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Euro-Krise Bundesbank lobt Anpassung in den Krisenländern

Die Euro-Krisenländer machen Fortschritte, urteilt die strenge Bundesbank. Ablesbar ist das zum Beispiel an verbesserten Handelsbilanzen und sinkenden Lohnstückkosten.

© dapd Vergrößern Fortschritte, wo die Krise am größten ist - sagt nun sogar die Deutsche Bundesbank.

Die Bundesbank hat die wirtschaftliche Anpassung in einigen der Euro-Krisenländer gelobt. So habe das irische Leistungsbilanzdefizit im Jahr 2008 noch mehr als 5 Prozent der Wirtschaftsleistung betragen, heißt es im jüngsten Monatsbericht der Bundesbank. Inzwischen führe das Land wieder mehr aus, als es einführt. Spanien dürfte diesen Zustand nächstes Jahr erreichen, und in Griechenland und Portugal hat sich das Leistungsbilanzdefizit zumindest verringert - ganz aktuell meldete die Griechische Zentralbank nach Angaben der Finanzagentur Bloomberg sogar einen Leistungsbilanzüberschuss. Zugleich verringern sich die Überschusspositionen Deutschlands und anderer Euroländer.

Infografik / Verringerte Ungleichgewichte / Leistungsbilanzsalden der PIIGS-Staaten © F.A.Z. Vergrößern Nähern sich einander an: die Leistungsbilanzsalden der PIIGS-Staaten

Diese Anpassungen seien zumindest zum Teil Resultat dauerhafter Strukturanpassungen in den Krisenländern, urteilt die Bundesbank. Ein Indiz dafür sei die Rückgewinnung eines Teils der verlorenen Wettbewerbsfähigkeit. Als Maß dafür bevorzugt die Bundesbank die Lohnstückkosten gegenüber dem BIP-Deflator, der sich in einigen Ländern wegen Steuererhöhungen kaum verändert hat und der insbesondere von Kritikern der Krisenpolitik angeführt wird.

In Spanien steigt die Produktivität

Die Lohnstückkosten seien in diesem Fall das bessere Messinstrument und zeigten eine Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit insbesondere für Irland, Spanien, Portugal und Griechenland. Italien habe dagegen kaum Fortschritte gemacht. In Griechenland, Portugal und Irland seien die im Vergleich zum Jahr 2008 um 8 bis 17 Prozent gesunkenen Lohnstückkosten zum Teil auf verringerte Löhne zurückzuführen. In Spanien sind die Löhne dagegen weiter, wenn auch verlangsamt gestiegen. Allerdings ist dort die Produktivität besonders stark gestiegen.

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Die Bundesbank weist in ihrem Monatsbericht außerdem darauf hin, dass die Rezession im Euroraum zwar einen dämpfenden Effekt auf die Weltwirtschaft habe. Für den Rest der Welt spiele der Handel mit dem Euroraum „nur eine untergeordnete Rolle, sodass die globale Konjunktur hiervon nicht maßgeblich gebremst worden ist“.

Quelle: F.A.Z.

 
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