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Eurokrise Frankreich hat Defizitziel für 2012 klar verfehlt

Frankreich hat 2012 sein Ziel bei der Neuverschuldung des Staates verpasst. Das Defizit betrug im vergangenen Jahr 4,8 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP), vor allem wegen der kostenintensiven Rettung der französisch-belgischen Krisenbank Dexia.

© REUTERS Vergrößern Frankreichs Präsident Hollande kann mit dem Defizitziel nicht zufrieden sein

Frankreich hat im vergangenen Jahr sein Defizitziel klar verfehlt. Anstelle einer von der Regierung angestrebten Neuverschuldung von 4,5 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) lag das Defizit 2012 bei 4,8 Prozent, wie das französische Statistikamt Insee am Freitag mitteilte. Finanzminister Pierre Moscovici sagte, ohne das entschiedene Handeln der Regierung hätte die Neuverschuldung sogar bei mehr als 5,5 Prozent gelegen.

Frankreichs Gesamtschuldenstand stieg 2012 laut dem Statistikamt auf den Rekordwert von 1,834 Billionen Euro. Das entspricht 90,2 Prozent des BIP. Vorgesehen war eine Gesamtverschuldung von 89,9 Prozent. 2011 hatte die Verschuldung noch bei 85,8 Prozent gelegen.

Rekapitalisierung der Krisenbank Dexia schlägt zu Buche

Dass das Defizit für 2012 deutlich höher ausfällt als bislang angenommen liegt unter anderem an der im Dezember erfolgten Rekapitalisierung der Krisenbank Dexia. Die Staatsausgaben stiegen zudem stärker an als geplant. Zu Buche schlägt auch, dass die Angaben zum Defizit im Jahr 2011 nach oben korrigiert wurden, von bislang 5,2 Prozent auf 5,3 Prozent des BIP.

Finanzminister Moscovici versicherte im Sender RTL, die Regierung habe ein noch deutlich höheres Defizit verhindern können. „Wenn es nicht die Korrekturmaßnahmen gegeben hätte, die wir im Sommer beschlossen haben, wäre das Defizit angesichts eines Nullwachstums 2012 auf mehr als 5,5 Prozent angestiegen.“ Frankreich habe bedeutende Anstrengungen unternommen, um das „strukturelle Defizit“ zu senken - also das von der Konjunktur unabhängige Defizit.

Bei den Sozialkassen viel gespart

Moscovicis Ministerium verwies auf eine im Sommer beschlossene Steuerreform, die sieben Milliarden Euro „mobilisiert“ habe. Bei den Sozialkassen sei fast eine Milliarde Euro mehr gespart worden.

Die französische Regierung hatte erst kürzlich eingestehen müssen, auch für dieses Jahr das Defizitziel von drei Prozent nicht einhalten zu können. Staatschef François Hollande bestätigte vor rund zwei Wochen erstmals eine Prognose der EU-Kommission, wonach die Neuverschuldung angesichts des schwachen Wirtschaftswachstums wahrscheinlich bei 3,7 Prozent liegen wird.

In der Europäischen Union gilt eigentlich die Maßgabe, dass das Defizit nicht mehr als 3,0 Prozent des BIP betragen darf. Für die Gesamtverschuldung gilt theoretisch eine Obergrenze von 60 Prozent des BIP. Frankreich will nun 2014 die EU-Obergrenze für das Defizit einhalten.

Quelle: AFP

 
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Veröffentlicht: 29.03.2013, 12:30 Uhr

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