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Draghi im EU-Parlament : EZB-Chef signalisiert Verringerung der Anleihekäufe

  • Aktualisiert am

Mario Draghi an diesem Montag vor dem Europaparlament in Brüssel. Bild: Reuters

Die Führung der Europäischen Zentralbank wird demnächst verraten, wie es mit den Wertpapierkäufen weitergeht. Ihr Präsident bekräftigt seinen vorsichtigen Optimismus.

          Der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, hat abermals signalisiert, dass die Notenbank ihre milliardenschweren Wertpapierkäufe vorsichtig zurückführen wird. „Auch nach einer Anpassung bleibt eine Konjunktur stützende Geldpolitik notwendig“, sagte Draghi an diesem Montag vor dem Wirtschafts- und Währungsausschuss des EU-Parlaments.

          Die EZB kauft gemeinsam mit den nationalen Notenbanker derzeit Wertpapiere im Volumen von 60 Milliarden Euro im Monat - wesentlich Staatsanleihen von Euroländern. Dieses Programm läuft nach derzeitigem Stand noch mindestens bis Ende 2017.

          Draghi mahnt weiter Geduld an

          Fachleute rechnen nicht mit einem abrupten Ende, sondern mit einem schrittweisen Ausstieg. Draghi hatte zuletzt signalisiert, dass er auf der nächsten Ratssitzung Ende Oktober Hinweise auf das weitere Vorgehen geben will. Unsicher ist jedoch, ob die EZB auch ein Datum für das Auslaufen des Programms bekanntgeben wird.

          Die EZB sei zwar zuversichtlicher geworden, dass sich die Inflation wieder dem Inflationsziel von knapp zwei Prozent annähern werde, sagte Draghi nun. Um dieses Ziel zu erreichen, sei jedoch weiterhin expansive Geldpolitik nötig. Die sogenannte Kerninflationsrate (ohne Energie- und Lebensmittelpreise) sei in den vergangenen Monaten nur leicht gestiegen. Die EZB müsse daher geduldig und ausdauernd sein. Es gebe immer noch eine Unterauslastung der Wirtschaft.

          Zuversichtlich äußerte sich Draghi zur Konjunktur in der Währungsunion. Der wirtschaftliche Aufschwung erfolge auf breiter Basis mit Blick auf Länder und Sektoren. Es gebe aber weiterhin Risiken für das Wachstum. Dies seien vor allem geopolitische Risiken wie der Nordkorea-Konflikt.

          Ein Grund zur Verunsicherung sind laut Draghi die zuletzt schwankungsanfälligen Wechselkurse. Diese müssten beobachtet werden. Der stärkere Eurokurs sei auch eine Folge des gestiegenen Vertrauens in die Eurozone. Es gebe jedoch auch politische Gründe. Der Eurokurs hatte in den vergangenen Monaten insbesondere zum US-Dollar merklich zugelegt.

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