Home
http://www.faz.net/-gqe-74got
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER
Risikoabsicherung

Euro-Krise Bundesbank lobt Anpassung in den Krisenländern

Die Euro-Krisenländer machen Fortschritte, urteilt die strenge Bundesbank. Ablesbar ist das zum Beispiel an verbesserten Handelsbilanzen und sinkenden Lohnstückkosten.

© dapd Vergrößern Fortschritte, wo die Krise am größten ist - sagt nun sogar die Deutsche Bundesbank.

Die Bundesbank hat die wirtschaftliche Anpassung in einigen der Euro-Krisenländer gelobt. So habe das irische Leistungsbilanzdefizit im Jahr 2008 noch mehr als 5 Prozent der Wirtschaftsleistung betragen, heißt es im jüngsten Monatsbericht der Bundesbank. Inzwischen führe das Land wieder mehr aus, als es einführt. Spanien dürfte diesen Zustand nächstes Jahr erreichen, und in Griechenland und Portugal hat sich das Leistungsbilanzdefizit zumindest verringert - ganz aktuell meldete die Griechische Zentralbank nach Angaben der Finanzagentur Bloomberg sogar einen Leistungsbilanzüberschuss. Zugleich verringern sich die Überschusspositionen Deutschlands und anderer Euroländer.

Infografik / Verringerte Ungleichgewichte / Leistungsbilanzsalden der PIIGS-Staaten © F.A.Z. Vergrößern Nähern sich einander an: die Leistungsbilanzsalden der PIIGS-Staaten

Diese Anpassungen seien zumindest zum Teil Resultat dauerhafter Strukturanpassungen in den Krisenländern, urteilt die Bundesbank. Ein Indiz dafür sei die Rückgewinnung eines Teils der verlorenen Wettbewerbsfähigkeit. Als Maß dafür bevorzugt die Bundesbank die Lohnstückkosten gegenüber dem BIP-Deflator, der sich in einigen Ländern wegen Steuererhöhungen kaum verändert hat und der insbesondere von Kritikern der Krisenpolitik angeführt wird.

In Spanien steigt die Produktivität

Die Lohnstückkosten seien in diesem Fall das bessere Messinstrument und zeigten eine Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit insbesondere für Irland, Spanien, Portugal und Griechenland. Italien habe dagegen kaum Fortschritte gemacht. In Griechenland, Portugal und Irland seien die im Vergleich zum Jahr 2008 um 8 bis 17 Prozent gesunkenen Lohnstückkosten zum Teil auf verringerte Löhne zurückzuführen. In Spanien sind die Löhne dagegen weiter, wenn auch verlangsamt gestiegen. Allerdings ist dort die Produktivität besonders stark gestiegen.

Mehr zum Thema

Die Bundesbank weist in ihrem Monatsbericht außerdem darauf hin, dass die Rezession im Euroraum zwar einen dämpfenden Effekt auf die Weltwirtschaft habe. Für den Rest der Welt spiele der Handel mit dem Euroraum „nur eine untergeordnete Rolle, sodass die globale Konjunktur hiervon nicht maßgeblich gebremst worden ist“.

Quelle: F.A.Z.

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Schuldenkrise Bundesbank warnt vor Pleite Griechenlands

Griechenland ist aus Sicht der Bundesbank akut von einer Staatspleite bedroht. Das Land habe sich selbst in die heikle Lage manövriert, schreibt sie in ihrem Monatsbericht. Und müsse nun rasch handeln. Mehr

18.05.2015, 14:08 Uhr | Wirtschaft
Wirtschaft EZB-Ankauf von Staatsanleihen

Die EZB würde gerne Staatsanleihen von Krisenländern kaufen und damit ihre Zinslast erleichtern. Wahrscheinlich wird der Europäische Gerichtshof das auch erlauben – allerdings unter Auflagen. Mehr

17.01.2015, 14:28 Uhr | Wirtschaft
Anlageentscheidung Jetzt Aktien aus Europa kaufen!

Der deutsche Leitindex Dax ist eine Freude. Noch attraktiver sind die Börsen in Spanien, Italien und Frankreich. Mehr Von Dyrk Scherff

18.05.2015, 08:54 Uhr | Finanzen
Kurzfilm Die Bundesbank zeigt ihre Goldtresore

Die Deutsche Bundesbank zeigt in einem Kurzfilm die Tresore, in denen Gold gelagert wird und gibt damit einen seltenen Einblick in das Innerste der Bank. Mehr

18.04.2015, 13:47 Uhr | Wirtschaft
Konjunktur Frankreichs Wirtschaft wächst schneller als Deutschlands

Die französische Wirtschaftsleistung hat zum Jahresbeginn doppelt so schnell zugelegt wie die deutsche. Wichtigste Konjunkturstütze in der Bundesrepublik war einmal mehr der Konsum. Mehr

13.05.2015, 08:32 Uhr | Wirtschaft
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 20.11.2012, 08:22 Uhr

Umfrage

Soll Griechenland aus dem Euro ausscheiden?

Alle Umfragen

Bitte aktivieren Sie ihre Cookies.

Schütze sich, wer kann

Von Corinna Budras

Der Staat versagt bei der Bekämpfung von Wohnungseinbrüchen. Die Polizei ist überfordert, die Aufklärungsstatistik dementsprechend traurig zu lesen – goldene Zeiten für osteuropäische Räuberbanden. Mehr 3


Die Börse
Name Kurs Änderung
  Dax --  --
  F.A.Z.-Index --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --
Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden