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Bundesbankpräsident Weidmann „Die Ursachen der Krise sind noch lange nicht beseitigt“

 ·  In Deutschland breite sich allenthalben Krisenmüdigkeit aus, stellt Bundesbankpräsident Weidmann im Interview fest. Die Politik dürfe nicht erwarten, dass die Notenbank „die Kastanien aus dem Feuer holt“.

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Reinhold Wuest

Integration der EU

Nur mit der weiteren Neuverschuldung und Finanzierung der Südländer wird es das neue Europa geben. Die Politik bzw. die Eliten spielen ihr Theater bis zur Währungsreform und dann kommt die Volksabstimmung. Deutscher Wohlstand wird Geschichte sein. Gleichheit in relativer Armut? Wir wollen es für 2013 nicht hoffen.

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Wolfgang Dellisch

Ein Mann mit Rückgrat! Dem deutschen Nachbarn kann man nur gratulieren.

Welch ein Unterschied zu unserem österreichischen Notenbankchef Novotny, einem notorischen Abnicker. Der war bisher Wachs in der Hand des Bundeskanzlerdarstellers Faymann.

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heike buttkus
ulrich buttkus (loewe53) - 30.12.2012 14:04 Uhr

Da wir Deutsche uns schnell an die täglichen Sorgen gewöhnen,

wird erstmal scheibchenweise,bevor sie richtig zuschlagen.Unsere Politik seid Merkel-Schäuble die Macht haben,egal, was mit unserm Land passiert.Es kommt wieder ein Goldman-Sachs Mitarbeiter in die globale Elite.Mark Carney ist zum neuen Chef Bank von England ernannt.Somit sind mit Draghi,Monti,Papadimus und van Rompuy alle wichtigsten Posten von den Weltbänker besetzt.Mit Barroso,Junker,Draghi,van Rompuy der Kopf des stinkendes Fisches,den diese vier Herren,haben vorschläge,wollen die Eurozone umbauen.Nationale Palamente sollen entmachtet werden,weil sie der EU schaden würden.Die Budget-und Steuerhoheit soll deshalb den Nationalstaaten genommen werden.Banken werden geschützt und vor dem Bankrott gerettet,diese vier Herren sind verantworrlich für die nicht-endede EU-Misere.Deshalb glaube ich,das es im Jahre 2013 nichts besser wird, in jeglicher hinsicht.Google Weltgeschehen.

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giddis giddis
giddis giddis (giddis) - 30.12.2012 13:12 Uhr

Mehrere 1000 Milliarden Euro gedruckt und keine "Lösung"

Man sollte sich die einseitige Fokussierung auf den Gesichtspunkt der Inflation nicht unterschieben lassen. Tatsache ist: die EZB hat bereits einige 1000 Milliarden Euro GEDRUCKT für Anleiheaufkäufe, Umlenkung von Target2 Transaktionen für die Staatsfinanzierung und für Geldflutungen. Umgerechnet auf die Bewohner des Euroraums liegen wir schon um die Marke von 10.000 Euro pro Bewohner.
Man müsste blind sein, wenn einem nicht auffallen würde, dass hier primär der Zugang zu einer gigantischen Geldmaschine lockt, während die Lösung hieße, sich autark davon zu machen. Es ist davon auszugehen, dass gewaltige Motivation besteht, dauerhaft KEINE Lösung zu finden!

Man darf die Phantasie auch darauf lenken, was man mit einigen Billionen (vgl. Bundeshaushalt: 0,3 Billionen) hätte anfangen können, wenn sie nach demokratischen Entscheidungen verwendet worden wären (Forschung, Bildung, Infrastruktur, direkte Hilfen für notleidende Europäer usw.).

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Gerhard Rohlfs

@Hr. Rechtsteiner: Weidmann ist vorsichtig nach dem was Herrn Wulff passiert ist

"Schließlich darf man dabei nicht nur an Herrn Weber, sondern auch an die Ex-Bundespräsidenten Wulff und Köhler denken."
Köhler ist wegen einer Griechenlandrettung gegangen, Wulff hat sich mehrfach, zuletzt in der Bodenseerede v. 24.8.11 gegen den unbeschränkten Rettungskrieg ausgesprochen, und wurde durch ein Kampagnenorchester bestehend aus Medien, Politkaste und Finanzoligarchen hinausgemobbt.
.
Weidmanns "Zahmheit letztlich Beihilfe zur Aushöhlung der Geldwertstabilität. Von seiner gesetzlich verbrieften politischen Unabhängigkeit macht Herr Weidmann keinen Gebrauch."
Störende Gesetze und Verfassung werden von Politkaste und Verfassungsgericht einfach missachtet oder zurechtgebogen.
Weidmann ist vorsichtig nach dem was Herrn Wulff passiert ist. Sonst gräbt man auch bei ihm so weltbewegende Dinge aus, wie dass er womöglich mal umsonst bei Freunden übernachtet habe oder seine Kinder mal im Laden ein Spielzeugauto geschenkt bekommen hätten.
Aber er wurde schon ziemlich deutlich.

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heinz herzing
heinz herzing (heinz48) - 30.12.2012 11:26 Uhr

Die Rettung ist das Ende!

wenn es ganz schlimm kommt , das heist richtige Armut für sehr viel Europa Bürger ganz besoders den Deutschen die bereits heute den niedrigsten Imobilien besitz haben in ganz Europa wird der hass auf die Politverbrecher den Wähler erblinden lassen . Es ist nur noch eine frage der Zeit bis rechte Politiker aus allen lagern eine Partei gründen und das währe noch die harmlose variante . Diese angebliche rettung wird wenn die rechnung erfolgt katastrophal enden . Ein Beispiel : Warum ergreift kein Politiker stellung für die Deutschen hilfen und bürgschaften , warum darf man in Griechenland unsere Kanzlerin auf das übelste beleidigen ohne eine Kommentar der Politiker . Nein das verständnis füreinander gab es noch nie und wird es auch nie geben es geht mal abgesehen von unseren deppen nur um Nationale interresen das zeigt die südpartie sehr eindrucksvoll. Eine Schuld ist nicht übertragbar ausser man findet einen Deppen der die rechnung zahlt .

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Gerhard Storm

Unfähiger Falschinformierer-Wendehals-Schäuble, unbeirrt für dt. Interessen kämpfender Weidmann

Nachdem der €-rettungsverbohrte Schäuble zusammen mit Merkel ins Draghi-Lager abgedriftet ist, lässt er wieder dumme Sprüche vom Stapel, die Expertise vortäuschen u. die dt. Bürger weiter einlullen sollen.

Das endlos lange katastrophal schlechte Management der dt. Regierung u. ihrer Schlafmützenopposition von Rot-Grün sichern den Sorglosstaaten ewige Renten zulasten D.

Weidmann ist zu danken, dass er als Topexperte weiter gegen die Dummheit und Unverantwortlichkeit Merkels und Schäubles, die seinen Rat mißachten, ankämpft u. auf die weiter bestehenden immensen Risiken hinweist.

Dabei hält sich Weidmann mit feiner Sprache eher zurück, spricht aber u.a. die festzustellende Krisenmüdigkeit in D u. die Inflationsgefahr treffend an.

Leider profitiert die dt. Regierung von o.a. Krisenmüdigkeit der Deutschen. Diese können nicht glauben, dass ihre "Merkel" so lange so viel Finanzminst produzieren kann.

Für Merkel abe eher kurze Zeit, in der DDR hat der Finanzspuk 40 Jahre gedauert!

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Frank Linnhoff
Frank Linnhoff (wulewuu) - 30.12.2012 09:41 Uhr

Vor den Krisenursachen die Augen fest geschlossen

Ich habe den Eindruck, dass die meisten Kommentatoren nicht wissen, wie unser Euro-Geldsystem funktioniert. Es ist eben nicht die EZB, welche die Kreditausweitung = Giralgeldvermehrung für das Publikum bestimmt. Dies ist allein Angelegenheit der Banken. Die EZB hat in unserem Geld- und Banksystem der Mindestreserve von 2,5 % und multiplen Geldschöpfung weder Macht über die Geldmenge, noch über die Höhe der Kreditzinsen und Sparzinsen für das Publikum, noch über die Inflation. Im Euroraum hat die Politik die Banken mit allumfassenden Privilegien und absoluter Macht über die Geldpolitik ausgestattet. Im Gegenzug haben diese eine Megablase an Staatsanleihen = Staatsschulden erschaffen, welche platzen muss. Herr Weidmann scheint nicht zu wissen, dass Bundesbank und EZB gänzlich nackt dastehen wie der Kaiser im Mârchen. Eine Vollgeldreform mit dem Geldschöpfungsprivileg allein bei der EZB tut Not. Jetzt sind EZB und Bundesbank nur Büttel.

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Antworten (3) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 30.12.2012 14:44 Uhr
Thomas Tenette

Ich empfehle

mal die Wirtschatswoche "Draghi redet sich um Kopf und Kragen"
Wer glaubt, Draghi könne und hat durch die Notenbankpresse nicht die Geldmenge beeinflussen(t), hat nicht viel Überblick über die Gesamtlage.

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Hans-Jörg Rechtsteiner

Am 18. 1. 2012 hat die EZB den Mindestreservesatz auf 1 % abgesenkt. Die EZB zieht sich also immer

mehr aus der geldpolitischen Steuerung zurück und überläßt das den Geschäftsbanken. Halbwegs unbedenklich wäre dies nur, wenn die Banken das Kreditausfallrisiko selbst tragen müßten. Das ist aber nicht der Fall, wie wir wissen. Vielmehr werden Pleitebanken mit Hilfe des Steuerzahlers „gerettet“ und können in diesem Bewußtsein jeder kaufmännischen Vernunft ade sagen.

So richtig es ist, die Systemfrage immer wieder erneut zu stellen, so falsch ist es, sich einer systemimmanenten Betrachtung von vornherein durch den Verweis zu entziehen, das ganze System sei untauglich. Hier helfen internationale Vergleiche: China zB weist seiner Notenbank, im Gegensatz zur Eurozone, eine aktive Rolle in der Geldpolitik zu. So beträgt der Mindestreservesatz der Chinesischen Notenbank für Großbanken derzeit 20%, für kleinere und mittlere Geschäftsbanken 16,5%.

Fazit: staatliche Deregulierung und Aushebelung marktwirtschaftlicher Mechanismen haben bei uns ein im Grunde funktionsfähiges System ruiniert.

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Hinrich Mock
Hinrich Mock (HinrichM) - 30.12.2012 10:38 Uhr

Und das ist gut so

Im Euroraum bestimmen die Banken über die Kreditvergabe, weil man ihnen (leider nicht ganz zu Recht) im Gegensatz zur Zentralbank zutraut, die realen Risiken sicher und nach ausschließlich wirtschaftlichen Gesichtspunkten einzuschätzen. Im Bereich griechischer Staatsanleihen haben die Banken hier zwar vollkommen versagt, im Prinzip funktioniert dies jedoch sehr gut. Die Zinsen werden eben nicht irgendwo festgelegt, sondern von den tatsächlichen Risiken bestimmt. Dies bedeutet eine unerläßliche realwirtschaftliche Evaluation und Regulierung in Abhängigkeit von der Kreditwürdigkeit. Und genau die ist erwünscht und darf nicht durch EZB-Planung ersetzt werden.

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Reinhold Wuest

keiner hat die Absicht

aber es ist längst klar, dass es weder ohne eine erhöhte Inflation geht, noch dass jemand zurücktritt, noch dass in Südeuropa die mittleren und unteren Einkommensschichten der Verwahrlosung überlassen werden. Wie bitte soll es eine demokratische Legitimation eines neuen Europas im Sinne Habermas Schrift geben? Es ist auch ziemlich deutlich, dass Deutschland seine Verschuldung so lange weitertreibt, dass die Bevölkerung nicht mehr anders kann, als quasi alles zu unterschreiben. Die Politik wird es in den Nationalstaaten nicht richten. Das Drehbuch des Dramas kann bei Habermas nachgelesen werden. Vielleicht es aber keines, sondern ein zivilisatorischer Fortschritt gegenüber dem Exekutivföderalismus.

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Otto Kaldrack

die kriese und weidmann

auf frau ochs kann ich nur antworten, wenn es überhaupt menschen
wie weidmann in der politik gäbe, sähe es in "D" besser aus. aber die
sind ja von ihren parteien weitgehend entsorgt worden.

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Otto Kaldrack

weidmann und die deutsche politik

politiker, die diese wahrheiten erkennen, hatte ich eigentlich in der
FDP erwartet, aber das waren leider nur die ausnahmen, wenn auch
%ual mehr als in der cdu. diese chance fürs überleben, hat man leider
vergeben. schade!

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Hans-Jörg Rechtsteiner

Rücktritt nein danke!

Man muß Herrn Weidmann bereits dankbar sein, wenn er dazu selten offene Worte spricht. Schließlich darf man dabei nicht nur an Herrn Weber, sondern auch an die Ex-Bundespräsidenten Wulff und Köhler denken.

Nun, Personalien sind das eine, Sachfragen das andere. Im Angesicht der Tatsache, daß die Regierungen der gesamten Euro-Zone samt EZB eine glasklar statutenwidrige Geldpolitik mit dem Ziel der Staatenfinanzierung betreiben, ist das vorsichtige Taktieren Weidmanns keineswegs angemessen, sondern in seiner Zahmheit letztlich Beihilfe zur Aushöhlung der Geldwertstabilität. Von seiner gesetzlich verbrieften politischen Unabhängigkeit macht Herr Weidmann keinen Gebrauch. Seine matten öffentlichen Äußerungen dienen dem Aufbau eines Alibis vor dem Hintergrund eines sicher eintretenden Eurodesasters. Er möchte dann seine Hände in Unschuld waschen können. Genügt das, um ihn als Helden zu preisen?

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Karl-Heinz Drux
Karl-Heinz Drux (khd54) - 29.12.2012 22:59 Uhr

Hält sich die EZB an ihr Mandat, gibt es die Währungsunion EURO in der Form nicht mehr

Die kritischen Anmerkungen von Weidmann an der Vorgehensweise der EZB und der an "Rettungen" beteiligten Politiker zur Beilegung der Krise im EURO Raum zeigen praktisch, dass der Bundesbankpräsident offensichtlich nicht an eine saubere Lösung der Krise glaubt.
Faktisch sind alle Versuche der Politiker gescheitert, diese Krise in der gewohnten Krisenlöseform mit unbeschränkten Geldmitteln (Konjunkturkrise/Bankenkrise) der Steuerzahler zu lösen. Einzig die EZB hat durch verschiedene Aktionen und Ankündigungen, die die Liquidität an dem EURO (Anleihen-)Markt gesichert haben, die Eskalation der Krise bis dato verhindert.
Die EZB Aktionen vereinbaren sich nicht mit ihrem Mandat, dass hat Weidmann richtig erkannt. Da aber die Politiker mit einer vernünftigen Krisenlösung aus den Erfahrungen drei Krisenjahre nachweisbar überfordert sind, bedeutet die Botschaft der Weidmann-Aussagen konsequenterweise, dass die EURO Währungsunion gescheitert ist, wenn die EZB sich an ihr Mandat hält.

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Paul Hansen

Drahtseilakt des Nicht-aussprechens - Herr Weidmann

So willkommen diese Worte, so harmlos sind sie. Ein Balanceakt, um nicht jeglichen Einfluss wie Prof Sinn (persona non grata), in Berlin zu verlieren?

Herr Weidmann weiss genauso gut wie viele andere, worum es in diesem elendigen Spiel um Zeit geht. Der Euro ist zu schwach fuer D, zu stark fuer viele andere. Und "interne Abwertung", dass hat in Argentinien vor 10 Jahren nicht funktioniert (damals Peso US $ Bindung), und es wird nicht im Euro nicht funktionieren.
Der gordische Knoten, die Waehrung die fuer alle falsch ist, fuer die einen zu schwach, fuer die anderen zu stark.... wie ihn durchschneiden, ohne das Gesicht zu verlieren... Schuld zu sein, und die ganzen Verluste zu tragen. Target wird in realen Werten nicht zurueckgezahlt, wie auch so einiges anderes nicht. Und die Rekapitalisierung von Bankia ist im mit einem inflationierten Euro, den D vorher verlassen hat, einfacher. NUR,

Schaeuble & Co spielen Plumpsack - und unser Eigentum kommt derweil unter die Raeder.

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Hinrich Mock
Hinrich Mock (HinrichM) - 29.12.2012 21:02 Uhr

Ganz genau darum geht es

Den Deutschen wurde hoch und heilig versprochen, daß die EZB nach dem Modell Bundesbank funktionieren würde. Hätte man dies nicht versprochen und nicht die Statuten der Bank entsprechend ausgestaltet, der Abschied von der DM wäre überhaupt nicht durchsetzbar gewesen.

Das Modell Bundesbank besagt vor allem zweierlei: die EZB ist unabhängig und ihre einzige Aufgabe ist die Geldpolitik im Sinne der Geldwertstabilität.

Inzwischen ist die EZB diesen grundlegenden Regeln untreu geworden. Sie mischt sich in die Fiskalpolitik ein, indem sie Staatsanleihen erwirbt, die sonst keiner haben will. Das darf sie nicht.
Sie folgt damit politischen Erwägungen. Genau das ist NICHT ihre Aufgabe. Dafür hat sie KEIN Mandat.

Die große Gefahr besteht nun darin, daß ein Damm gebrochen ist und diese Vorgehensweise einreißt, obwohl versprochen worden war, dies würde nie geschehen. Die Regeln für die EZB dürfen NICHT verhandelbar werden. Dafür hat vor allem auch Berlin in Zukunft mit aller Kraft zu sorgen!

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 30.12.2012 10:20 Uhr
Hinrich Mock
Hinrich Mock (HinrichM) - 30.12.2012 10:20 Uhr

Sehr geehrte Frau Dreier

Die EZB hat nicht nur ihr Mandat überschritten (Damm gebrochen), sondern die Gefahr besteht, daß sie immer mehr zu einer "normalen" Zentralbank mit Aufgaben der Staatsfinanzierung mutiert. Was in der ausländischen Presse übrigens immer wieder lautstark gefordert wird. Das aber ist der Abschied von dem Modell Bundesbank, das Jahrzehnte lang erfolgreich war und das UNSERE BEDINGUNG für die Aufgabe der DM war.

Weidmann betont gerade diesen Aspekt, wenn er sagt, daß eben nicht die EZB Probleme lösen darf, die nach den Vereinbarungen zu Beginn der Währungsunion -also den geltenden Statuten- AUSSCHLIESSLICH in der Verantwortung der jeweiligen Volkswirtschaften liegen. Er sagt, die Krise muß wirtschaftlich gelöst werden und darf nicht weiter durch regelwidrige Interventionen der EZB abgemildert, verzögert und verschleiert werden.

Vielleicht haben Sie Recht und unsere Kredite sind verloren trotz der hemdsärmeligen Rettungsbemühungen. Das aber ist wieder eine andere Frage.

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Elisabeth Dreier

Welcher Damm? Die Hilfen und Kredite sind weg. Das verdrängen die Deutschen und das ist das Problem.

Die große Gefahr besteht nun darin, dass ein Damm gebrochen ist und diese Vorgehensweise einreißt". Traget-II-Salden über 700 Mrd., ESM - Mindesthaftung 190 Mrd., welcher Damm soll denn noch brechen? Deutschland unterwarf sich durch diese hektischen Aktionen dem Diktat der Krisenstaaten. Wenn jemand Geld braucht, so muss er in jeder Bank Geduld mitbringen für eine vernünftige Besprechung der Sachlage, aber bei den Krisenstaaten, wie Griechenland galt dies nicht. Von allen Seiten nur Hektik. Warum?
Die Deutschen wollen diese Beträge einfach nicht zu ihren Schulden zählen, wollen diese Summen nicht verlieren, daher werden weitere Rettungen folgen. Eben weil nicht einmal der Normalbürger ehrlich zu sich selbst ist. Das an Südeuropa verliehene Geld ist weg, aber sehen will es keiner. Daher klammert/e man sich an A. Merkel, daher ist sie so populär. Und daher findet auch keine offene Diskussion statt, weil es im Grunde alle wissen, aber nicht einräumen wollen, auch ein J. Weidmann nicht.

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Birgitt Ochs

wenn es mehr Menschen wie Herr Weidmann

in der Politik gäbe, wäre Deutschland nicht in dieser Schieflage.

Ehrlichkeit, Sachverstand und vor allen Dingen Rückgrat, welches diesen Mann auszeichnen, fehlt den gesamten Volksvertretern.

Ich wünsche Herrn Weidmann, dass ihm von seiten der Bundesregierung die Rückendeckung entgegengebracht wird, die er verdient.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 30.12.2012 11:37 Uhr
Gerhard Storm

Wer Draghi liebedienerisch huldigt, kann nicht auch Sachverstand haben u. auf Weidmann hören!

Bin voll Ihrer Meinung, Birgit Ochs.

Nach der Pfarrerstochter Gelübdebruch - so lange ich lebe - und dem Abtauchen ins Draghi-Lager, zu dem sich auch der unfähige Wendehals-Schäuble gesellte, bestehen für die Deutschen vorerst kaum Möglichkeiten dem Damoklesschwert ewiger Renten für die Sorglosstaaten, insb. GR, bzw. Inflation zu entrinnen.

Das Kartell dummer €-Retter-Dilettanten, zu denen sich neben Brüssel u. der EZB auch Merkel u. Schäuble zählen dürfen, besteht aus einer amorphen Menge gleichdummer Scheinexperten, die sich gegenseitig die Steigbügel halten, damit das €-rettungsverrückte Schuldenkrise-Karussell schön in Schwung bleibt, blindlings in die gleiche Richtung, ohne Hirn u. Verstand.

Mahnungen des brav für D kämpfenden Weidmann dürfen die Fahrt der Dummen nicht beeinträchtigen. Leider sitzen die zahlenden Deutschen mit im Wagen, nur wissen es die wenigsten bzw. können es nicht glauben.

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Klaus Michael Strauss

Benchmark Bundesbank

Dank für dieses Interview zu geldpolitischer Nachhaltigkeit.

Nach einigen eher schwachen Präsidenten zur rechten Zeit mit Jens Weidman wieder eine Persönlichkeit, die den unveräußerlichen Grundsätzen einer unabhängigen Notenbank folgt.

Hochaktuell das fiktive Gespräch Adenauers mit Karl Blessing im Almanach des Bundespresseballs 1957. Die provisorische Notenbank in Frankfurt sollte analog zu Montanunion und NATO durch eine europäische Zentralbank in Köln ersetzt werden. Nicht um Regeln sondern um Institutionen ginge es erstrangig, meinte der Alte.

Kleinanleger wie Pensionsfond, Angestellter wie Unternehmer, arm wie reich, jung wie alt braucht eine stabile Währung mit Verzinsung über der Teuerungsrate.
Billigeres Geld dient alleine Akteuren des Finanzsektors aber nicht der Realwirtschaft.

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Udo goldstein
Udo goldstein (goldi53) - 29.12.2012 19:48 Uhr

Weitere, offene und nicht geklärte Fragestellungen

Die Äußerungen von Hr. Weidmann sind alle Nachvollziehbar, was ich aber vermisse sind substanzielle Äußerungen wie zum Thema der Bankenregulierung, des Targets-Themas, bzw. wie er den gordischen Knoten zwischen der Kreditaufnahme der einzelnen EU Länder und der gleichzeitigen Bewertung dieser Anleihen zu Marktpreisen regeln will, ohne das eine „Staatsfinanzierung“ über die EZB wiederum Kredite für die Banken zur Verfügung stellen muss, da diese ansonsten bankrott gehen. Hierbei spielt das Thema „to big too fail“ eine überragende Rolle, dass bis heute auch noch nicht Ansatzweise europa/weltweit gelöst worden ist. Die momentan geführte Debatte über die Bankenaufsicht kann nur ein aller erster Schritt sein um diesem Thema gerecht zu werden. Sowohl die Politiker wie aber auch die EZB haben in nicht allzu ferner Zukunft hier noch erhebliche „Hausaufgaben“ zu erledigen.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 30.12.2012 13:19 Uhr
Andreas Damm

Warum denn nicht?

Warum soll nicht einmal eine Bank (auch eine große, von mir aus) pleite gehen.

Nur so kann unser monitäres Traumgebilde wieder auf den rechten Kurs gerückt werden.

In meinen Augen beobachten wir seit mindestens 5 Jahren im gesamten Bankengewerbe (europaweit!) eine verschleppte Insolvenz nach der anderen.

Wir zahlen doch immer nur Beträge, die die Zinseszinsen für einen bestimmten Zeitraum abdecken und dann geht das ganze Spiel wieder von vorne los.

Das ganze Geld, was in die Banken-"Rettung" verpulvert wird, könnte viel besser in anderen Bereichen des gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lebens angewendet werden.

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Leo Grazer
Leo Grazer (afis) - 29.12.2012 19:20 Uhr

Ein standhafter Mann umgeben von politischen Feiglingen

Die folgenreichste Entscheidung der letzten Jahre, nämlich im Zweifelsfall die Geldruckmaschinen unbegrenzt anzuwerfen, unterminiert alles wofür die Geldpolitik der Bundesbank einst stand. In Europa haben nun andere Länder das sagen. Länder die früher vornehmlich durch hohe Inflation und ständiges Abwerten ihrer Währung auffielen. Heute hingegen zielt deren Politik konsequent darauf ab die eigenen Staats- und Bankenschulden den anderen Eurostaaten (vor allem Deutschland) aufs Auge zu drücken. Doch anstatt sich dieser Attacken zu erwehren spielt die deutsche Politik auch noch begeistert mit. Da wird jeder neue Rettungsantrag eines Pleitelandes gefeiert wie ein Weltmeistertitel. Jeder Bank die sich verspekuliert hat werden umgehend Multimilliarden an Steuergeldern ins dekadente Hinterteil gestopft. Die Initiatoren im Kanzleramt tanzen derweil (unter tosendem Beifall der Opposition) vor Begeisterung auf den Tischen. Ein Schauspiel von seltener Abscheulichkeit.

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Mercedes Flamenco

Pluralismus in die FAZ

Gestern Schäuble: Das schlimmste der Finanzkrise ist Vergangenheit.
Heute Weidmann: Die Krise ist lange noch nicht beseitigt.
Ergo: Einer von beiden hat die Sachen nicht im Griff, obwohl beide hochrangige Entscheidungen treffen müssen.
Hoffen wir auf ein gutes Los.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 30.12.2012 13:14 Uhr
Andreas Damm

So ein Quark

Das ist doch eine Nullsummen-Äußerung.

Schäuble hat keinen Erfolg im Sinne des Volkes und im Sinne des Landes, welches er vertritt und für dessen finanzpolitische Geschicke er die Entscheidungen treffen soll, WEIL er sich den Realitäten gegenüber verschließt.

Weidmann hat zumindest den Erfolg, daß er wesentlich mehr Vertrauen genießt als der Finanzminister.

Was für Erfolge soll denn ein seriöser Buchhalter in einer Firma haben, deren mafiöse Geschäftsführung sich dauernd über die Empfehlungen des einzigen realistischen Fachmannes hinwegsetzt?

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29.12.2012, 15:29 Uhr

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