22.04.2012 · Gold und Immobilien werden immer teurer. Es ist viel Geld in der Welt. Platzt bald die nächste Blase?
Von Patrick BernauRichtlinien für Lesermeinungen
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"Die klassische Inflation scheint fast ausgestorben" sagt die FAZ, nicht alles ist,
wie es scheint, sage ich. Ludwig Erhard spricht, als wäre es heute:
"Schließlich mußte ich mich immer wieder gegen
diejenigen wenden, die da glaubten und verkündeten, daß nur
aus einer fortdauernden, wenn auch nur leichten Aufweichung der
Währung jene Impulse erwachsen könnten, die auf Dauer eine
wirtschaftliche Expansion sicherstellen. Nachdem das wirkliche Leben
manche Dogmen theoretische und praktisch überwunden hat, scheint es
mir an der Zeit zu sein auch diese letzte und vielleicht sogar
efährlichste Illusion zu zerstören. Die Inflation kommt nicht
über uns als ein Fluch oder als ein tragisches Geschick; sie wird
immer durch eine leichtfertige oder sogar
v_e_r_b_r_e_c_h_e_r_i_s_c_h_e__ P_o_l_i_t_i_k__
h_e_r_v_o_r_g_e_r_u_f_e_n." (Hervorhebung im Original!) Noch
Fragen? Die Inflation, Hyperinflation und der vierte deutsche
Staatsbankrott nach 1923, 1948 und 1989 scheint nicht nur zu kommen. Er
kommt, und zwar innerhalb der nächsten fünf Jahre.
Haben Sie nicht noch eine mögliche Blase vergessen? Der Öl-Preis (mit dem die Benzinpreise einhergehen...) scheint auch alle Kennzeichen einer Blase zu erfüllen!
Bitte verharmlosen Sie nicht die Inflationsgefahr, die aus Draghis
unverantwortlichem Dicke-Bertha-Gehexe, den Schrottanleihen und den
T2-Kontokorrenten resultiert. Die Volkswirtschaft ist keine
Wissenschaft, sondern eine wissenschaftlich verbrämte
Meinungsäusserung - also Vorsicht bei Ihren Aussagen.
Es bleibt dabei: Die explodierende Geldmenge ist nicht besichert! Es
handelt sich also um bunte Euro-Papierchen, hinter denen keine Materie
und nichts Erarbeitetes steckt! Dass die neu gedruckten oder unbaren
neuen Euro die Inflation noch nicht in der Breite losgetreten haben, ist
ein Wunder. Man kennt aber die "galoppierende" Inflation. Die
geht ab auf Pfiff. Und dann gibt es kein Halten mehr, auch keine
Anti-Dicke Bertha. Dann müssen die Euroscheine jeweils den Aufdruck
"-millionen" bekommen. Alles schon da gewesen !
Nun ja, das liest sich ja alles ganz nett, aber warum suchen wir nicht vor der eigenen Haustür
Und da kann man über die Geldentwertung und ihre Folgen eine Menge lernen. Vor der Einführung des Euro hatte z.z. ein normaler Arbeitnehmer DEM 2.500 an Rente, wovon man ganz ordentlich leben konnte. Als der Euro kam schmolz die Rente auf Euro 1.250 - und davon kann man nur mehr schlecht als recht leben. Einen Rentner interessieren Rechenbeispiele wenig, die nichts mit seinem Warenkorb zu tun haben. Und auch das Beispiel der Arbeiterin aus China, so traurig es auch sein mag, aber daß tausende von Arbeitnehmern auch in Deutschland ihren Arbeitsplatz verloren haben, weil die nach China verlagert worden sind, ist auch eine Realität und diese Arbeitnehmer werden nicht damit getröstet, daß auf anderen Sektoren durch Export-Erfolge Arbeitsplätze entstanden sind. Textilarbeiter werden üblicherweise nicht in der Automobil-Industrie beschäftigt. Probleme in anderen Ländern müssen die Verantwortlichen dort lösen und die hiesigen wir selbst. Verantwortung lässt sich nicht globalisieren.
Schuldenmachen muss geächtet werden
Bravo, Herr Bernau, endlich mal eine klare Stellungnahme: Schulden sind
keine Hilfe. Unser Wohlstand wird zur Zeit auch in China gesichert. Es
ist viel zu viel Geld "unterwegs". Es hilt niemandem
wirklich, wenn weitere Wohltaten auf Pump verteilt werden. Die NRW-Wahl
wird zeigen, ob wir Wähler gelernt haben. Haben wir gelernt, dass
wir die Politiker wählen, die ausschließlich "unser
Geld" verteilen? Ein Lob auf die Schuldensenker.
Heinz Spelthahn, Rechtsanwalt, Jülich
Doch so einfach ist es
Geld und Ware müssen in Einklang stehen. Wachstum kommt vom
Arbeiten. Wir geben das Geld für konsumtive Zwecke aus. Das passt
nicht zusammen. Der Glaube an die Zahlungsfähigkeit Deutschlands
beruht nur auf fehlender Inflation. Eine angemessene Inflationsrate
müsste heute schon 2stellig sein, um die Schulden darüber
tilgen zu können. Der Private verschuldet sich ein- oder zweimal im
Leben, um sie 34 Jahren zu tilgen. "Papa Staat" hat das nicht
nötig. Er könnte locker mit dem Geld auskommen, das er
einnimt. Wir haben uns zu sehr daran gewöhnt, dass staatlich das
eintritt, was privat für undekbar gehalten wird: Wünsche
werden immer sofort wahr. Das absurdeste Beispiel: der Überschuss
bei Krankenkassen und Rentenversicherung. Nun will man uns wieder
beglücken. Bis zur nächsten Beitragserhöhung. Wir
Bürger sind schuld, dass wir uns das bieten lassen. Oder gar
fordern.
Heinz Spelthahn, Jülich.
Es gibt produktive und konsumtive Schulden
Richtig, wenn jemand spart, muss ein anderer sich verschulden. Ein
Schneeballsystem wird daraus aber erst, wenn der, der sich verschuldet,
das Geld zur Bezahlung seiner Lebenshaltungskosten verwendet. Denn
danach ist das Geld weg und Tilgungsfähigkeit hat der Schuldner
durch sein Wohlleben nicht gewonnen. Investiert er es hingegen in Waren,
mit deren Weiterverkauf er Gewinn erzielt, in Immobilien, die er
profitabel vermietet, in Werkzeuge oder Kenntnisse, mit denen er die
Produktivität seiner Arbeitskraft steigern kann, dann verbessert
der Schuldner damit seine Fähigkeit zur Schuldentilgung.
Der Vorwurf an die überschuldeten Staaten besteht darin, dass sie
die Schulden zur Finanzierung von Konsum (überlange Renten,
sinnlose Kriege) oder unproduktiven Investments (Renommier-Sportstadien)
aufnehmen und damit keinerlei Grundlage für die künftige
Schuldentilgung legen. Das ist das Schneeballsystem, das nun in Zeitlupe
in der Inflation zusammenbricht.
Schuldensenker
Ganz so einfach ist es nicht. So lange Sie sparen, müssen andere Schulden machen. Und wenn Deutschland spart, dann wird das Geld eben als Rettungsbürgschaften ausgegeben. Das Problem: aus diesem Grund ist das ganze Finanzsystem ein Schneeballsystem. Der Staat muss sich verschulden, damit die Bürger sparen können. Denn ohne Verschuldung gibt es kein Wachstum. Und ohne Wachstum können die Schulden nicht mehr zurückgezahlt werden. Und jetzt ist eben das Schneeballsystem dabei, ans Ende zu kommen. Wenn der Staat keine Schulden mehr machen kann weil die Leute nicht mehr glauben, dass der Staat diese Schulden zurückzahlen kann, dann tritt eine Rezession ein. Und dann glauben die Leute noch weniger, dass der Staat die Schulden zurückzahlen kann. Am Ende steht dann die unvermeindliche Staatspleite. Diese können Sie nur vermeiden, wenn sie auf irgendeine Weise die durch zinseffekte anwachsenden Vermögen abschöpfen. Derzeit wird dies über Inflation gemacht.
Vieleicht sollte man bei dieser Diskussion auch im hinterkopf behalten, ...
dass die Euroschwemme eine Reaktion auf die Dollarschwemme ist die zuerst da war. Ich halte die Geldschwemme allgemein nicht für gut aber den Fehler nur bei uns zu suchen zeigt nur die halbe Wahrheit auf.
die letzte Chance zur Geldschöpfung durch Kredit. Daher wird die
Immoblase in Deutschland sehr bewußt angeheizt, es ist die letzte
Chance dem kaputten Finanzsystem noch 3 bis 5 Jahre Luft zu verschaffen.
Nur noch deutsche Immo-Käufer sind Kreditwürdig, daher findet
diese Blase auch hier statt.
So kann in der EU weniger von einer Immobilienblase wie in den U.S.A. ausgegangen werden, sondern von einer Überdehnung im Sinne der ehemaligen UdSSR, die letztendlich an der Ausweitung eines nicht floatbaren Rubel in zu vielen Ländern, wie jetzt der Euro in der EU, gescheitert ist. Sollte die BRD nicht wissen wohin mit den vielen Euros, so wird dies die EZB für sie erledigen, die mit dem Ankauf von maroden Staatsanleihen der PIIGS+F Staaten den gleichen Effekt wie mit der Immobilienblase in den U.S.A. auslöst und die BRD mit der Ratifizierung des ESM noch eins oben drauf setzen wird. Letztendlich wird die EZB auf ihren faulen Staatsanleihen sitzenbleiben, denn der Betrug mit den faulen U.S.A. Immobilienpaketen dürfte sich unauslöschlich in dem Gedächtnis der Käufer festgefressen haben, die täglich mit ihren ''Bad Banks Depots'' konfrontiert werden, es sei denn, die BRD ist noch einmal so naiv und leitet eine Bankenrettung ein, welches der Mangel an Masse Grenzen setzt!!
Es gibt keine Inflation, weil das zusätzliche Geld ganz einfach die Banken nutzen,
um schlechte Staatsanleihen zu kaufen, die deutlich besser verzinst werden, als sie an die Zentralbank zahlen müssen. Und wenn es schief geht, werden die Banken ja durch die Steuerzahler gerettet. Nachzulesen bei Sinn in "Kasinokapitalismus" und in den Zeitungen, jeden Tag.
Vermögen nicht zu hach bewertet - Krisenszenario zu klein bewertet
"Der deutsche Staat nimmt immer mehr Schulden auf. Die deutschen
Politiker machen den gleichen Fehler wie ihre Kollegen in Portugal und
Griechenland vor einigen Jahren."
Damit ist alles gesagt!
Die Fluchtbewegungen allerdings haben bereits eingesetzt; unter Anderem
in das angeblich (lt. Artikel) zu hoch bewertete Vermögen.
Meine These dazu: Wer sich rechtzeitig in das "zu hoch bewertete
Vermögen" flüchtet, wird sein Vermögen am besten
durch die nächste Krise gewaltigen Ausmaßes bringen!
Es ist schon verwunderlich, wie die FAZ, sonst gerne auf die
Aussagekraft der Märkte verweisend, hier Vermögen glatt als zu
hoch bewertet bezeichnet. Sollte das der billige Versuch sein, die Lage
schön zu reden???
Auch in Sachen Straßenschlachten: Nicht auszuschließen, dass
die FAZ sich noch wundern wird. Man hat in Deutschland schon wegen
kleinerer Angelegenheiten massenhaft Steine geworfen! Potenzielle
Brandstifter verschiedener Coleur sind ausreichend da, teils in
Staatsämtern!
ich möchte mal eine - vielleicht - provokante These in den Raum stellen:
Allen Staatsschuldenkrisen gemein scheint die politische Strategie,
durch schuldenfinanzierte "Geschenke" an das Wahlvolk die
eigene Wiederwahl zu befördern. Es wird sich wohl auch nicht
verhindern lassen, dass die Politiker diesbezüglich die Grenzen
ihrer Möglichkeiten ausschöpfen.
Um so erstaunlicher ist aber doch, dass der Finanzminister nicht noch
deutlich mehr Schulden aufnimmt, wenn die Investoren es ihm schon (fast)
ohne Zins geradezu hinterherwerfen. Es ließe sich doch im Sinne
der Wiederwahlförderung, als auch im Sinne der Defizitsenkung
wirkungsvoll einsetzen. Wie? Z.B. durch Investments des Bundes bei einem
oder zwei der großen Erdöl-Unternehmen. Strategische
Mehrheiten etwa bei BP, Total oder Royal Dutch brächten nicht nur
fette Dividenden für den Bund, sondern zugleich auch
Interventionsmöglichkeiten in der Benzinpreispolitik. Schäuble
würde glatt zum Helden, wenn er den Ölmultis Paroli böte.
Die Politik soll nicht unternehmerisch, sondern strategisch handeln
der Bund hat nicht die Aufgabe, der "bessere" Unternehmer zu
sein, da gebe ich Ihnen Recht. Das gefährdet nur unnötig den
freien Wettbewerb. Jedoch sollte die Politik möglichst weitsichtig
darum bemüht sein, das Land wirkungsvoll vor globalen Krisen zu
schützen. Unabhängig von der Weltwirtschaft wird Deutschland
natürlich niemals sein, aber die hinlänglich bekannten
Gefahrenherde für die Weltwirtschaft (Finanzmärkte,
Ölmärkte, Staatsschulden, Rohstoffversorgung) fordern zwingend
strategisches Denken (und Handeln) seitens der Politik, wenn man dem
Dilemma der Bailouts auf Kosten der Steuerzahler in der nächsten
Krise einigermaßen glimpflich entkommen möchte.
Der Ölmarkt ist eine "Wundertüte". Die viel zu weit
gehende Macht der großen Ölkonzerne ist eine unter mehreren
Ursachen, aber eine gewichtige. Der Wettbwewerb funktioniert sicher
nicht so, wie es eigentlich sein sollte. Für Deutschland geht es
m.E. darum, Abhängigkeiten zu entschärfen und ernsthafte
Alternativen aufzubauen.
Es gibt eine ganz frische Entscheidung...
des BMWi vom 6.4.12 gegen eine Beteiligung des Bundes (KfW) bei der Fa.
Tennet (NL), die die Leitungen für Windkraftanlagen auf See
bewerkstelligen soll.
Historie: Für das Führen von Unternehmen bzw als Anteilseigner
sind Bund, Länder und Gemeinden nicht prädestiniert, weil
diese andere Aufgaben haben als "unternehmerisch" tätig
zu sein. Dafür haben wir Unternehmen oder Investoren, die das Know
How dafür haben und Gewinn oder Verlust tragen. Lohnt sich die
Investition aus unternehmerischen Sicht nicht, ruft man gern nach dem
Staat, der dann das Risiko tragen soll. Das aber ist nicht Aufgabe der
öffentlichen Hand. Siehe Telecom AG, Deutsche Bahn AG oder Deutsche
Post AG, von denen sich der Bund getrennt hat und die nunmehr im
Wettbewerb stehen. Siehe auch Nürnburgring AG mit
Millionenverlusten des Landes Rhl/Pfalz oder Hotelsanierung etc. Der
Staat kann sich mehr um seine wirklichen Aufgaben gem. GG kümmern.
Wie das
Der Teufel wäre wohl auch zurecht los...
grundsätzlich ist das von Ihnen angeführte Gesetz ja auch
notwendig. Zockerei auf Kredit darf es von Seiten des Bundes
natürlich nicht geben. Auf der anderen Seite sollten Gesetze aber
auch so verfasst sein, dass sie strategische Flexibilität nicht von
vornherein unmöglich machen.
In dem von mir angedachten Falle (Beteiligungen bei Total, BP, Royal
Dutch) könnte man mit einer Hedging-Strategie das Verlustrisiko
sogar komplett ausschließen. So würden zwar auch
mögliche Gewinne reduziert, aber der strategische Aspekt der
Beteiligungen wäre dennoch intakt.
Wenn EU-Recht oder Kartellrecht eine solche Strategie nicht zuliessen,
stellt sich aus meiner Sicht dennoch die Frage, ob Deutschland nicht
dringend ein Erdöl-Unternehmen im Staatsbesitz bräuchte, um
nicht weiter handlungsunfähig zu sein gegenüber der
Ölindustrie. Argentinien macht es ja gerade vor mit der Enteignung
von Repsol.
Dagegen spricht das Haushaltsrecht des Bundes (BHO)
Beteiligungen an Unternehmen und dies mit Krediten zu verwirklichen. Der
Bund müsste bei Verlusten haften und dies zu Lasten der
Steuerzahler. Dann wäre der Teufel los.
Denken Sie bspw an die Länder BW (hier:Mappus) oder Niedersachsen
mit seiner VW-Beteiligung, die gegen EU-Recht verstößt.
Vielleicht lässt die Landesverfassung einschl. Haushaltsrecht
Ausnahmen zu?
Inflation ist ein psychologischen Phonemen. Warum akzeptieren wir bedruckte Papierbögen im Tausch für Waren und Dienstleistungen ...weil wir an das System glauben (und es uns seit Geburt so eingetrichtert wurde :-)). Darin besteht auch das Problem mit der Geldmenge, wenn die Leute anfangen an die Inflation zu glauben, wird es sie auch geben. Dem entgegnen Zentralbanken traditionell damit, dass Sie kurzfristig die Zinsen massiv anheben (Jump-condition, d.h. es gibt keinen geordneten Übergang)… aber wer soll das Argument kaufen, wenn die Bilanzen der Zentralbanken voller Schrottpapiere sind – EZB, FED, BOE etc. wären sofort bankrott, sämtliche Banken und Pensionskassen pleite .. nein, soweit würde man es nicht kommen lassen, es wird dann wohl heißen lieber Hyperinflation als Hyperdeflation … im Sinne der 'Preisstabilität'
Immobilienfinanzierungen in Deutschland fast nur noch mit 80%+
Immobilienfinanzierungen in Deutschland werden fast nur noch mit mehr
als 80% abgeschlossen, oft sogar mit 100%.
Das ist eine Gefahr!
80% Finanzierung...
maximal 20% Eigenkapital. Natürlich bekommen Sie das durch, haben
wir auch geschafft und später dann ohne Verlust die Wohnung wieder
verkauft. 5 Jahre praktisch umsonst gewohnt.
Ich habe auch schon angefragt, ich würde sogar eine 100%
Finanzierung erhalten, habe aber kein Interesse.
80% was?
Eigenkapital? Denn ein Hauskauf mit 80% Kreditanteil kriegt hierzulande nicht mal Peter Maier aus der FAZ Kolumne durch. ;) Und das ist gut so!
Es gibt keine Geldschwemme - es gibt eine Kreditschwemme!
Es gibt eine Schwemme an Zahlungsversprechungen (in der Zukunft). Geld
im engeren Sinne (Münzen und Scheine) sind dagegen in vielen EU
Ländern sehr knapp geworden (Griechen kommen kaum noch an Bargeld
... und Kredit bekommen die meisten auch nicht mehr).
Das Märchen von der Geldschwemme soll Leuten Angst vor der
Inflation machen, so dass sie sich weiter verschulden und Immobilien
kaufen. So kann das Ponzi-Spiel der Banken noch etwas am Leben gehalten
werden. Unverantwortlich.
Unsere Geldschwemme ist anders
Druckt Zimbabwe Geld führt das sofort zur Inflation.
Druckt Amerika Geld, dann ist das eine prima Wertschöpfung und
führt nur zum Teil zur Inflation, weil Amerika die Währung
für die halbe Welt stellt.
Würde Europa einfach Geld drucken, hätten wir zum hohen Anteil
eine Geldentwertung und das ausgegebene Geld würden sich alle
europäischen Staaten aufteilen. Unser Fall liegt aber anders. Die
europäischen Südstaaten schöpfen Geld durch Target-Salden
und Ankauf von Staatsanleihen durch die EZB. Dieses Geld muss
zurückbezahlt werden und Deutschland haftet dafür. Deshalb
führt das nicht sofort zu Inflation, sondern erst wenn Deutschlands
Bonität wackelt.
Krise und Inflation liegen nah beianander
Was ist der Unterschied zwischen nicht zahlen und zahlen mit entwertetem
Geld? Wahrscheinlich geht es mit Inflation "stabiler" und
einschleichend, vielleicht deswegen definiert die EZB Stabilität
als ein nicht unbedingt immer zu erfüllendes Ziel einer
schleichenden Inflation von möglichst nah, aber unter 2%.
Deutschland gilt doch nur deshalb als europäischer Musterknabe, weil fast alle anderen Länder noch verantwortungsloser Schulden machen. Wie sieht es denn wirklich aus? Jetzt wird uns ein ausgeglichener Haushalt für 2016 avisiert. Wer erinnert sich heute noch an Hans Eichel, als dieser kurz vor der Jahrtausendwende dieses für 2004 in Aussicht stellte? Jahrelang brummende Konjunktur, aber wie selbstverständlich werden gewaltige neue Schulden aufgetürmt. Irgendwann wird auch in Deutschland die Stunde der Wahrheit kommen, vielleicht sogar schneller als mancher denkt, z.B. wenn sich die sog. Energiewende als undurchdachter, gigantischer Irrweg erwiesen haben wird, und der deutsche Bürger weiterhin den Bau jedes Kraftwerkes erfolgreich verhindert.
Antworten (3) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 23.04.2012 18:50 UhrDer so genannte "Juliusturm", den F. Schäffer als Reserve....
berechtigterweise anlegte, sollte die Besatzungskosten der Alliierten und den Aufbau deutscher Streitkräfte finanzieren, deren Kostenhöhe offen war. Es handelte sich also um ein Ansparprogramm für geplante Investitionen und Kriegsfolgelasten, die zu einem späteren Zeitpunkt realisiert wurden. Schiller folgte Möller und wurde dadurch Superminister (Wirtschaft + Finanzen).
Herr Haupricht,
ganz so schlimm war es nicht. Der erste Finanzminister der BRD, Fritz Schäffer, hat in seiner ersten Amtszeit sogar einen Überschuß erwirtschaftet. Nach Möller gab es noch einen Aufrechten, der u.a. wegen geforderter 2 Milliarden DM zusätzlicher Schulden zurücktrat: Prof. Karl Schiller.
Herr Kraft: Eichel unternahm mehrere Versuche, den Haushalt...
auszugleichen, zuletzt für 2006. Es war Schröder, der dies rigoros ablehnte und Eichel kuschte, statt den Bettel hin zu werfen. Soviel zur Haushaltsdisziplin der SPD. Bisher gab es nur einen SPD-Finanzminister der zurück trat: Alex..Möller. Er konnte nicht akzeptieren, dass das Kabinett ungeniert höhere Ausgaben für ihre Etats forderten und nicht zu Abstrichen bereit waren.
Erstens sind die Mieten oft hochgeschnellt. Zweitens wurde vollkommen unqualifiziert gedämmt, und in den Wohnungen innen nichts gemacht. Drittens wurde sich am Standort nicht an die Vergleichsmieten gehalten. Viertens - die allzu klugen Mieter, welche die hohen Mietpreise für Wohnungen nehmen, welche der Qualität und dem Vergleich nicht Stand halte, tun sich ja keinen Gefallen. Denn die Menschen werden immer weniger verdien, es wird so oder so noch mehr Entlassungen geben, die Kaufkraft ist schon jetzt an manchen Orten unten. Die Mietpreissteigerungen können die Menschen nicht mehr bezahlen - weiterhin wird überall der Wirtschaftsstandort vor Ort noch mehr geschwächt. Je mehr Geschäfte, Kneipen, Läden ect.schließen. Der Kollaps ist vorprogrammiert. Geistige Idioten!
Bei der Zusammensetzung des Warenkorbes zur Berechnung der Inflation
haben offizielle Stellen praktisch alle Möglichkeiten zur
Manipulation.
Äpfel sind halt doch keine Birnen. Danke für diesen Bericht!
Auch "stabile" Preise sind Inflation, ...
... denn wegen des technischen Fortschritts sollten die Preise sinken.
Man sollte weniger Arbeiten müssen, um sogar besser zu leben.
Das Problem ist: Die deutschen Politiker nutzen das Geld nicht, um Schulden zurückzuzahlen.
Ha,ha! Es geht hier ja doch weniger um das Schuldentilgen. Durch unsere EFSF- und ESM-Verpflichungen tickt die Bombe vielmehr an ganz anderer Stelle. Zu der ohnehin bereits hohen Verschuldung des deutschen Staates - seit Merkels "Dienstantritt" übrigens extrem angewachsen wie ja jeder weiß - kommen die tatsächlichen Zahlungen (an die EZB) und die (noch!) "hypothetischen" Zahlungen (Bürgschaften in Höhe einiger hundert Milliarden) hinzu. Glaubt man in der deutschen Politik vielleicht, man könne sich bei einer gebündelten Pleite der Südstaaten und Frankreichs mit dem Argument "Sondertatbestand" den eingegangenen Verpflichtungen einfach entziehen? Mitnichten! Es ist wie mit Reparationszahlungen: niemand wird auch nur einen deutschen Schulden-Cent "vergessen"! Grüße an unsere Enkel!
Gentests machen Aussagen über das Risiko künftiger Krankheiten. Wollen Sie Ihr Risiko kennen?
Sollen Ein- und Zwei-Cent-Münzen abgeschafft werden?
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