http://www.faz.net/-gqe-8cn3q

Kampagne : Banken spenden für Verbleib Großbritanniens in der EU

  • Aktualisiert am

Großbritannien will über den Verbleib in der Europäischen Union abstimmen. Bild: dpa

Die Engländer stimmen in diesem Jahr über den Verbleib in der EU ab. Die großen Banken fürchten ein Beben - und unternehmen erste Schritte gegen den „Brexit“.

          Große US-Banken wollen Großbritannien in der EU halten. Insidern zufolge spenden Goldman Sachs und JPMorgan hohe Summen an eine Kampagne, die das Land vor einem Austritt aus der Europäischen Union (EU) (“Brexit“) bewahren will. Goldman Sachs stelle eine beachtliche sechsstellige Summe zur Verfügung, sagte eine mit den Plänen vertraute Person. JPMorgan bereite eine ähnlich große Spende vor, sagte eine weitere Person.

          Auch Morgan Stanley zählt demnach zu den Unterstützern. Dies unterstreicht die Angst vor den Folgen eines Austritts. Der britische Premierminister David Cameron hat versprochen, das Volk bis Ende 2017 über einen Verbleib des Landes in der EU abstimmen zu lassen. Vorher will er das Verhältnis mit Brüssel neu aushandeln, um vielleicht so den Brexit zu verhindern. Bei dem Weltwirtschaftsforum in Davos warb er dafür.

          Ein Sprecher der pro-europäischen Kampagne „Britain Stronger in Europe“, wahrscheinlich der Empfänger der Gelder der beiden US-Banken, sagte, die Unterstützer kämen aus verschieden Bereichen. „Dazu gehören Philanthropen und Geschäftsleute, die Stellenstreichungen und Preiserhöhungen fürchten, sollten wir austreten.“ Solange noch kein Datum für das Referendum feststeht, sind Spenden ohne Einschränkungen möglich. Unmittelbar davor werden sie gedeckelt. Für die anti-europäische Kampagne „Leave.EU“ kommen die Spenden von Goldman und JP Morgan nicht überraschend. „Das Referendum wird eine Kampagne des britischen Volkes gegen etablierte internationale Banker, multinationale Steuerhinterzieher und realitätsfremde Politiker“, sagte Mitbegründer Arron Banks.

          Das in der EU-Geschichte einmalige britische Referendum wird voraussichtlich noch in diesem Jahr im Sommer oder Frühherbst abgehalten. Die EU-Befürworter auf der Insel geraten zunehmend in Bedrängnis, denn die europäische Flüchtlingskrise ist Wasser auf die Mühlen der Europa-Gegner. In diesem Monat ergaben zwei Meinungsumfragen, dass eine Mehrheit der Wähler für den Ausstieg des Landes aus der EU ist. Premierminister Cameron will den „Brexit“ zwar verhindern, hat dabei aber nicht einmal seine eigene Regierung geschlossen hinter sich.

          Weitere Themen

          May verliert wichtige Abstimmung im Oberhaus Video-Seite öffnen

          Doch kein Brexit? : May verliert wichtige Abstimmung im Oberhaus

          Das House of Lords wandte sich gegen Mays Plan, die Zollunion mit der Europäischen Union zu verlassen. Stattdessen sind Minister verpflichtet, über ihre Anstrengungen zum Verbleib in der Union zu berichten. Allerdings ist nicht explizit vorgeschrieben, dass die Regierung einen Verbleib aushandeln soll.

          Topmeldungen

          Technik-Wettlauf : Ein Weckruf für die Zukunft Europas

          Die Bilanz der Vordenker der Europäischen Kommission zum Stand der Künstlichen Intelligenz in der EU fällt ernüchternd aus. China und Amerika haben demnach überholt. Eine Chance gibt es aber noch.

          Amokfahrt in Toronto : Getrieben vom Hass auf Frauen?

          Ermittler haben Hinweise darauf gefunden, dass der Amokfahrer von Toronto von einem kalifornischen Amokläufer fasziniert war. Der hatte Grässliches über Frauen geschrieben.

          Große Koalition : Streit über Familiennachzug spitzt sich zu

          Union und SPD können sich nicht auf Quoten für den Nachzug Angehöriger von subsidiär geschützten Bürgerkriegsflüchtlingen einigen. Niedersachsens Innenminister Pistorius spricht von ermüdenden Spielchen der CSU.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.