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Euro-Krise : Bouffier: Schuldenschnitt für Griechenland ist unausweichlich

  • Aktualisiert am

Spricht aus, was viele denken: Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) sagt, dass Griechenland auf Dauer einen weiteren Schuldenschnitt braucht. Bild: dapd

Auf Dauer ist dem hoch verschuldeten Griechenland ein Teil der Schulden zu erlassen, sagt der hessische Ministerpräsident vor einer Präsidiumssitzung der CDU. Philipp Mißfelder widerspricht.

          Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier hat einen weiteren Schuldenschnitt für Griechenland als unausweichlich bezeichnet. „Ich glaube, auf Dauer wird man daran nicht vorbeikommen“, sagte der stellvertretende CDU-Vorsitzende in Berlin vor einer Präsidiumssitzung seiner Partei. „Es wird am Schluss so sein, dass wir einen Beitrag leisten müssen.“ Wie dieser dann aussehe, müsse man dann sehen.

          Auch der Vorsitzende der FDP-Fraktion im Bundestag, Rainer Brüderle, vermied, einen Schuldenschnitt auszuschließen. „Ich glaube, kurzfristig steht das nicht an“, sagte er. Griechenland müsse nachvollziehbar seine Schuldentragfähigkeit unter Beweis stellen. Ähnlich äußerte sich der zur selben Partei gehörende Entwicklungsminister Dirk Niebel: „Ich halte es im Augenblick nicht für nötig, ich halte es schon gar nicht für sinnvoll.“

          Mißfelder widerspricht

          Widerspruch kam hingegen vom CDU-Präsidiumsmitglied Philipp Mißfelder. „Man kann nicht Verluste abschreiben, wenn man rechtlich selber bürgt“, sagte er. Dieser Haltung des Bundesfinanzministeriums schließe er sich an. Euro-Rettungsfonds-Chef Klaus Regling äußerte in einem Zeitungsinterview, er gehe davon aus, dass Griechenland seine Schulden vollständig tilgen werde.

          Die Euro-Finanzminister wollen am Dienstag über weitere Finanzhilfen für das hochverschuldete Griechenland entscheiden. Dabei wurde etwa vom IWF auch ein Forderungsverzicht der öffentlichen Geldgeber ins Gespräch gebracht.

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