10.09.2012 · Seit Monaten warnen Ökonomen vor hohen Risiken in der Bilanz der Deutschen Bundesbank im Rahmen des Zahlungsverkehrssystems Target. Im August sind die Forderungen der Bundesbank gegen die EZB auf den Rekordwert von 751 Milliarden Euro gestiegen.
Von Stefan RuhkampRichtlinien für Lesermeinungen
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EZB ist eine unmögliche Notenbank!
Was die EZB in den Südländern tut, ist, die Stelle der sich zurückziehenden Gläubiger zu nehmen, nicht nur beim Kauf von Anleihen, auch bei dieser Geschichte der Target II Salden. Das steht in Widerspruch mit der Aufgabe einer Notenbank.
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 12.09.2012 12:17 Uhrdas ist zu pauschal
die Stellung der zurückziehenden Gläubiger bezieht nicht "die EZB" sondern effektiv (!) die Buba. Das Risiko wird vollkommen auf die Buba abgeladen, der potentielle Gewinn (Zinsen) aber schön "demokratisch" auf alle EZB-Mitglieder verteilt.
... dass die Südstaaten kein großes oder zumindest
vordringliches Interesse am Abbau dieser Ungleichgewichte haben, scheint
klar zu sein ...
Frau M verstehe ich immer weniger. Wieso handelt sie nicht aus, dass D
für jeden Euro angemessen verzinst wird - die Südstaaten
kommen doch auch immer mit solchen Zeugs. Das sind doch nichts anderes
als verdeckte Subventionen von D an das EZB-System, oder sehe ich das
falsch?
TargetSalden - ich versteh es nicht
Ich versteh es wirklich nicht, obwohl ich seit 10 Jahren bei einer Bank arbeite. Sie sagen, dass Geld fliesst ab aus den finanzschwachen Ländern in die Banken der finanzstarken. Warum hat dann die BuBa eine Forderung? Dann hätte die doch wohl eine Verbindlichkeit, oder versteh ich hier etwas nicht? Der 2. Punkt ist angeblich die Kapitalflucht: wenn ich Geld aus einer griechischen Bank abziehe und zur Sparkasse Böblingen bringe, warum hat dann bitte schön die Bundesbank eine Forderung gegen die EZB? Es gibt glaube ich kein Thema, das so unverständlich ist, wie das Thema Target. Was hier in diesem Artikel geschrieben wird, macht einfach kein Sinn. Wenn die BuBa eine Forderung hat, muss Griechenland eine Verbindlichkeit haben. Das geht hier null hervor. Und übrigens: bzgl. Leistungsbilanzungleichgewichte: ein Handelsdefizit ist i.d.R ein Zeichen, dass es einem Land gut geht, Weil es mehr importiert als exportiert. Das ist gut. Das hiesse für Griechenland, dass es das Geld!
Antworten (10) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 12.09.2012 12:13 Uhrfahren Sie mal vorsichtig ihren Ton zurück
vielleicht lesen Sie mal etwas zum Thema LTRO und erkenne, dass südliche Notenbanken genau solche Geschäfte tun bzw. unterstützen und damit die überhängenden Targetsalden überhaupt erst ermöglicht haben. Wenn die Buba als Gegengeschäft das gleiche tut, soll das plötzlich "unsinnig" und verboten sein?! Die Währungskatastrophe ist schon lange da und eskaliert bisher nur deswegen nicht, weil die Buba über Target 2 bereits unbeschränkt Kredite verteilt. Fahren Sie doch bitte ihre Meinungsstäkre etwas runter, wenn Sie keinen Überblick haben....
Wie soll so was gehen?!
Die BuBa kann es nicht, dürfte es nicht, wenn sie es könnte, und so ein unsinniges Geschäft würde nur zu einer Währungskatastrophe führen. Ist es jetzt klar?
Re:
Das streng sollte man das nicht sehen. Wie man mit bestehenden Regeln kreativ umgeht zeigen die südlichen Notenbanken nun schon länger. Zudem wäre ich auf die Argumentation der anderen Zentralbanken gespannt - das können nur Eigentore werden.
Das von Ihnen beschriebene Gegengeschäft ...
... klann und darf die BuBa nicht machen.
...
Das von mir beschriebene Gegengeschäft der Buba würde das Zahlungsbilanzdefizit aufheben und damit auch dessen Abbildung im Target 2. Die Handelsbilanzdefizite bleiben davon unberührt. Es handelt sich nur um eine Umschichtung: raus aus Target 2, rein in Staatsanleihen der Südländer.
Target 2 ist ein Mechanismus der EZB/ESZB und nicht irgend ein Geschäft der BuBa, ...
... das durch massenhafte Assetskäufe ersetzbar wäre.
meine Güte
für Sie nochmal ganz deutlich: Wenn die Buba ihr Forderungen nicht per Target 2 verbuchen würde, würde sie genau wie die Schweizer Notenbank massenhaft Assets aus fremden Ländern ansammeln. Die SNB fängt pro Monat (!) 100 Mrd. € an Leistungsbilanzüberschüssen + Fluchtgeld (hier wohl der größere Anteil) ab, indem sie SFR druckt, gegen Euros tauscht und diese direkt in deutsche Staatsanleihen investiert (deshalb die Minizinsen für dt. Staatanleihen z.Zt). Ich muss hier nichts erfinden, denn das Paradebeispiel läuft schon über 1 Jahr. Man muss nur hinsehen.
Verstehen Sie es nicht? Kein Problem!
Dann sind Sie fortgeschrittener als viele Leute, die es angeblich verstehen.
das Problem
ist der Unterschied zwischen Zentralbankgeld und normalen Geld wie Sichteinlagen. Target 2 ist sehr schwer zu verstehen, deshalb ist es einfacher man modelliert das Problem anders: Angenommen es gäbe nicht "den" Euro sondern 17 nationale Euros (den deutschen, den niederländischen, den griechischen usw.). Die NZB hätten dabei verabredet, dass der Kurs der nationalen Euros zueinander bei 1:1 gefixt werden soll. Was müssten die NZB dann tun? Immer dann, wenn ein Handelsungelichgewicht besteht müsste die Differenz durch die NZBs aufgefangen werden, d.h wenn bsp. mehr Nachfrage nach deutschen Euros besteht da D mehr exportiert als importiert, müsste die Buba diese Euros drucken und zum Kurs 1:1 verkaufen (genau so, wie es die SchweizerNZB seit der 1,20 SFR-Bindung tut). Folge: Im Gegenzug würde die Buba immer weitere nichtdeutsche Euros ansammeln (was sie heute nicht tut, sie stellt heute stattdessen nur Targetforderungen auf).
Sie sind auf dem richtigen Weg...
Es war einmal in 2006 (und solange ist das her...), da waren
Targetsalden fast bei null.
Richtig - Buba hat eine Forderung gegen EZB, die EZB gegen die gr.
Nationalbank. Und die gr. Nationalbank gegen die gr. Bank X, von der das
Geld abgezogen wurde. Nur, die X hat keine anderen Assets, um die
Forderung zu begleichen, also bleibt die "Kette" bis zur Buba
stehen. (Target 2 der gr. Notenbank ca. EUR 100 Mrd, Spanien/Italien je
ca. EUR 400 Mrd)
Umgekehrt - die Buba hat nur Targetforderungen, um die Einlagen der dt.
Banken bei ihr zu bedienen, sollten diese abgerufen werden. Und der Teil
ist viel spannender.
Hilft das?
Und dann geht es weiter. Weil X keine Einlagen hat, "leiht"
aka druckt die gr. Nationalbank Euros, genannt ELA (ca. Eur 100 Mrd beim
letzten hinsehen, kann inzwischen auch mehr sein). Und seit Donnerstag
kann X auch Bueromoebel bei der EZB hinterlegen, weil die
Sicherheitsanforderungen gesenkt wurden, um bekommt Refi Geld. Betrag
unbekannt, der fuer toxic...
USW. USW.
4 laufende Krisen, 2 stehen vor der Tür - und wir balgen uns derweil um abgenagte Knochen.
1. Riesige platzende Geldblase - auch Japan, USA, UK, China betroffen.
2. "Eurokrise" >wahnwitziges Zahlungsbilanzungleichgew.
>mit Euro keine Lösung für 1+2.
3. Überproduktion in vielen Bereichen (Autos).
4. Weltweite polit./wirtschaftl. Krise: Asiatischer Raum+Rußland
trennen sich vom "Petrodollar", 2011 im Iran eröffnete
Ölbörse nimmt keine USD an. "Demokratisierung" der
"Achse des Bösen" haut nicht hin, "Retter"
wurden in Syrien gestoppt. Trotz massivem Aufwertungsdruck aus den USA
>China wertet Yuan ab >die USA wackeln bedenklich >Reaktion
darauf offen.
5. + 6. Energie-, Rohstoffkrise demnächst in diesem Theater.
Europ. Politiker haben sich zu sehr auf die USA verlassen (keine eigene
Verteidigung, keine Energie-/Rohstofflager), diese werden aber keine
Skrupel haben, Europa für ihr eigenes Überleben zu opfern.
Schröders einziger Verdienst (Achse Paris-Berlin-Moskau) wurde von
den US-Befehlsempfängern Schäuble/Merkel zunichte gemacht
>Untergang, wir kommen! >wozu TARGET2?
Targetsalden könnten von Bundesbank proaktiv abgebaut werden
indem die Bundesbank in den Krisenländer private Töchter gründet und die dortigen NZB anweist ihren Töchtern so viel Geld zu überweisen, dass sich die Targetsalden ausgleichen (z.Zt Italien 300 Mrd., GR 110 Mrd. €). Mit diesen "Peripherieeuros" kaufen die Tochterinstitute dann die jeweiligen Staatsanleihen auf. Folge: Targetsalden werden auf 0 zurückgefahren und stabilisiert und Deutschland hat keine wertlosen, niedrigverzinsten Forderungen mehr gegen das EZB-System sondern höherverzinste gg. die jeweiligen Länder und die Refinanzierungskosten der Krisenstaaten verbilligen sich. Man könnte diesen Mechanismus auch so weit übertreiben, dass Deutschland Nettoschuldner im EZB System wird (bsp. ggü. Frankreich :D ) - Wenn es soweit ist, vermute ich eine höhere Bereitschaft im EZB-Rat dieses System endlich zu reformieren =) MfG
Antworten (7) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 11.09.2012 21:13 Uhr... Danke
... Leuchtet ein. Es ist aber für die Bundesbank ebensowenig möglich Töchter in anderen Staaten zu gründen, wie die Bundesregierung dort Filialen betreiben konnte. Das ist der Haken ...
...
das hat auch überhaupt niemand gesagt. Vielleicht einfach nochmal lesen.
Sie können nicht jene, die das Geld hierher brachten, zwingen, das Geld woanders zu bringen
Deswegen kann niemand, außer diesen vielen und jeder dieser vielen, die das Geld brachten, es umkehren.
das Thema ist kompliziert, sonst nichts....
was bitte ist denn so schwer daran zu verstehen, dass wenn der Mechanismus der zu positiven Targetsalden führt auch umgekehrt werden kann, damit dieser Saldo abgebaut wird?? Was wollen Sie mit dem ersten Satz sagen? Wohin kommt Geld?
Es kommt Geld, egal ob es deutsches Geld aus gekündigten/nicht verlängerten Krediten,
... aus Exportüberschuss oder aus Kapitalflucht. Überweisungen mussen über die Zentralbankkonten der Geschäftsbanken laufen. Die Targetforderungen sind die Deckung dieser Einlagen bei Geschäftsbanken. Sie machen es komplziert, und ihr kompliziertes Konstrukt erlaubt Ihnen einen unmöglichen "proaktiven Abbau der Salden".
nein
Eben nicht. Die EZB schuldet der Buba momentan 751 Mrd. € über Target 2. Dieser Saldo ist entstanden, weil das Handelsbilanzdefizit der südeuropäischen Länder seit Ausbruch der Finanzkrise nicht mehr durch Kapitalströme von Deutschland nach Südeuropa kompensiert wird. Bis dahin hatten deutschen Versicherungen, Banken usw. in Größenordnungen südeuropäische Staatsanleihen gekauft oder anderweitig Kredit dahin vergeben. Seit diesem Zeitpunkt baut Südeuropa Targetschulden ggü der EZB, Deutschland baut Targetforderungen ggü der EZB. ERGO: Südeuropa verschuldet sich mittels Target bei Deutschland bzw der Buba. Die Konditionen dieser Art der Verschuldung sind äußerst attraktiv (für Südeuropa), sie kann NIEMALS fällig gestellt werden und der Zinssatz entspricht dem Leitzins v 0,75% (d.h weniger als die Zielteuerung).
Wie soll so was gehen?!
Die EZB schuldet der BuBa, was die BuBa hiesigen Geschäftsbanken schuldet.
Ein unüberhörbarer Paukenschlag wäre...
…wenn die Parlamentarier, denen bewusst ist, was mit der
derzeitigen „Euro Fehlkonstruktion“ angerichtet wird,
sofort lautstark zu den „Freien Wählern“ wechseln.
Offensichtlich finden sich bei den „Freien Wählern“
Politiker, die eine realistischere Europa Politik anstreben.
Besser ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende…Merkel
fürchtet natürlich diesen Schritt, denn dann würde auch
bei den 60% Angie Fans deutlich, was „Mutti“ angerichtet hat
mit ihrer richtungslosen Trippelschritt Politik und damit aus der Traum
von weiterer Kanzlerschaft ab 2013.
Souveräne Staaten mit unterschiedlicher Wirtschaftskraft und
Mentalität lassen sich nun einmal nicht einfach über eine
gemeinsame Währung zusammen „zwingen“… wir
wurden in allen Bereichen während der letzten 10 Jahre
diszipliniert und sollen jetzt „teilen“… die
derzeitigen Reaktionen in den „Südstaaten“ und auch in
den Foren unserer Medien zeigen: es wird hier ehr ein Flächenbrand
erzeugt, als ein starkes Europa geschaffen…
Wenn er nichts gesagt hätte, würden die Bürger sich immer noch fragen, warum die Politiker sich erpressen lassen. ARD, ZDF und DRadio vermitteln dem Bürger kein ausreichendes Bild der Situation. Sie haben mangels Kompetenz und politischer Involviertheit versagt und ihren eigenen A.. gerettet.
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 11.09.2012 10:44 UhrEin verzerrtes Bild der Situation gibt B.Z. Ullstein GmbH/Axel Springer AG
Heute viel in meinen Händen ein Exemplar der Berliner "B.Z." Zeitung. Offensichtlich für ESM. Was macht die Bild?
Ist nun einfach nur noch eine "Bad Bank", die die Schrottanleihen von Schrottländern aufkauft.
Target 2 ist für PIGS wie eine Geldmaschine.
Denn das beste an dem System ist ja, dass je mehr ein Grieche
besipielsweise in D kauft (zB Immobilie, Autos, etc.), desto mehr Geld
steht der nationalen Notenbank dort wieder zur Verfügung. Denn der
Käufer zahlt zwar mit seinem Geld, dieses verlässt aber
niemals das Land. Es verbleibt für weitere Ausleihungen bei der
nat. Notenbank. Während die dt. Bundesbank dem dt. Verkäufer
die Kaufsumme erstattet und dann eine Verbindlichkeit gegen die EZB hat.
Die wiederum eine (uneinbringliche) Forderung an die griech. Zentralbank
hat, denn es werden ja nur wertlose griech. Staatsanleihen hinterlegt.
Man kann das nicht oft genug wiederholen, denn dieses System ist so
haarsträubend, dass man nur noch den ganen Tag schreien
möchte. Die Dummheit, die dahinter steckt, von dem oder denen, die
dieses System einst gemacht haben.
Und es passt wunderbar in die kranke Gedankenwelt eine GS_Italo_Daraghi.
Wir nähern uns des jährlichen Gesamtexport
der 2011 etwas mehr als 1000 Mrd. Euro betrug.
Aufgrund der von Herrn Rohlfs (Kommentar siehe unten) völlig zu
recht zitierten Ausführungen Prof. Sinns, hätte Deutschland im
Falle einer Nichtbegleichung dieser Target-Salden, bildlich betrachtet,
bereits jetzt die an das Ausland gelieferten Güter eines
dreiviertel Jahres ohne Gegenleistung geliefert!
Der Volksmund nennt das "verschenkt"!
Und selbst wenn der Euro weiterbestehen sollte, fällt es bei diesen
Zahlen schwer, an eine Begleichung der Schuld zu glauben.
DAS nenne ich mal eine "Candle-Stick-Formation"...
Nicht nur die reine Höhe erschreckt, die Dynamik ist noch schlimmer.
Rette sich, wer kann.
Wie seit 2008: ich empfehle Gold (das knackt bald sein historisches Hoch
in EURO), Schweizer Franken und Norwegische Kronen. Der EURO muss und
wird sich in Luft auflösen.
Und niemand hält das auf...
Erpressbarkeit Deutschlands wird erhöht, um es bei der Stange zu halten!
Seit Draghis putschartigem Handstreich glaube ich nicht mehr an
Zufälle. Ich glaube eher an ein abgekartetes Spiel. Und das geht so:
Es ist ja für Spekulanten eine ideale Situation: Ein griechischer
Millionär verkauft die Schrottanleihen über seine Bank an die
EZB und überträgt damit das Ausfallrisiko im wesentlichen auf
die deutschen Steuerzahler.
Dann überweist er die Millionen nach Deutschland und erzeugt damit
eine Forderung der EZB gegen das insolvente Griechenland. Gleichzeitig
erhöht sich die Forderung der Bundesbank gegen die EZB um denselben
Betrag, da diese gemäß Target-Vereinbarung das Geld auf das
deutsche Konto des Griechen überweisen muss. Beim Versuch, die
Salden auszugleichen, wird Schäuble staunen!
Man muss als nur aus den bereits oder demnächst insolventen
Südländern seine Millionen auf ein deutsches Konto
überweisen, um Deutschlands wertlose Forderungen gegen die EZB auf
Billionenhöhe zu bringen. Anschließend geht es weiter ins
Nicht-EU-Land Schweiz.
Genial!
Nie wieder wähle ich eine dieser undemokratischen Blockparteien
Gesucht wird eine Partei/Organisation, die freiheitlich, demokratisch, sozialmarktwirtschaftlich, eigentumsbejahend ist....wahrscheinlich führt in einer Demokratie kein Weg an dem Schweizer Modell des Plebeszit vorbei
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 10.09.2012 22:07 UhrSecond best
Lieber Herr Roitzsch, viele Menschen dieses Landes leiden mit Ihnen.
Ihr Vorsatz ist daher sehr zu begrüßen.
Falls jedoch keine der auf dem Stimmzettel der kommenden Wahl
befindlichen Parteien das von Ihnen skizzierte Anforderungsprofil
erfüllt, sollte man der Resignation widerstehen und die Stimme auch
mal einer Partei geben, die nicht der Idealvorstellung entspricht.
Diese zweitbeste Lösung ist auf jeden Fall dem tradierten Verhalten
vorzuziehen, eine der linkskapitalistischen Systemparteien nur deshalb
zu wählen, weil sie die geringsten Ablehnungsgründe auf sich vereint.
Und besser als eine Stimmenthaltung ist es auf jeden Fall, da eine
geringe Stimmbeteiligung nur ein Randbemerkung ist, bevor dann die
Parlamentsitze und Ämter (vulgo: „Plätze an den
Futtertrögen des Staates“), entsprechend der abgegebenen
Stimmen verteilt werden.
Hat Merkel inzwischen völlig ihren Verstand verloren?
"Man könne sicher lange diskutieren, wo die Grenze des Mandats
verlaufe,"erklärte sie heute vor
CDU-Delegierten. Wo, um Himmels Willen und selbst bei angewandter
Dialektik, sind Grenzen, bei "unbegrenzt", wie vom EZB
verlautbart, auch nur zu erahnen?
Merkel, Schäuble & Co interessiert doch nicht die Euro-Rettung,
die haben nur ein langfristiges Ziel:
Die voll-durchsozialisierte Transferunion in Gestalt eines
Groß-Europas, ohne lästige Demokratie-Regeln.
Zum Beleg einige Schäuble-Zitate:
„Wir brauchen andere Formen internationaler Governance als den
Nationalstaat...Und heute schaffen wir etwas Neues...Ich bin bei aller
krisenhafter Zuspitzung im Grunde entspannt, weil wenn die Krise
größer wird, werden die Fähigkeiten Veränderungen
durchzusetzen größer.“
und
„Wir können die politische Union nur erreichen, wenn wir eine
Krise haben.“
Und klar, in dieser politischen Union wird nur Deutschland seine
Souveränität aufgeben, die anderen werden nur so tun als ob ...
Die Hochverräter sitzen in der Regierung
wie Sie, sehr geehrter Herr Schmid, zutreffend beschrieben haben.
@Horst Johnson: Kommt der Knall jetzt, sind die Verluste riesig - aber wenigstens begrenzt
In die Tiefe gerissen wird Deutschland dadurch nicht.
Das ist erst der Fall, wenn man die "Retter" weitermachen
lässt und der ESM unterschrieben ist.
750 Mrd. Target-2-Saldo: 3/4 des Nettoauslandsvermögens damit weg / Deutschland bald Nettoschuldner
H.W. Sinn „Wir sitzen in der Falle“, FAZ v. 18.02.2012, zu
den Target-2-Forderungen der BuBa ggü. der EZB:
„Wo liegen die Risiken? -
Wir können die Forderungen nie fällig stellen. …
Zerbricht der Euro, haben wir … eine Forderung gegen ein System,
das es nicht mehr gibt. … jeder weiß, dass wir 500
Milliarden Euro verlieren, wenn der Euro zerbricht. … Die Summe
könnte übrigens nochmal dramatisch wachsen, weil die EZB die
Menge der akzeptierten Sicherheiten ... ausweiten will. Diese Kredite
werden ... zur weiteren Aktivierung der Druckerpresse im Süden
verwendet werden. Heute besteht schon die Hälfte des deutschen
Nettoauslandsvermögens aus Forderungen der Bundesbank gegen das
EZB-System. Geht es nach dem Willen der EZB, könnte die andere
Hälfte bald auch noch weg sein.“
.
3/4 des deutschen Nettoauslandsvermögens sind also weg. Machen die
"Retter" weiter, geht es ans Inlandsvermögen, Deutschland
wird zum Nettoschuldner. Die hart erarbeiteten
Handelsüberschüsse waren damit für die Katz.
Kurz vor dem Eurozusammenbruch
Gestern meldete die Münchner Rück die Möglichkeit des Szenario eines Eurocrashs, seine Bedeutung und die Kosten werden dort schon durchgespielt. Die Krise rückt immer näher und womöglich nimmt das ganze in den nächsten Wochen?/Monaten? mehr an Fahrt auf. Zur selbigen Zeit geht Gold einem neuen Höchstkurs entgegen. Die Target Salden sind ein Abbild wiehoch Deutschland mit im Boot ist. Kommt der Knall werden wir mit in die Tiefe gerißen. Mit der nun fälligen Richterentscheidung bekommt D sein Fallbeil. Knallt es, wird eine Lawine losgehen. Der Euro war und ist eine politische Währung, die demokratisch unlegitimiert uns übergestülpt wurde. Unter der deutschen Mark wäre dies nie eingetreten und Frieden würde in Europa bestehen.
Das Ende mit Schrecken, aber........
"The Economist" recherchierte dass der Austritt der PIGSZ
-Länder aus dem Euro, Deutschland einmalig "nur" 500 Mrd.
Euro kosten würde. "The Merkel Memorandum | The
Economist", googeln. Eine ausgezeichnete und detaillierte Analyse.
Jetzt aber bewegen sich die Langzeit-Kosten im mehrstelligen
Billionen-Bereich. Hat Schubladen-Schäuble denn keine Experten, die
ihm das hätten auch ausrechnen können? Kann er nicht einmal
bei den Linken anfragen, auf welcher Etage sich der Wissenschaftliche
Dienst des Bundestages befindet oder wenigstens seinen Kumpel Gutti
diesbezüglich anrufen?
Britische Billion = Eine Billionen Euro
Sehr geehrter Herr Rimkus, danke für Ihren konstruktiven Beitrag.
Herr Kramers Zitat "... bewegen sich die Langzeit-Kosten im
mehrstelligen Billionen-Bereich" deuten Sie, es müsse sich um
die amerikanische "billion", mithin deutsche Milliarde(n) handeln.
Zwar ist die Quelle britischen Ursprungs - im engl. Englisch wird
zwischen "milliard" (10 hoch 9) und "billion" (10
hoch 12) unterschieden -, doch wäre es durchaus möglich, die
US-amerikanische Nomenklatur übernommen zu haben.
Ohne den besagten Artikel selbst gelesen zu haben, sprechen jedoch
folgende Gründe gegen diese Annahme:
Auf Basis Herr Kramers Wiedergabe des Artikels:
Wenn schon die einmaligen Kosten eines Austritts auf 500 Mrd. Euro
veranschlagt werden, was von der Größenordnung her mit
anderen Quellen korrespondiert, erzwingt es m.E. die Plausibilität,
wenn die prognostizierten Langzeit-Kosten Billionen Euro nach deutschem
Verständnis betragen; zumal keine Angaben über die Länge
von "Langzeit" vorliegen.
Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende
Sehr geehrter Herr Kramer,
vielen Dank für Ihren guten Beitrag.
Mit anderen Worten: die Kosten eines Austritts oder das Ende des Euro
werden für Deutschland sehr teuer, sein Verbleiben im oder das
Weiterbestehen des Euro jedoch noch viel teurer.
Der an der Helmut-Schmidt-Universität in Hamburg Volkswirtschaft
lehrende Prof. Dr. Dirk Meyer schrieb 2011:
"Die Lasten eines Austritts durch Umstellungskosten,
EZB-Abschreibungen, eingegangene Rettungsverpflichtungen sowie
Vermögensverluste auf Auslandsanlagen summieren sich auf 250 bis
350 Milliarden Euro. Dies entspricht etwa 10 bis 15 Prozent des
deutschen Bruttoinlandsprodukts (BIP). Sie sind das Lehrgeld für
die Anmaßung einer Klasse von „Euro-philen“
Politikern, die glauben, ökonomische Wahrheiten mißachten zu können."
The Merkel Memorandum | The Economist
Danke für die Empfehlung - ich hätte nicht mit einer so intensiven Betrachtung aus der britischen Berichterstattung gerechnet. Die genannte Größe Billion müsste einer Milliarde entsprechen - sonderbar, das wäre amerikanisch. Mich interessiert, wer den Artikel geschrieben hat.
Schäuble muss unbedingt zur Rechenschaft gezogen werden
Herr Sinn wird abermals bestätigt, und sehr bald wird Herr Wolfgang Schäuble wieder allen Leichtgläubigen Sand in die Augen werfen und von Milchmädchenrechnungen fabulieren. Im Prinzip braucht man nur alle unzähligen widersprüchlichen Äußerungen des Eurofanatikers und Machtmenschen Wolfgang Schäuble zusammenzutragen und sie den Fakten und sogar seinen eigenen Äußerungen gegenüberzustellen, um ihn öffentlich zu vernichten. Wenn der Euro stürzt, wird Herr Schäuble nicht müde werden, allen Leuten die Schuld zuzuschieben, die ihn in seinen Machenschaften zur Schaffung seiner "neuen Form der Governance", weit weg von allen demokratischen Prinzipien, mit Hilfe der Fundamente unseres Rechtsstaats bremsten. -Man kann nur hoffen, dass es einen Weg gibt, um Politiker vom Kaliber eines Schäubles juristisch zur Rechenschaft zu ziehen. Denn die fundamentale Fahrlässigkeit, mit der Schäuble unser Land in unfassbare Haftungsrisiken manövriert hat, spottet jeder Beschreibung.
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 11.09.2012 11:55 UhrWünschenswert, doch schwer vorstellbar
Lieber Herr Samwer, Gratulation zu Ihrem brillanten Kommentar.
Ihre Forderung, oder abschwächend ausgedrückt, Ihr Wunsch
läßt unweigerlich Erinnerung an die Nürnberger Prozesse
nach dem Zusammenbruch des Dritten Reiches aufkommen.
Daneben gibt es noch einen aktuellen Fall, zu dem die bundesdeutsche
Situation durchaus Parallelen entwickeln könnte: der Prozeß
gegen die ehemalige Ministerpräsidentin der Ukraine Julija Tymoschenko.
Eine ehemalige Regierungschefin wegen Handlungen zum Schaden der eigenen
Nation anzuklagen, ist recht ungewöhnlich. Unabhängig ihrer
Schuld oder Unschuld im Sinne der Anklage, was zu beurteilen, aus der
Ferne sehr schwer ist, scheint allein die Befürchtung eines
ähnlichen Verfahrens, die Sympathie der sogenannten politischen
Elite Deutschlands für die Angeklagte zu erklären.
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