http://www.faz.net/-gqe-77sne
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER
F.A.Z.-Index -- --
DAX ® -- --
Dow Jones -- --
EUR/USD -- --

Veröffentlicht: 19.03.2013, 18:16 Uhr

Eurozone Die gespaltene Währungsunion

Defizit- und Überschussländer entwickeln sich immer weiter auseinander, vor allem die Schere zwischen Lohn und Produktivität besorgt EZB-Präsident Mario Draghi. Er plädiert für eine Senkung der Löhne.

von
© REUTERS Draghi: „In Frankreich ist der Reformbedarf besonders groß“

Vor dem jüngsten EU-Gipfeltreffen der Staats- und Regierungschefs klagte Frankreichs Staatspräsident laut über das angeblich deutsche Spardiktat. François Hollande forderte Wachstumsimpulse und wetterte gegen Austerität. Doch nach dem Abendessen wurden die Staats- und Regierungschefs leise. Zunächst verteilte Mario Draghi nebenstehende Grafiken. Dann trug der EZB-Präsident vor, welche Schlüsse die Zentralbank daraus zieht. Die Währungsunion sei gespalten.

Holger Steltzner Folgen:

Länder wie Deutschland seien wettbewerbsfähig und kostengünstig. In anderen lasse die Produktivität zu wünschen übrig, seien die Lohnkosten zu hoch. In der Eurozone entwickeln sich seit 1999 die Defizit- und Überschussländer wirtschaftlich immer weiter auseinander. Das zeigt etwa der Vergleich von Deutschland mit Frankreich und Italien. In Frankreich stiegen die Löhne doppelt so stark; in Italien blieb die Produktivität fast stehen.

Die Lösung könne nicht sein, dass gesunde Länder wie Deutschland mehr ausgäben. Die Schere zwischen Lohn und Produktivität müsse geschlossen werden, indem andere Länder die Arbeitskosten senken. Draghi sagte ausdrücklich, wo der Reformbedarf besonders groß ist: in Frankreich. Hollande schwieg.

Infografik / Ländervergleich /  Schere zwischen Lohn und Produktivität © F.A.Z. Vergrößern

Mehr zum Thema

Quelle: F.A.Z.

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Mayers Weltwirtschaft Krisenland Italien

Italiens Banken geht es schlecht, doch noch schlechter geht es dem ganzen Land. Schnelle Rettung ist nicht in Sicht. Mehr Von Thomas Mayer

23.07.2016, 16:14 Uhr | Wirtschaft
Nach dem Anschlag in Nizza Frankreichs Polizeistrandwächter ab sofort bewaffnet

Etwa ein Drittel der 300 Strandwächter der französischen Bereitschaftspolizei CRS tragen ab nun Schusswaffen bei ihren Einsätzen. Nach dem Anschlag in Nizza befürchten die Behörden, dass weitere Urlaubsziele ins Visier der Terroristen geraten könnten. Mehr

22.07.2016, 21:18 Uhr | Politik
Nordfrankreich Hollande: Angriff in Kirche war schändlicher Terroranschlag

Zwei Bewaffnete haben in einer Kirche in Nordfrankreich Gläubige als Geiseln genommen und einen Priester getötet. Die Polizei erschoss darauf die Geiselnehmer. Der IS bezeichnet die Angreifer als seine Soldaten. Die Polizei nahm einen Mann fest. Mehr

26.07.2016, 16:31 Uhr | Politik
Trumps Rede in Cleveland Kampagne gegen Immigration

Ein wichtiger Punkt von Trumps gesamter Kampagne war schon immer die Immigration. Hier erklärt noch einmal, dass er keine Menschen mehr in die Vereinigten Staaten lassen werde, die aus Ländern stammen, die von Terrorismus kompromittiert wurden. Mehr

22.07.2016, 18:28 Uhr | Politik
Faule Kredite Staatshilfen für Italiens Banken rücken näher

Die italienischen Krisenbanken werden der faulen Kredite nicht mehr Herr. Ein Lösungsvorschlag von EZB-Präsident Mario Draghi hat derweil großen Widerhall gefunden. Mehr Von Markus Frühauf und Tobias Piller, Rom

23.07.2016, 13:36 Uhr | Finanzen

Die Chancen der „Gig-Economy“

Von Britta Beeger

Fest angestellt sind Lieferanten von Online-Plattformen wie Uber meist nicht. Ihre Arbeitskräfte abzusichern, kann sich für Vermittlungsdienste jedoch lohnen. Mehr 1 5

Abonnieren Sie den Newsletter „Wirtschaft“

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden

Grafik des Tages Vier Milliarden für die Türkei

Die Europäische Union lockt Beitrittsländer mit Geld. Vor allem die Türkei hat viel Geld in Aussicht gestellt bekommen für die nächsten Jahre. Mehr 19