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Veröffentlicht: 15.07.2016, 10:49 Uhr

EZB Italienische Bankenkrise - alles kein Problem?

Die italienische Bankenkrise ist in aller Munde. Doch jetzt heißt es auf einmal von der Bankenaufsicht der EZB: alles bewältigbar. Und der Finanzminister? Er findet: Italien ist jedenfalls nicht Schuld an der Situation.

© Reuters Bankenkrise? Der Brexit ist schuld, meint Minister Padoan.

Die Schwierigkeiten italienischer Geldhäuser mit faulen Krediten können nach Einschätzung der EZB-Bankenaufsicht gelöst werden. Es gebe kein spezifisches oder landesweites Problem mit Italien, betroffen seien einzelne Banken, sagte EZB-Bankenwächter Ignazio Angeloni der italienischen Wirtschaftszeitung „Il Sole 24 Ore“. „Das Problem der notleidenden Kredite kann bewältigt werden, sollte aber nicht unterschätzt werden," sagte Angeloni.

 
Die EZB hält die italienische Bankenkrise für bewältigbar. Und der Finanzminister will nicht Schuld sein.

Die faulen Kredite sind auch eine Folge der jahrelangen Wirtschaftsflaute im Land und belasten die ohnehin schon schwache Profitabilität der Institute. Schätzungen zufolge sitzen italienische Geldhäuser auf Problemdarlehen im Volumen von 360 Milliarden Euro. Der Bankensektor des Landes hatte 2014 beim großen EZB-Stresstest am schlechtesten abgeschnitten.

Angeloni zufolge reicht der unlängst eingerichtete Bankenrettungsfonds Atlante nicht aus, um in allen Fällen einzugreifen, bei denen Geld zum Aufkauf notleidender Darlehen oder zur Kapitalstützung der Institute benötigt wird. Den Fonds zu verstärken, vor allem durch Gelder von Privatinvestoren außerhalb des italienischen Bankensektors, sei deshalb wünschenswert. „Ich denke auch, dass eine Präsenz internationaler Investoren ein gutes Signal wäre,“ sagte Angeloni.

Finanzminister: Der Brexit ist die Ursache

Derweil hat Italiens Finanzminister Pier Carlo Padoan (66) sich gegen den Vorwurf gewehrt, die aktuelle Banken-Krise in seinem Land sei hausgemacht. „Der Auslöser der Krise der letzten Wochen liegt doch nicht in Italien“, sagte Padoan der „Bild“-Zeitung. Nicht die Instabilität einiger italienischer Geldinstitute sei die Ursache. Die neue Bankenkrise sei „das Ergebnis des britischen Referendums“. Die aktuellen Schwierigkeiten einiger italienischer Banken stünden „in direktem Zusammenhang mit der Wirtschaftskrise.“

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Padoan sprach aktuell von „einer Welle der Unsicherheit“, die „gravierende Auswirkungen auf die weltweiten Finanzmärkte“ habe. In der Diskussion um mögliche Staatshilfen für italienische Banken erinnerte Padoan daran, dass ja auch die Bundesregierung zu Beginn der Finanzkrise in großem Umfang Banken gerettet habe: „Dank der Solidität unserer Banken damals hat sich dagegen die staatliche Unterstützung für italienische Banken bisher auf nur eine Milliarde beschränkt.“

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