http://www.faz.net/-gqe-74b0n

Euro-Krise : Italiens Staatsanwaltschaft will Ratingagenturen vor Gericht bringen

  • Aktualisiert am

Das Kolosseum in Rom lag im Februar im Schnee. Bild: dpa

Italiens Justiz will klären, ob es im Rahmen der Rating-Herabstufung im Jahr 2011 zu Marktmanipulationen gekommen ist - und dabei rechtswidrig vertrauliche Informationen verwendet wurden.

          Die italienische Staatsanwaltschaft will sieben Mitarbeiter der großen amerikanischen Ratingagenturen Standard & Poor´s und Fitch wegen des Vorwurfs der Marktmanipulation vor Gericht bringen. Gegen zwei Mitarbeiter der Agentur Moody’s habe die Anklage ihre Vorwürfe dagegen fallengelassen, teilte die italienische Steuerpolizei am Montag mit. Ein Gericht muss nun entscheiden, ob ein Prozess eröffnet wird.

          Die Justiz hatte schon vor längerer Zeit mitgeteilt, sie untersuche, ob es im Zusammenhang mit einer Herabstufung der Kreditwürdigkeit Italiens im Jahr 2011 durch S&P zu unerlaubten Marktmanipulationen und der rechtswidrigen Verwendung von vertraulichen Informationen gekommen ist.

          Vorwurf: Weitergabe von Insider-Informationen

          So soll geklärt werden, ob vor der offiziellen Verkündung Insider-Informationen weitergegeben wurden. Federführung hat die Staatsanwalt in der süditalienischen Kleinstadt Trani.

          Angestoßen hatten die Prüfungen zwei Verbraucherverbände, die sich über die Auswirkungen der Agentur-Berichte auf die Aktienkurse in Mailand beschwert hatten. S&P hatte damals in einem Rundumschlag die Bonitätsnote mehrerer Euro-Staaten herabgestuft, darunter auch die Italiens. Fitch hatte angekündigt, in Kürze die Bewertung der Kreditwürdigkeit Italiens um ein bis zwei Noten zu senken. Alle drei Agenturen hatten erklärt, sie seien sich keiner Schuld bewusst. S&P bekräftigte am Montag, die Vorwürfe entbehrten jeder Grundlage.

          Quelle: Reuters

          Weitere Themen

          Flughafen erzwingt Zwischenstopp Video-Seite öffnen

          Air Berlin : Flughafen erzwingt Zwischenstopp

          Eine Maschine der insolventen Fluglinie musste auf dem isländischen Flughafen Keflavik am Boden bleiben. Die Flughafengesellschaft teilte mit, Air Berlin habe Flughafengebühren nicht bezahlt.

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.