http://www.faz.net/-gqe-8cn3q
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER
F+ Icon
F.A.Z. PLUS
abonnieren
F.A.Z.-Index -- --
DAX ® -- --
Dow Jones -- --
EUR/USD -- --

Veröffentlicht: 21.01.2016, 15:00 Uhr

Kampagne Banken spenden für Verbleib Großbritanniens in der EU

Die Engländer stimmen in diesem Jahr über den Verbleib in der EU ab. Die großen Banken fürchten ein Beben - und unternehmen erste Schritte gegen den „Brexit“.

© dpa Großbritannien will über den Verbleib in der Europäischen Union abstimmen.

Große US-Banken wollen Großbritannien in der EU halten. Insidern zufolge spenden Goldman Sachs und JPMorgan hohe Summen an eine Kampagne, die das Land vor einem Austritt aus der Europäischen Union (EU) (“Brexit“) bewahren will. Goldman Sachs stelle eine beachtliche sechsstellige Summe zur Verfügung, sagte eine mit den Plänen vertraute Person. JPMorgan bereite eine ähnlich große Spende vor, sagte eine weitere Person.

Auch Morgan Stanley zählt demnach zu den Unterstützern. Dies unterstreicht die Angst vor den Folgen eines Austritts. Der britische Premierminister David Cameron hat versprochen, das Volk bis Ende 2017 über einen Verbleib des Landes in der EU abstimmen zu lassen. Vorher will er das Verhältnis mit Brüssel neu aushandeln, um vielleicht so den Brexit zu verhindern. Bei dem Weltwirtschaftsforum in Davos warb er dafür.

Mehr zum Thema

Ein Sprecher der pro-europäischen Kampagne „Britain Stronger in Europe“, wahrscheinlich der Empfänger der Gelder der beiden US-Banken, sagte, die Unterstützer kämen aus verschieden Bereichen. „Dazu gehören Philanthropen und Geschäftsleute, die Stellenstreichungen und Preiserhöhungen fürchten, sollten wir austreten.“ Solange noch kein Datum für das Referendum feststeht, sind Spenden ohne Einschränkungen möglich. Unmittelbar davor werden sie gedeckelt. Für die anti-europäische Kampagne „Leave.EU“ kommen die Spenden von Goldman und JP Morgan nicht überraschend. „Das Referendum wird eine Kampagne des britischen Volkes gegen etablierte internationale Banker, multinationale Steuerhinterzieher und realitätsfremde Politiker“, sagte Mitbegründer Arron Banks.

Das in der EU-Geschichte einmalige britische Referendum wird voraussichtlich noch in diesem Jahr im Sommer oder Frühherbst abgehalten. Die EU-Befürworter auf der Insel geraten zunehmend in Bedrängnis, denn die europäische Flüchtlingskrise ist Wasser auf die Mühlen der Europa-Gegner. In diesem Monat ergaben zwei Meinungsumfragen, dass eine Mehrheit der Wähler für den Ausstieg des Landes aus der EU ist. Premierminister Cameron will den „Brexit“ zwar verhindern, hat dabei aber nicht einmal seine eigene Regierung geschlossen hinter sich.

Politische Marktlücke

Von Heike Göbel

Die Saarländer haben der FDP die kalte Schulter gezeigt, lautet die bittere Wahrheit. Dabei hatten die Liberalen eigentlich ein breites Programm. Für den Bundestag könnte es eng werden. Mehr 57 55

Abonnieren Sie den Newsletter „Wirtschaft“

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden
Zur Homepage