http://www.faz.net/-gqe-74b0n
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Veröffentlicht: 12.11.2012, 13:57 Uhr

Euro-Krise Italiens Staatsanwaltschaft will Ratingagenturen vor Gericht bringen

Italiens Justiz will klären, ob es im Rahmen der Rating-Herabstufung im Jahr 2011 zu Marktmanipulationen gekommen ist - und dabei rechtswidrig vertrauliche Informationen verwendet wurden.

© dpa Das Kolosseum in Rom lag im Februar im Schnee.

Die italienische Staatsanwaltschaft will sieben Mitarbeiter der großen amerikanischen Ratingagenturen Standard & Poor´s und Fitch wegen des Vorwurfs der Marktmanipulation vor Gericht bringen. Gegen zwei Mitarbeiter der Agentur Moody’s habe die Anklage ihre Vorwürfe dagegen fallengelassen, teilte die italienische Steuerpolizei am Montag mit. Ein Gericht muss nun entscheiden, ob ein Prozess eröffnet wird.

Die Justiz hatte schon vor längerer Zeit mitgeteilt, sie untersuche, ob es im Zusammenhang mit einer Herabstufung der Kreditwürdigkeit Italiens im Jahr 2011 durch S&P zu unerlaubten Marktmanipulationen und der rechtswidrigen Verwendung von vertraulichen Informationen gekommen ist.

Vorwurf: Weitergabe von Insider-Informationen

So soll geklärt werden, ob vor der offiziellen Verkündung Insider-Informationen weitergegeben wurden. Federführung hat die Staatsanwalt in der süditalienischen Kleinstadt Trani.

Mehr zum Thema

Angestoßen hatten die Prüfungen zwei Verbraucherverbände, die sich über die Auswirkungen der Agentur-Berichte auf die Aktienkurse in Mailand beschwert hatten. S&P hatte damals in einem Rundumschlag die Bonitätsnote mehrerer Euro-Staaten herabgestuft, darunter auch die Italiens. Fitch hatte angekündigt, in Kürze die Bewertung der Kreditwürdigkeit Italiens um ein bis zwei Noten zu senken. Alle drei Agenturen hatten erklärt, sie seien sich keiner Schuld bewusst. S&P bekräftigte am Montag, die Vorwürfe entbehrten jeder Grundlage.

Quelle: Reuters

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Sorgen um Konzernumbau Ratingagentur Moody’s stuft Deutsche Bank herab

Die Ratingagentur Moody’s hat die Bonitätsnote der Deutschen Bank wegen eines möglicherweise stockenden Konzernumbaus gesenkt. Mehr

24.05.2016, 06:53 Uhr | Finanzen
Sexueller Missbrauch? Bill Cosby muss vor Gericht

Dem amerikanischen Entertainer Bill Cosby wird wegen Vorwürfen des sexuellen Missbrauchs der Prozess gemacht. Eine Richterin im amerikanischen Bundesstaat Pennsylvania erklärte, die Beweise seien ausreichend für eine Anklage. Mehr

25.05.2016, 09:01 Uhr | Gesellschaft
Geplante Monsanto-Übernahme Ratingagentur droht Bayer mit Herabstufung

Bayer will den umstrittenen Saatgutkonzern Monsanto übernehmen. Dafür hagelt es Kritik. Jetzt auch noch von der Ratingagentur S&P. Mehr

20.05.2016, 17:44 Uhr | Wirtschaft
Costa Concordia Kapitän Schettino wieder vor Gericht

In Florenz hat der Berufungsprozess gegen den früheren Costa-Concordia-Kapitän begonnen. Schettino war im Februar 2015 in erster Instanz wegen fahrlässiger Tötung verurteilt worden. Die Richter legten ein Strafmaß von 16 Jahren und einem Monat Haft fest. Gegen das Urteil legten allerdings sowohl die Staatsanwaltschaft sowie die Verteidigung Berufung ein. Mehr

28.04.2016, 16:30 Uhr | Gesellschaft
Hartes Vorgehen gegen Presse Blockupy-Fotos beschlagnahmt

Die Polizei hat die Wohnungen zweier Journalisten durchsucht und Bilder von Blockupy-Protesten beschlagnahmt. Ein Fotograf will sich wehren. Denn die Polizei ging ungewöhnlich hart vor. Mehr Von Denise Peikert, Frankfurt

20.05.2016, 06:28 Uhr | Rhein-Main

Bayers ignorante Monsanto-Übernahme

Von Carsten Knop

Bayer will Monsanto kaufen – dagegen laufen Aktivisten Sturm. Doch das interessiert Bayer nicht. Das ist ein Problem. Mehr 15 36


Die Börse
Name Kurs Änderung
  Dax --  --
  F.A.Z.-Index --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --

Umfrage Zwei Drittel der Europäer für Grundeinkommen

Gute Idee oder schlicht Schwachsinn? Immer mehr Menschen diskutieren über ein bedingungsloses Grundeinkommen. Die Schweizer stimmen bald ab. Nun kommt eine überraschende Umfrage heraus. Mehr 71

Abonnieren Sie den Newsletter „Wirtschaft“

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden