http://www.faz.net/-gqe-74gbd

Euro-Krise : Bouffier: Schuldenschnitt für Griechenland ist unausweichlich

  • Aktualisiert am

Spricht aus, was viele denken: Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) sagt, dass Griechenland auf Dauer einen weiteren Schuldenschnitt braucht. Bild: dapd

Auf Dauer ist dem hoch verschuldeten Griechenland ein Teil der Schulden zu erlassen, sagt der hessische Ministerpräsident vor einer Präsidiumssitzung der CDU. Philipp Mißfelder widerspricht.

          Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier hat einen weiteren Schuldenschnitt für Griechenland als unausweichlich bezeichnet. „Ich glaube, auf Dauer wird man daran nicht vorbeikommen“, sagte der stellvertretende CDU-Vorsitzende in Berlin vor einer Präsidiumssitzung seiner Partei. „Es wird am Schluss so sein, dass wir einen Beitrag leisten müssen.“ Wie dieser dann aussehe, müsse man dann sehen.

          Auch der Vorsitzende der FDP-Fraktion im Bundestag, Rainer Brüderle, vermied, einen Schuldenschnitt auszuschließen. „Ich glaube, kurzfristig steht das nicht an“, sagte er. Griechenland müsse nachvollziehbar seine Schuldentragfähigkeit unter Beweis stellen. Ähnlich äußerte sich der zur selben Partei gehörende Entwicklungsminister Dirk Niebel: „Ich halte es im Augenblick nicht für nötig, ich halte es schon gar nicht für sinnvoll.“

          Mißfelder widerspricht

          Widerspruch kam hingegen vom CDU-Präsidiumsmitglied Philipp Mißfelder. „Man kann nicht Verluste abschreiben, wenn man rechtlich selber bürgt“, sagte er. Dieser Haltung des Bundesfinanzministeriums schließe er sich an. Euro-Rettungsfonds-Chef Klaus Regling äußerte in einem Zeitungsinterview, er gehe davon aus, dass Griechenland seine Schulden vollständig tilgen werde.

          Die Euro-Finanzminister wollen am Dienstag über weitere Finanzhilfen für das hochverschuldete Griechenland entscheiden. Dabei wurde etwa vom IWF auch ein Forderungsverzicht der öffentlichen Geldgeber ins Gespräch gebracht.

          Quelle: Reuters

          Weitere Themen

          Die neue Kluft zwischen Briten und Franzosen Video-Seite öffnen

          Brexit : Die neue Kluft zwischen Briten und Franzosen

          Der Südwesten Frankreichs ist für viele Briten Wahlheimat. Seit den 1960er Jahren zieht es sie vor allem in die Dordogne. Doch seit dem Brexit müssen sie sich als Nicht-EU-Bürger auf Einschränkungen einstellen.

          Wie Griechenland den Euro rettete

          Überschuldungskrise : Wie Griechenland den Euro rettete

          Geheimtreffen in einer Aushilfsküche, Kurse im freien Fall, größte Nervosität: Wie Athen die europäische Gemeinschaftswährung rettete und welche Rolle Wolfgang Schäuble dabei spielte, beschreibt der frühere griechische Finanzminister Papakonstantinou in einem beachtenswerten Buch.

          Konsumklima in Europa auf hohem Niveau Video-Seite öffnen

          GfK : Konsumklima in Europa auf hohem Niveau

          In der Europäischen Union ist die Stimmung der Konsumenten so gut wie seit Jahren nicht mehr. Das Barometer stieg am Ende des dritten Quartals um knapp 2 Punkte auf 20,9 Zähler im Vergleich zum Vorquartal, wie die Gesellschaft für Konsumforschung am Mittwoch mitteilte.

          Topmeldungen

          Toronto vom Wasser aus betrachtet - auf der Seite will Google die „smart City“ bauen.

          „Smart City“ : Hier baut Google die intelligente Stadt

          Viele Roboter, wenige Autos und Müll und Pakete werden unterirdisch transportiert: Der Technologiekonzern Alphabet hat sich eine Metropole für sein nächstes großes Projekt ausgesucht. Darum geht es.
          Der spanische Ministerpräsident Mariano Rajoy kann im Katalonien-Konflikt auf die Unterstützung aus der Opposition hoffen.

          Konflikt in Spanien : Selten harmonisch

          Von der Minderheitsregierung zur gefühlten großen Koalition: Die Katalonien-Krise eint die Parteien in Madrid. Sie wollen die Wahl eines neuen Regionalparlaments in Katalonien.
          Eine Fliege auf einem Grashalm bei Burgdorf in der Region Hannover.

          Kommentar zum Insektensterben : Sommer ohne Surren

          Das große Insektensterben zeigt: Die Industrialisierung der Landwirtschaft muss intelligenter weitergehen, als sie begonnen hat. Und vor allem auch nicht naiv.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.