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Mittwoch, 19. Juni 2013
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Erste Warnstreiks im Westen 2500 Metaller legen die Arbeit nieder

 ·  Im Metall-Tarifkonflikt zeigt die Gewerkschaft erstmals ihre Kampfbereitschaft. Richtig losgehen sollen die Warnstreiks aber erst nach dem Tag der Arbeit. Porsche-Betriebsratschef Hück, für markige Worte bekannt, erwartet „einen der härtesten Arbeitskämpfe, die wir je hatten“.

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Im Tarifkonflikt der Metall- und Elektroindustrie haben in der Nacht zum Sonntag erste Warnstreiks begonnen. Unmittelbar nach dem Ablauf der Friedenspflicht legten nach Angaben der IG Metall rund 2500 Beschäftigte ihre Arbeit nieder. Schwerpunkt war demnach Bayern mit 1200 Warnstreikenden. Weitere Schauplätze waren Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und Berlin. Richtig anlaufen soll die Warnstreikwelle aber erst ab Mitte der Woche. Der Arbeitgeberverband Gesamtmetall kritisiert, die Warnstreiks seien „unnötig und schädlich“.

Forderungen liegen weit auseinander

Die Gewerkschaft will mit den Aktionen ihren Forderungen für die rund 3,6 Millionen Beschäftigten der Branche Nachdruck verleihen. Die IG Metall verlangt 6,5 Prozent mehr Lohn sowie die unbefristete Übernahme aller Ausgebildeten sowie mehr Mitsprache beim Einsatz von Leiharbeitern. Die Arbeitgeber bieten bislang 3 Prozent mehr Gehalt bei einer Laufzeit von 14 Monaten und sprechen vom „oberen Rand des wirtschaftlich begründbaren Rahmens“.

IG Metall fordert 6,5 Prozent mehr Lohn

Der Betriebsratsvorsitzende des Stuttgarter Autobauers Porsche, Uwe Hück, erwartet einen langen und harten Tarifkonflikt. „Ich glaube, wir werden einen der härtesten Arbeitskämpfe bekommen, den wir je hatten“, sagte Hück in einem Interview mit dem Nachrichtenmagazin „Spiegel“ „Ich bin davon nicht begeistert, aber wir dürfen die Jugend nicht im Stich lassen“, sagte Hück, der für seine wortgewaltigen Reden bekannt ist.

„Daran hat sich Deutschland schon gewöhnt“

Geld sei dabei nicht der große Knackpunkt. „Es geht vielmehr um prekäre Arbeitsverhältnisse und um die Jugend. 40 Prozent aller Beschäftigten unter 25 Jahre haben nach der Lehre befristete Verträge. Daran hat sich Deutschland schon gewöhnt. Die jungen Menschen fühlen sich verraten und verloren.“ Sein Eindruck sei, dass die Arbeitgeber die Situation falsch einschätzten. Sie hätten bereits gedroht, wenn die Gewerkschaft die Forderung nach unbefristeter Übernahme der Auszubildenden nicht zurücknehme, würden sie nicht mehr mit der IG Metall zusammenarbeiten. „Wenn das so weiter geht, befürchte ich das Schlimmste“, sagte Hück.

In Ostdeutschland war die Friedenspflicht bereits früher abgelaufen, dort gab es schon Arbeitsniederlegungen. In der Metall- und Elektroindustrie im Osten gibt es aber weitaus weniger Beschäftigte als im Westen. Die nächste Verhandlungsrunde in der Tarifrunde beginnt am 8. Mai im baden-württembergischen Sindelfingen.

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