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Eskalation auf Koreas Halbinsel Südkorea droht mit Abzug aus Sonderwirtschaftszone

 ·  Die Lebensmittel werden knapp und der Nachschub fehlt: Noch verharren gut 600 Südkoreaner in dem gemeinsam mit dem Norden betriebenen Industriepark. Doch die Lage spitzt sich zu.

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Wegen eines Feiertags in Nordkorea haben die Betriebe in der Sonderwirtschaftszone Kaesong nördlich der innerkoreanischen Grenze die Produktion eingestellt. Sowohl das südkoreanische Vereinigungsministerium in Seoul als auch verschiedene Unternehmen berichteten am Freitag, dass die rund 53.000 nordkoreanischen Arbeiter nicht zur Arbeit erschienen seien. „Alle Räder standen still“, hieß es. Es hielten sich noch 608 Südkoreaner in dem Industriekomplex auf.

123 südkoreanische Unternehmen produzieren in diesem einzigen gemeinsamen Wirtschaftsprojekt der beiden Länder mit Billigarbeitern aus dem kommunistischen Nordkorea vor allem Kleidung, Haushaltsgeräte, einfache Maschinen, Plastikuhren und Halbleiter. Nachdem Nordkorea den Beschäftigten aus dem Süden am Mittwoch den Transit durch die entmilitarisierte Zone in das 10 Kilometer nördlich gelegene Kaesong untersagt hat, spitzt sich der Konflikt um dieses letzte Bindeglied zwischen Norden und Süden immer weiter zu.

608 Südkoreaner verharren in Kaesong

Vereinigungsminister Ryoo Kihl-jae drohte am Freitag in Seoul, dass die südkoreanischen Arbeiter notfalls die abgeriegelte Wirtschaftszone verlassen. „Wenn es die Situation erfordert, sind wir gewillt, die südkoreanischen Arbeiter abzuziehen, um ihre Sicherheit sicherzustellen“, sagte der Minister.

Die 608 Südkoreaner, die sich nach offiziellen Angaben am Freitag noch in Kaesong aufhielten, haben die Aufgabe, trotz des ausbleibenden Nachschubs von Zulieferteilen und Lebensmitteln die Produktion so weit wie möglich aufrecht zu erhalten.

Wichtiger Devisenbringer für Nordkorea

Wie unübersichtlich die Lage in Kaesong ist, machen Mitteilungen des Vereinigungsministeriums deutlich, das am Freitag energisch dementierte, die Führung in Pjöngjang habe gefordert, alle südkoreanischen Arbeiter müssten bis zum 10.April ausreisen. Diese Meldungen beruhten auf einem Missverständnis, meldete die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap. Der 66 Quadratkilometer große Industriepark gilt als einer der wichtigsten Devisenbringer für das kommunistische Nordkorea. Er ermöglicht es aber auch südkoreanischen Unternehmen, mit nordkoreanischen Billigarbeitern, die umgerechnet rund 130 Dollar im Monat verdienen, wettbewerbsfähig gegenüber chinesischen Billiganbietern zu bleiben.

Unabhängig davon, ob die nordkoreanischen Arbeiter zum Wochenbeginn wieder wie gewohnt zur Arbeit erscheinen, machen die Nachschubprobleme den Unternehmen zu schaffen. „Ohne neues Material und ohne den Transitverkehr der Lastwagen durch die demilitarisierte Zone müssen die Unternehmen ihre Produktionspläne neu erstellen“, erklärte ein Sprecher. Die meisten Betriebe halten keine großen Lagerbestände vor. So zeigten sich schon nach drei Tagen, in denen der Norden die Grenze für Fahrten aus dem Süden geschlossen hält, erste Versorgungsengpässe. Zudem wird erwartet, dass am Samstagabend weitere 100 Südkoreaner Kaesong verlassen. Da niemand aus dem Süden sie ersetzen kann, wird es schwerer, die Produktion aufrecht zu erhalten.

Lebensmittel für Beschäftige zuweilen schon knapp

Lebensmittel für die Beschäftigten aus dem Süden seien in einzelnen Unternehmen schon knapp geworden, hieß es am Freitag. Derzeit helfen sich die Unternehmen gegenseitig. „Doch in einer Woche werden die Vorräte knapp; dann wird es praktisch unmöglich, dass es Mitarbeiter aus dem Süden in Kaesong aushalten“, berichtete ein Unternehmenssprecher.

Die militärischen Drohungen Nordkoreas und der Konflikt um Kaesong verunsichert zunehmend auch die Unternehmen in Südkorea. Zwar läuft in der Hauptstadt das Wirtschaftsleben normal; doch die Stimmung könnte schnell kippen. Der stellvertretende Finanzminister Choo Kyung-hoo sagte, dass die Regierung die Situation aufmerksam verfolge. Sollten die Finanzmärkte Nervosität zeigen, werde Südkorea „starke Maßnahmen“ ergreifen.

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05.04.2013, 15:54 Uhr

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