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Beispielloser Rettungsschirm 750 Milliarden zum Schutz des Euro

Die EU will die Währungsunion stützen, koste es, was es wolle: 500 Milliarden Euro stellt Brüssel bereit, dazu kommen 250 Milliarden Euro vom Internationalen Währungsfonds. Die Europäische Zentralbank kündigt an, auch direkt Anleihen hoch verschuldeter Euro-Staaten zu kaufen.

© REUTERS Vergrößern Stütze für den Euro: Die EU geht ungewöhnliche Schritte

Die EU will mit einem gigantischen Schutzschirm für hochverschuldete Euro-Länder die Währungsunion vor dem Zerfall bewahren. Die Finanzminister der 27 EU-Länder beschlossen nach stundenlangen Krisengesprächen in der Nacht zum Montag in Brüssel einen Kreditrahmen von insgesamt 500 Milliarden Euro. Der Internationale Währungsfonds (IWF) soll mindestens noch 250 Milliarden Euro dazulegen. Die Europäische Zentralbank (EZB) flankiert die Vorkehrung gegen Schuldenkrisen durch den Aufkauf von Staatsanleihen und Geldmarktoperationen (Notenbanken beginnen mit dem Kauf von Anleihen). Die beispiellose Krisenabwehr soll nach dem gerade erst abgewendeten Kollaps Griechenlands Spekulationen auf eine Zahlungsunfähigkeit weiterer verschuldeter Euro-Staaten - darunter des Schwergewichts Spanien - stoppen.

„Das zeigt, dass wir den Euro verteidigen werden, koste es, was es wolle“, sagte Währungskommissar Olli Rehn. „Es gibt ganz klar ein systemisches Risiko und eine Bedrohung für die finanzielle Stabilität von Eurozone und EU, es handelt sich nicht nur um eine Attacke auf einzelne Länder.“

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Die Einigung der EU-Finanzminister hat dem Dax am Montag einen kräftigen Schub gegeben. Auch der Druck auf den Euro ließ nach (Euro-Rettungsschirm beflügelt die Märkte).

rehn 01 © AFP Vergrößern „Den Euro verteidigen, koste es, was es wolle”: EU-Finanzkommissar Olli Rehn

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die Brüsseler Entscheidungen verteidigt. „Dieses Paket dient der Stärkung und dem Schutz unserer gemeinsamen Währung“, sagte Merkel am Montag in Berlin. „Wir schützen das Geld der Menschen in Deutschland.“ Dieses Paket sei notwendig, weil es eine Attacke gegen den Euro gegeben habe. „Es ist einmalig in der Geschichte des Euro und der Europäischen Union.“ Die Ursachen der Krise müssten nun an der Wurzel angepackt werden. Alle Mitgliedsstaaten müssten ihre Haushalte in Ordnung bringen.

Konzertierte Aktion Japans, Englands und Nordamerikas

Auch internationale Notenbanken springen Europa bei. Sie kündigten die Wiedereinführung von sogenannten Swaplines an, über die die Versorgung des europäischen Bankensystems mit Fremdwährungen sichergestellt werden soll. An der konzertierten Aktion sind neben der EZB die Bank of Japan, die Federal Reserve in den Vereinigten Staaten, die Bank of England sowie die Notenbanken der Schweiz und Kanadas beteiligt. Bei Swaplines handelt es sich um Fremdwährungsgeschäfte unter den Zentralbanken, die sicherstellen sollen, dass zum Beispiel die Banken in der Euro-Zone leicht an Dollar kommen. Hier hatte es zuletzt Probleme gegeben.

Hirohide Yamaguchi, Vize-Notenbankchef der Bank of Japan, begründete die Beteiligung Japans am Bündnis der Währungshüter damit, dass die Finanzierungsschwierigkeiten in Europa den weltweiten Finanzmärkten schaden könnten. Allerdings sagte er auch: „Die aktuellen Bedingungen sind nicht vergleichbar mit der Zeit nach dem Lehman-Schock.“ Erst am Freitag hatte die japanische Zentralbank angesichts der Turbulenzen an den Finanzmärkten in Folge der Griechenland-Krise zwei Billionen Yen (17 Milliarden Euro) in den Geldmarkt gepumpt. Es war die größte derartige Notmaßnahme seit Dezember 2008, als die BoJ Finanzinstituten wie Banken und Brokerhäusern wegen der globalen Finanzkrise ebenfalls zwei Billionen Yen über den Geldmarkt bereitgestellt hatte. Eine ähnliche Geldmarkt-Operation hatte sie zuletzt Ende vorigen Jahres im Kampf gegen die Deflation unternommen.

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