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Risikoabsicherung

Eurokrise So funktioniert die neue Griechenland-Hilfe

Die Euro-Staaten und der Internationale Währungsfonds haben sich geeinigt, wie Griechenlands Schulden sinken sollen. Die ersten drei der vier hier erklärten Möglichkeiten werden offenbar angewendet.

© dpa Vergrößern Griechischer Euro

1. Der Anleiherückkauf: Griechenland kauft eigene Staatsanleihen zu niedrigen Preisen am Markt zurück.

Wie funktioniert’s? Ein sanfter Weg, Griechenland zu entschulden, ist der Rückkauf von Staatsanleihen - ein Vorschlag, der unter anderem vom deutschen EZB-Direktoriumsmitglied Jörg Asmussen in die Debatte eingebracht wurde. Griechenlands Staatsanleihen sind nämlich enorm günstig - Papiere mit zehn Jahren Laufzeit kosten derzeit rund 30 Prozent ihres Nennwerts. Wenn Griechenland sie wirklich zu diesen Kursen kaufen kann, verringert sich seine Schuldenlast insofern, als das dann nicht mehr 100 Prozent am Laufzeitende getilgt werden müssten. Damit das funktioniert, ist aber wichtig, dass dieser Plan nicht bekannt wird, weil sonst andere Anleger selbst kaufen und die Anleihepreise in die Höhe treiben könnten. Und wo kommt das Geld her? Der im Herbst auf den Weg gebrachte Euro-Rettungsfonds ESM könnte Griechenland Kredit geben - also letztlich die anderen Euro-Staaten.

Was bringt’s? Griechenlands Staatsschuld beträgt mittlerweile rund 330 Milliarden Euro. Private Gläubiger halten infolge des ersten Schuldenschnitts Bankenkreisen zufolge Anleihen im Nominalvolumen von 67 Milliarden Euro (und noch einmal 17 Milliarden Euro an kurzfristigen Schatzwechseln). Der Rest liegt bei der Europäischen Zentralbank und öffentlichen Gläubigern, zum Beispiel den Rettungsfonds und dem IWF. Über den Schuldenrückkauf verringerte sich vor allem die 67-Milliarden-Last. Zwar besitzt auch die EZB Schätzungen zufolge griechische Anleihen über 45 bis 55 Milliarden Euro, doch ob sie ihre Papiere zum niedrigeren Preis verkauft, ist nicht sicher.

Wer zahlt? Zunächst einmal vor allem die privaten Gläubiger des Landes, die ihre Papiere zu niedrigeren Preisen an Griechenland veräußern und damit faktisch einen weiteren Schuldenerlass gewähren. Zugleich erhöht sich durch die vom ESM bereitgestellten Mittel der Kredit der Mitgliedsländer, hinter dem wiederum letzten Endes die jeweiligen Steuerzahler stehen als Risikotragende.

2. Die Laufzeitverlängerung: Griechenland bekommt mehr Zeit, um seine Schulden zu begleichen.

Wie funktioniert’s? Die Euroländer und der Internationale Währungsfonds geben Griechenland mehr Zeit, um die Milliarden Euro umfassenden Kredite, die sie an das Land ausgereicht haben, zurückzuzahlen. Dadurch verringert sich das nominale Kreditvolumen zwar nicht. Die Gläubiger erleiden aber unter der Voraussetzung, dass sie keine höheren Zinsen für das nun länger geliehene Geld verlangten, dennoch einen Verlust: Sie müssen länger darauf warten, bis sie die zurückgeflossenen Mittel wieder (rentierlicher) anlegen können. Und Griechenland kann seine Schulden leichter tragen.

Was bringt’s? Je nachdem, wie groß der Aufschub ist, eine ganze Menge. Theoretisch könnte die Fälligkeit immer und immer wieder hinaus geschoben werden, und Griechenland müsste nie zurückzahlen.

Wer zahlt? Derjenige, der den Aufschub gewährt. Wenn das Euroländer und Internationaler Währungsfonds sind, beide. Sie (ihre Steuerzahler) zahlen umso mehr, je größer der Aufschub ist.

3. Die Zinssenkung: Griechenland muss weniger Zinsen für seine Schulden zahlen.

Wie funktioniert’s: Nahezu analog zu Methode 2, nur dass diesmal nicht die Laufzeit verlängert, sondern der Zins verringert wird. Die Effekte sind ähnlich.

Was bringt’s? s.o.

Wer zahlt’s? s.o.

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4. Der Schuldenerlass: Die Gläubiger erlassen Griechenland einen Teil der Schulden.

Wie funktioniert’s? Die Euroländer, der Internationale Währungsfonds, die Europäische Zentralbank oder die privaten Gläubiger teilweise verzichten einfach auf einen Teil ihrer Forderungen an Griechenland. Die Schulden werden gestrichen, Griechenlands Schuldenlast sinkt entsprechend.

Was bringt’s: Griechenland ist seine Schulden los in der Höhe, in der sie erlassen werden - also theoretisch wieder eine ganze Menge.

Wer zahlt’s? Die Gläubiger genau der Höhe des Schuldenerlasses - also vor allem öffentliche haushalte. Verzichtet die EZB, ist das definitiv monetäre Staatsfinanzierung.

Quelle: FAZ.NET

 
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Veröffentlicht: 13.11.2012, 14:08 Uhr

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