpapiere. Für wie lange mindestens, das steht auch schon fest.

          Die Führung der Europäischen Zentralbank (EZB) hat entschieden, die monatlichen Wertpapierkäufe zurückzufahren. Das beschlossen die Währungshüter um den EZB-Präsidenten Mario Draghi während ihrer Sitzung an diesem Donnerstag in Frankfurt.

          Alexander     Armbruster

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Ab Januar werden die nationalen Notenbanken des Euroraums gemeinsam mit der EZB Schuldtitel, vor allem Staatsanleihen, im Volumen von netto 30 Milliarden Euro monatlich erwerben. Derzeit geben sie dafür jeden Monat 60 Milliarden Euro aus. Außerdem teilte die Euro-Notenbank mit, dass die Anleihekäufe mindestens bis zum September des kommenden Jahres 2018 weitergehen werden.

          Dax steigt über 13.000 Punkte

          Die obersten Notenbanker machten aber klar, dass sie durchaus flexibel reagieren werden, je nachdem, wie sich die Wirtschaft der Währungsunion entwickelt. Das Kaufprogramm gehe „in jedem Fall so lange, bis der EZB-Rat eine nachhaltige Korrektur der Inflationsentwicklung erkennt, die mit seinem Inflationsziel im Einklang steht“, heißt es in der offiziellen Mitteilung (hier, auf Deutsch). Die EZB strebt eine mittelfristige Teuerungsrate von nahe 2 Prozent an.

          Und auch eine abermalige Ausweitung der Wertpapierkäufe schließen die Geldpolitiker nicht rundweg aus, „sollte sich der Ausblick eintrüben oder sollten die Finanzierungsbedingungen nicht mehr mit einem weiteren Fortschritt hin zu einer nachhaltigen Korrektur der Inflationsentwicklung im Einklang stehen“. Diese Ergänzung in der schriftlichen EZB-Mitteilung gilt allerdings nur als Selbstverständlichkeit.

          Ökonomen: Richtige Richtung

          Die Anleger an den Finanzmärkten reagierten leicht auf die Entscheidung - der deutschen Aktienindex Dax überwand daraufhin wieder die Marke von 13.000 Punkten, in Plus von ungefähr einem halben Prozentpunkt gegenüber dem Vortag. Der Euro kostete mit 1,17 Dollar etwas weniger.

          „Das ist ein Schritt in die richtige Richtung auf eine Normalisierung“, kommentierte der Ökonom Clemens Fuest, der das Ifo-Institut in München leitet: „Aber der Abbau müsste schneller erfolgen. Die Geldpolitik bleibt durch die niedrigen Zinsen ohnehin expansiv.“ Holger Schmieding, Chefvolkswirt der Berenberg Bank, teilte mit: „Der richtige Beschluss zur richtigen Zeit: Die Konjunktur läuft rund, die Kernrate der Inflation hat die Talsohle durchschritten. Deshalb kann die EZB ihre Anleihekäufe ab Januar halbieren.“ Und die Geschäftsführerin des Verbandes der öffentlichen Banken, Iris Bethge, sagte: „Endlich wagt die EZB weitere Maßnahmen, um ihre ultra-expansive Geldpolitik zu korrigieren.“

          Die EZB-Entscheider brachten die umfangreichen Wertpapierkäufe, im Fachjargon „Quantitative Easing (QE)“, im Frühjahr 2015 auf den Weg. Sie erhöhten sie zwischenzeitlich auf bis zu 80 Milliarden Euro je Monat. Im vergangenen Dezember beschlossen sie dann eine erste Reduktion, die seit April dieses Jahres greift.

          Der nun angekündigte weitere Schritt wurde allgemein erwartet. Denn die Wirtschaftsleistung der Währungsunion wächst wieder. Auch die Erholung von der Krise hat, gerade auch nach Ansicht der Fachleute in der EZB, an Breite gewonnen und ist in nahezu allen Euroländer zu erkennen.

          Die Schlüsselzinssätze ließen die Euro-Währungshüter hingegen unverändert auf historisch niedrigem Niveau: Der Leitzins beträgt weiter null Prozent. Die Zinsen, die Banken für ihre Einlagen auf den Konten der Notenbank zahlen, betragen weiterhin 0,4 Prozent.

          Quelle: FAZ.NET

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