Home
http://www.faz.net/-gqu-7901t
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER
 

Eurokrise und ihre Folgen Das Damoklesschwert der Euroaufwertung

 ·  Die Stärke der deutschen Wirtschaft beruht wesentlich auf dem durch die Krise schwachen Euro. Endet die Krise der Währungsunion, dann wertet die Gemeinschaftswährung stark auf - und viele Arbeitsplätze drohen verlagert zu werden.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (128)
1 2 3 4  
Lesermeinungssuche (gesamt):
Sortieren nach
Thomas Gaugen

Wenn die Wechselkurse vom Leistungsbilanzsaldo abhängen, ist die Aufwertung von kurzer Dauer

Weil wenn die Gemeinschaftswährung aufwertet und dies zum Verlust von Exportmärkte für Deutschland führt, bedeutet dies auch, dass der Saldo sich wieder verschlechtert und dann zu einer Abwertung führt.
.
Man kann nicht Dinamik für den Leistungsbilanzsaldo vorausrechnen aber bei den Wechselkursen eine statische Einbahnstrasse zeichnen.
.
Japan hat trotzt der in den 90er angefangenen Krise die Vollbeschäftigung und bis vor kurzem ihre Exportfähigkeit erhalten. Nur Fukushima und die damit verbundene Erhöhung der Energiekosten hat den Überschuss wettgemacht und zu einer Abwertung geführt.
.
Amerika wird wahrscheinlich das Leistungsbilanzdefizite eher durch den Ersatz von Energieimporten erreichen (Dank Fracking). Dazu kommte eine Absenkung der Energiekosten die bestimmten Energiesparten zu gute kommt (und natürlich auch dem verfügberen Einkommen h). Ob das alles tatsächlich zu wenigen Importen von Luxusautos und feinen Maschinen führt, kann man mindestens in Frage stellen.

Empfehlen
otto kaldrack

Warum um Himmels-Willen

sollte der Euro denn aufgewertet werden? In den durch Lug und Betrug abge-
wirtschafteten Ländern ändert sich doch nicht wirklich etwas! Wer denn meint
EURO-BONDS täten das, dem ist nun wirklich nicht mehr zu helfen, dann
nimmt das wundervolle Ausruhen der Mittelmeeranrainer auf unsere Kosten
nie ein Ende, im Gegenteil, es wird noch schlimmer als es jetzt schon ist.
Wer soll da an eine Aufwertung dieser schwachbrüstigen Währung glaubemn??
Die Arbeitsplätze, die insbesondere in den Nehmerländern verlorengegangen
sind, sind doch nicht wg. eines überbewerteten EUROS verschwunden, sondern
wg. der unverantwortlichen Politik der der dortigen sozial. Gewerkschaften.

Empfehlen
Hans List
Hans List (genervt) - 11.05.2013 23:06 Uhr

Ist es nicht eigentlich trivial?

Der Mensch wirtschaftet, weil er die Erzeugnisse genießen will. So war es schon in der Steinzeit.
Da die globalisierte Welt in Schieflage geraten ist, funtkioniert das nicht mehr.
Folge:
Die USA müssen sich reindustrialisieren mit schlimmen Folgen für Europa.

Wie bitte?
Mit schlimmen Folgen für uns?
Prosperität gelingt uns nur, wenn wir die Ergebnisse unserer Arbeit anderen abgeben und die bunten Zettel, die wir dafür bekommen, gleich auch noch (Handelsüberschuss plus Kapitalexport)?

Die Amis müssen die Erzeugnisse, die sie genießen wollen, wieder selber herstellen.
Und im Gegenzug müssen wir die Dinge, die wir erzeugen, wieder selber genießen.
Womit der ursprüngliche Grund fürs Wirtschaften wieder gilt.

Empfehlen
Ulla Nachtmann

,Die Menschen' fürchten die Wiederkehr der DM?

Das ist insinuieren und man erkennt die Propaganda!
Ich habe keine Angst vor der DM und ich fühle mich nicht alleine.
Wer erinnert sich an den großartigen Prof. Abelshauser, Erfinder der Währungsschlange zu EWG Zeiten?
Im Juli 2012 forderte er Rückkehr zur DM:
.
,Wirtschaftshistoriker Abelshauser fordert Rückkehr zur D-Mark' (wirtschaftpunktcom).
Mich interessieren weder krude Friedmann Thesen noch die von Keynes hab ihn selig.
Mich interessiert NUR, dass UNSERE Importe mit aufgewerteter Währung - egal NordEuro oder Mark genannt - endlich wieder preiswerter werden!
Von Benzin/Heizöl, importierte Teile für unsere Industrie bis zu Textilien und Verbrauchsgüter, wieder den dt Konsumenten, Gehaltsempfängern, Rentnern, zu Gute kommen, denn durch billigere Importe (starke Währung!) geht es uns allen besser.
Schluss mit uns aufgezwungen Euronen, Scheingeld was nur anderen Völkern nutzt.
Da keine der alten Blockparteien Mut hat nachzurechnen, werden viele im Herbst die AfD wählen - ohne Angst!

Empfehlen
Karl-Heinz Andresen

Also muß an die Stelle der Einheitswährung die Vielfalt treten.

Sowohl unter keynes´schem als auch friedman´schem Blickwinkel kann eine Einheitswährung niemals derart verschiedene Volkswirtschaften in eigenständigen Nationen glücklich werden lassen, zumal Souveränitätsabgabe aller 17 pp nicht durchsetzbar wäre.

Ganz abgesehen von allen weiteren Gründen für eine einfach wie auch kostengünstig - wie v.W. darlegt - in nationale Währungen zu tauschende Einheitswährung, zeigt v.W. ein fundamentales Hindernis für den Erfolg des Euro deutlich auf.

Empfehlen
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 12.05.2013 11:00 Uhr
Wolfgang Balzuweit

Herr Andresen, wenn Sie da mal nicht auf dem falschen Dampfer sind

Lassen Sie nur mal den mittelbadischen Finanzfachmann in Berlin weiter machen in Richtung Fiskalunion. Wenn ein gottgleicher EU-Währungskommisar erst einmal installiert wäre, hätten die nationalen Parlamente höchstens noch über das Toilettenpapier auf den Parlamentsklos zu entscheiden.
Daher am 22. September Bremse reinhauen.

Empfehlen
Michael  Naumann

Fehlende Sachkenntniss

einiger VWLer wundert mich immer wieder - so heisst es - und wird gerade von Herrn Lucke immer wieder verbreitet- dass die deutsche Wirtschaft mit Aufwertung - sei es nun DM oder EURO - schon klar kommen würde. Dies habe sie in den siebziger Jahren bewiesen. Nur damals gab es im Rahmen der EG Agrarpolitik sogennante Währungsausgleichzahlungen, die praktisch Importzölle für den innerdeutsche Agrarmarkt bedeuteten. Mit anderen Worten: die BRD hat sich durch Protektionismus vor Exporten geschützt - gerade zugunsten kleiner landwirtschaftlicher Betriebe in Süddeutschland, die sowieso zu den teuersten Erzeugern gehörten. Ohne diesen Importschutz wären weite Teile Bayerns oder auch der Schwäbischen Alb heute Bauernfrei - wer sagt, bitte wieder DM, und 'Aufwertung' kein Problem, der verschweigt diese Zusammenhänge.....wahrscheinlich bewusst....
na ja, die Kaufkraft der AfD VWL Professoren betrifft dies natürlich nicht

Empfehlen
Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 10.05.2013 18:20 Uhr
Horst Ziegler

Ja.

Sehe ich auch so. Jede Volkswirtschaft muss ein Gleichgewicht zwischen Importen und Exporten herstellen. Frankreich kann sich das Ungleichgewicht nicht leisten. Die USA wegen ihrer Weltpolizisten-Funktion schon.

Empfehlen
Simon Moon
Simon Moon (SimonMoon) - 10.05.2013 17:46 Uhr

Lieber Herr Naumann,

da haben Sie den Artikel nicht verstanden. Es wird vollkommen richtig und überzeugend argumentiert, dass der Euro-Kurs nach einer Lösung der Eurokrise auf den Kurs ansteigen würde, den auch eine neu eingeführte DM hätte.

Da ein dauerhaftes "Leben mit der Krise" keine Alternative ist, wird der Rest Ihrer Ausführungen obsolet.

Empfehlen
Klaus Schmid
Klaus Schmid (Pinin) - 10.05.2013 17:03 Uhr

Soso, die Krise ist also ganz hervorragend ...

"Wird das Ziel der Euro-Stabilisierung tatsächlich erreicht, muss wegen der Euroaufwertung mit massiven Arbeitsplatzverlagerungen aus Deutschland heraus gerechnet werden."

Wir müssen also dankbar sein wenn der Euro nicht stabilisiert wird, die Pleiteländer weiter munter Schulden machen und alle unsere Ersparnisse gen Süden wandern.

Aber als pensionsberechigter Beamter lässt sich gut schwadronieren ...

Empfehlen
Hinrich Mock
Hinrich Mock (HinrichM) - 10.05.2013 15:35 Uhr

Falsch ausgedrückt

Das Damoklesschwert ist eher der sich abzeichnende globale Abwertungswettlauf.

Angeführt durch China (wie vom Autor beschrieben), fortgesetzt durch die geldpolitischen Lockerungsübungen in USA/UK und ihrer Mini- bis Nullzinspolitik und aktuell angeheizt durch die Notenpresse der japanischen Zentralbank. Es wäre interessant gewesen zu erfahren, wie der Euroraum hierzu steht und ob Devisenmarktintervetionen wirklich die einzige Handlungsoption sind.

Auch hätte der Autor gerne den Euroraum als Land A oder B klassifizieren dürfen. Warum erfahren wir nichts über den Leistungsbilanzsaldo des Euroraums, wenn hier Währungsräume verglichen werden? Und zielen nicht auch die aktuellen Konsolidierungsbemühungen mit ihrer Verringerung der Staatsquote und der Verbesserung der Investitionsbedingungen auf eine Reindustrialisierung Europas?

Empfehlen
Reinhold Wuest

Fiskalkapazität und Euro-Zone

Würde die EU-Kommission also bei sprudelndem BIP und Steueraufkommen in D. einen Teil abschöpfen und in die Zonen der Schwachmatiker umverteilen, würde es dort die Hauhalte entlasten und die Sprengkraft der Währungsunterschiede reduzieren. Dass aber nach der reinen Lehre in diesen Aufschwungsphasen das Plus zum Schuldenabbau genutzt werden muss, liest man nicht mehr. Dass wir immer noch am Aufbau-Ost zahlen, Ruhrgebietskommunen sich verschulden, um das Geld gen Osten zu schicken, interessiert nicht. Es ist schon paradox - einerseits Exportboom und Wachstum auf höchstem Niveau - andererseits eine Art "Öffentliche Armut." Und die rettet den Euro. Und wir schaffen dann bis 67 für die anderen. Opa und Oma haben keine Zeit für ihre Enkel. Sie malochen noch für die Party der Südländer, Rentnertreffen "55-Plus"!

Empfehlen
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 11.05.2013 07:58 Uhr
Elisabeth Dreier

@ Herr Wüst - Kommunen Geld gen Osten versenden?

"Dass wir immer noch am Aufbau-Ost zahlen, Ruhrgebietskommunen sich verschulden, um das Geld gen Osten zu schicken, interessiert nicht."
Ich lebe im Ruhrgebiet und komme aus Ostdeutschland, kenne also beide Seiten. Zunächst versendet keine Kommune Geld gen Osten. Auch haben die SPD-Stadtfürsten das Geld mit vollen Händen ausgegeben, d. h. Investitionen ohne Überlegung z. B. Oberhausen 3 Schwimmbäder von denen nur noch eins geöffnet ist und ausreicht. Die Theater, Opern, Industriedenkmäler verschweige ich einmal. Auch wandern erhebliche Subventionen ins Ruhrgebiet, vom Land und vom Bund, zum erinnern RAG - je Tonne Kohle ca. 500 € oder Siemens Bochum, Opel Bochum,.... Diese Aussagen von H. Kraft und einiger Bürgermeister waren und bleiben Lügen. Der Aufbau Ost wird von den Steuerzahlern bezahlt und Westdeutschland hat auch erheblich durch die Deindustrialisierung Ostdeutschlands beigetragen und dadurch auch eine Krise(kurz vor/nach der Wende) überwunden. Also sachlich diskutieren.

Empfehlen
Wladimir Reiswich

Unterdrückte Erkenntnisse

In seinem berühmten Werk "Human Action" machte Ludwig von Mises folgende Feststellung (meine Übersetzung): "Es besteht keine Möglichkeit einen Kollaps nach einem durch Kreditexpansion herbeigeführten Boom zu vermeiden. Die Alternative besteht nur darin die Krise früher kommen zu lassen, durch die Einstellung weiterer Kreditexpansion, oder später als den finalen und totalen Kollaps des involvierten Währungssystems."

Anleihen und Aktien sind auf Allzeithochs, Rohstoffe wieder so teuer wie zu 2008 Höchstständen. Jeder klar denkende Mensch erkennt, dass diese Tatsachen keine Auswüchse einer Krise oder eines neues Paradigmas sind. Es ist kein Geheimnis, dass die Zentralbanken dieser Welt ihre Bilanzen seit 2008 in unerhörtem Ausmaß ausdehnten. Sie entschieden sich also für die zweite Wahl, was es für Euro, Dollar und Yen heißt sollte jeder für sich selbst beantworten können.

Nicht nur findet diese verständliche Erklärung keine Beachtung, sie wird aktiv unterdrückt...

Empfehlen
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 10.05.2013 16:28 Uhr
Karl-Heinz Andresen

V. Mises hatte Recht, auch für diesen Fall.

Die Kreditexpansion führte zunächst in USA zum Boom, der platzte.

Staaten, besser: Banken und Unternehmen der Eurowährungszone hatten zuvor bereits übermäßige Kredite in die Ökonomien der lateineuropäischen Länder gepumpt - z.B. die Immobilienmärkte Spanien, Irland, Niederlande, aber auch Infrastruktur (Flughäfen zu Hauf), Rüstung (etwa Griechenland) oder Konsum und Sinnlosproduktion.

Im Gegensatz zur USA haben Länder der Eurozone keine eigene, sondern nur die Euro-Fremdwährung, den Euro. Ein wesentlicher Unterschied.
Der ist das Übel, was an der Wurzel zu packen wäre indem man ihn rückabwickelte in je nationale Währungen.

Das erkennt auch v.Weizsäcker - und die Folgerung seiner Darlegungen ist dieselbe: Rückabwicklung des Euro in nationale Währungen zur besseren Steuerung und Ausgleich eigener Wirtschaftspolitik.

Empfehlen
Erwin Stahlberg

Kreativität ist immer gefragt

Würde der oben genannte Fall eintreten:

„…Wird das Ziel der Euro-Stabilisierung tatsächlich erreicht,
muss wegen der Euroaufwertung
mit massiven Arbeitsplatzverlagerungen
aus Deutschland heraus gerechnet werden.

Die Amerikaner und Chinesen
werden weiter deutsche Autos kaufen,
aber es sind dann nur solche, die in
den Vereinigten Staaten und China hergestellt werden.“
---------------------------------------------------------------------

Eine noch nie dagewesene Verschärfung der Erbitterungen
zwischen der EU und Deutschland müßte resultieren.
Die Beziehungen sind jetzt bereits gefährlich gespannt.

Der Ausbruch von Unruhen wäre unvermeidlich.

Empfehlen
roger mafli
roger mafli (mtume) - 10.05.2013 13:26 Uhr

Die Chance ...

... dass unter der Führung von Merkel/Schäuble die Währungskrise ein Ende findet ist in etwa gleich gross wie die Wahrscheinlichkeit, dass uns der Himmel auf den Kopf fällt. Noch kleiner scheint mir lediglich die Gefahr, dass durch eine Simplifizierung, also mit VWL-Theorien, jemals eine verlässliche Prognose erstellt wird. Im Gegenteil. In der Regel ist mit diesen Theorien nicht einmal die Vergangenheit erklärbar. Nun ja, viel mehr als hochrechnen tun die ja auch nicht.

Empfehlen
Mathias Trinks

Thema verfehlt

Deutschlands Problem liegt darin, dass das private deutsche Auslandsvermögen in Targetforderungen gegen bankrotte Staaten verwandelt wurde und sich keiner dem ahnungslosen Volk zu sagen traut, sorry das war es leider mit eurer Altersvorsorge.

Sich darüber Gedanken zu machen, welche Richtung der Wechselkurs des Euros nimmt, wenn die Staatsschuldenkrise in Europa gelöst ist, ist so relevant wie zu berechnen, wann die Sonne zum roten Zwerg wird. Die Lösung der Staatsschuldenkrise ist nur durch massive Schuldenschnitte oder Inflation möglich und danach werden die Uhren politisch und wirtschaftlich ohnehin neu gestellt.

Empfehlen
Egon Hummer

Realitätsferne

Der EURO wird nicht aufwerten, dazu tragen schon die mehrheitlich schwachen Staaten von Frankreich bis Zypern in Verbindung mit der inzwischen nicht mehr unabhängigen EZB bei. Sollte es tatsächlich zur Auwertung kommen, dann bitte ist die Deutsche Politik gefordert durch Strukturreformen dafür zu sorgen, daß die Rahmenbedingungen für die Wirtschaft dahingehend zu ändern, daß eine Konkurrenzfähigkeit erhalten bleibt. Selbst die Schweiz ist heute noch konkurrenzfähig, dafür wird aber nicht unter 42 Stunden die Woche gearbeitet, der Franzose lacht darüber - wohin das führt sehen wir.

Empfehlen
Otto Meier

Nur keine Angst, ein Ende der Krise der Gemeinschaftswährung ist nicht in Sicht.

Die Arbeitsplätze werden aber dennoch verlagert, ob mit oder ohne Krise. Und das schon seit Jahrzehnten. Insofern ist aber auch eher Wut angebracht.

Empfehlen
Dieter Spethmann
Dieter Spethmann (dspeth) - 10.05.2013 12:36 Uhr

Und wenn das Ziel der Euro-Stabilisierung tatsächlich nicht erreicht wird?

Die These „Denn es ist im Rahmen der weltweiten Wirtschaftsdiplomatie völlig undenkbar, dass der Euroraum die Freiheit des Kapitalverkehrs zwischen dem Euroraum und der übrigen Welt preisgibt“ hat dann ihre Grundlage verloren. Jeder Staat muss dann nach der besten Wirtschaftsordnung streben, die er erreichen kann. Das aber richtet sich nach der Leistungsfähigkeit der betreffenden Realwirtschaft und nicht nach währungspolitischen Wunschvorstellungen. Oder anders gesagt: Die Arbeitslosen in den heutigen Euro Staaten wollen endlich Arbeit, und jede Regierung muss sich diesen Wunsch zu eigen machen. Dabei wird selbstverständlich zu Kapitalverkehrskontrollen gegriffen, wenn es politisch zweckmäßig oder nötig erscheint. So ist schließlich auch die DM gestartet. Erst 1958, also nach zehn Jahren, hatte sie ihre Konvertibilität erreicht. Es muss ein Ende finden, dass Währungen Auslandskaufkraft entfalten, die sie real nicht haben. Die Überwindung der Arbeitslosigkeit hat Vorrang.

Empfehlen
Hans-Joachim Mueller

Mir wird hier vieles erklaert

jedoch ohne jeden Bezug zur "Krise". Der Herr Weizaecker weiss genau wie jeder andere hier im Forum, das die Krise am Tag der Einstellung des Euroexperiments oder am Tag der Waehrungsreform endet. Im aktuellen Szenario gibt es keine Loesung. Da jedoch "Gewinne" gemacht werden muessen um Wirtschafts- und Finanzkreislauf aufrecht zu erhalten, werden sie aus Schulden finanziert. Ein System, das sehr selten im privaten Bereich gut geht, denn der reale Mensch faengt nach einer Weile an zu zweifeln, ob das wohl gut gehen kann, dann pumpt er seinem Bekannten nichts mehr und dieser wird insolent und faengt bei Null an.

Proffessoren sind per se etwas gutes, denn denken Sie sich mal ein D ohne Herrn Prof. Ludwig Erhardt, das Resultat seiner Arbeit war so gut das die Politik der Studienabbrecher und Sozialrevolutionaere 50 Jahre benoetigte um D an die Wand zu fahren. Dieser Mann gab sogar noch philosophischen und historischen Rat, er warnte vor Schaffung eines Staatsexperiments Europa.

Empfehlen
Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 10.05.2013 14:42 Uhr
Klaus Schmid
Klaus Schmid (Pinin) - 10.05.2013 14:42 Uhr

Sorry, aber die Krise ...

... wird leider nicht am Tag der Währungsreform enden, denn dann geht das Spiel nach Einführung der finalen Transferunion wieder von vorne los - denn sonst würden unsere französischen Freunde böse werden, und das wollen wir doch nicht?

Empfehlen
Hans-Joachim Mueller

pardon

fehlt ein "v", die Maske ist einfach zu klein, das sieht man viele Fehler erst im Beitrag

Empfehlen
Reinhold Wuest

Das vollmundige Euro-Bashing

kommt bei der Diskussion um eine Aufwertung schon mal ins Stocken. Denn, dass die Energiepreise bei einer Aufwertung sinken, mag manchen Hartz-IV-Haushalt und die kommunalen Kassen entlasten, könnte aber im Laufe der Jahre so manche Standortverlagerung initiieren. Importieren wir auch wertmässig mehr, ist Frage, ob das einem europ. Mitgliesstaat oder China, oder der USA zu Gute kommt. Und dann fälllt def Blick auf die Investitionen in D. und da siehts nicht gut aus, so werden wir unser Niveau nicht halten. Ergo baut sich hier ein Wettbewerbsnachteil auf. Wir haben keine wirklich breite, marktreife Innvovation, will sagen, wir generieren jetzt die Anstrengungen von vor 5-10 Jahren. In spätestens 5 Jahren haben wir die Probleme, die Frankreich heute hat. Insofern schadet uns der schwache Euro, weil wir uns damit selbst betrügen.

Empfehlen
franz  feldmann

Gelingt die Euro-"Rettung", scheitert die Währungsunion...

Als nicht VWL-er animiert mich der Beitrag zu einer erstaunlichen Konsequenz: gelingt die Rettung des Euro, so kommt es zu einer Aufwertung, die Deutschland vllt. noch die Südländer bestimmt nicht tragen können. Dh.: Wenn der Euro an internation.Vertrauen zurückgewinnen würde, würde er so stark, dass keines der jetzigen Krisenländer noch irgendetwas für den Weltmarkt produzieren könnte.
Hier sollte mit dem Euro etwas zusammengeschweißt werden, was in dieser Weise nicht zusammen gehört.

Empfehlen
Konrad Vogeler

Wunschdenken, Kaffeesatz

Bevor der EURO aufgewertet wird, kommt der erst einmal in ganz schweres Fahrwasser. Wenn er überleben sollte.

Was die Frankfurter und Brüsseler Finanzmafia dem deutschen Steuerzahler auflasten will, kann und will der nicht tragen. Er weiss es nur noch nicht, weil er mit dem Kreuz traditionell die Verantwortung abgegeben hat.
Die Zeit wird kommen, wenn die Akteure das begreifen. Bei heutiger Konstruktion ist der EURO nur so viel wert, wie die deutsche Bürgschaft wert ist.

In dem Moment, wenn Berliner Politiker sich daran erinnern, dass sie nicht von griechischen Reedern und toten Pensionären und deren Interessenvertretern in Brüssel wieder gewählt werden sollen, bricht das Draghische Kartenhaus zusammen.
Im Moment erleben wir, dass die EZB/ESM Diktatur noch soviel wie möglich aus dem dummen Michel rauspresst, bevor der wach wird.

Ab September haben wir wenigstens schon mal eine Stimme im DBT, die daran erinnert.
Das öffnet Wege zu Alternativen.

Empfehlen
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 10.05.2013 13:20 Uhr
Werner Busch

@Herr Vogeler,

mein Reden seit langer Zeit,doch niemand will es hören.Bezeichnend,dass die erste Zustimmung für Sie von mir kommen musste.

Empfehlen

10.05.2013, 06:24 Uhr

Weitersagen