13.03.2004 · Beate-Uhse-Chef Lindemann über seine Wachstumsstrategie im Geschäft mit Erotikartikeln und das Gebot für Penthouse in Amerika im Interview mit der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“.
Der Erotikversand Beate Uhse setzt klar auf Gewinn. Dies sagte Beate-Uhse-Chef Otto Lindemann in einem Interview mit der „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung". Beim Gewinn vor Steuern liege die Marge derzeit bei acht bis neun Prozent. Das müsse in ein bis zwei Jahren zweistellig werden. Die Basis für weiteres Wachstum und steigende Gewinne sieht Lindemann geschaffen. „Wir sind nun auch in der Verfassung für einen größeren Schlag."
Selbst wenn sich das Gebot für Penthouse in Amerika nicht realisieren sollte: „Man spricht nun auch in Amerika über Beate Uhse." Die Gesellschaft wolle die Nummer eins auf der Welt werden: „Nicht nur beim Umsatz, da sind wir es schon, sondern auch in der Bekanntheit. Dafür ist es billiger, eine bekannte Erotik-Marke zu kaufen, als Beate Uhse weltweit bekannt zu machen", sagte Lindemann.
Herr Lindemann, warum wollen Sie Penthouse kaufen?
Wir wollen die Nummer eins auf der Welt werden. Nicht nur beim Umsatz, da sind wir es schon, sondern auch in der Bekanntheit. Dafür ist es billiger, eine bekannte Erotik-Marke zu kaufen, als Beate Uhse weltweit bekannt zu machen.
Wie stehen Ihre Chancen?
Etwa 50 zu 50. Seit August 2003 sind wir einer von drei Bietern für General Media, zu dem das Magazin „Penthouse“ gehört. Wir würden 62 Millionen Dollar zahlen für ein Unternehmen, das unter Gläubigerschutz steht.
Und wenn es schiefgeht?
Wäre das keine Tragödie. Es dauerte nur länger, bis wir unser Ziel erreichen, 100 Millionen Dollar in Amerika umzusetzen.
Demnächst locken Sie Frauen in die Häuser von Karstadt-Quelle?
Ja, das ist für die Branche etwas Neues. Wir haben dafür einen neuen Ladentyp entwickelt: sehr hell, sehr freundlich, sehr schön.
Der Name ist ungewöhnlich.
Mae B. wurde bewußt gewählt. Das Wortspiel 'May be - vielleicht“soll eine virtuelle Person verkörpern. Ihre Lebensgeschichte wird in den Läden beschrieben.
Wie viele Geschäfte planen Sie?
2004 werden acht Läden in vier Städten eröffnet: vier bei Karstadt-Quelle und vier Shops in City-Lage. Wenn es gut läuft, könnten in den nächsten Jahren etwa 30 bis 40 Läden hinzukommen.
Sie expandieren auch auf der grünen Wiese - direkt neben Aldi?
Unsere fünf Fachmärkte laufen erfreulich: Die Mieten sind günstiger als in Städten, das Angebot größer. Es gibt viele Parkplätze, und die Kunden können bequem und anonym einkaufen. Wir werden hier weiter expandieren.
Wie verkaufen sich Ihre Filme?
Im Internet sind gute Margen zu erzielen. Wenn die neue Technik DSL sich weiter verbreitet, können Sie selbst längere Filme innerhalb weniger Minuten herunterladen. Mit ISDN dauert das zu lange. Pay per view hat Zukunft und ein hohes Ertragspotential.
Was brächte Ihnen Condomi?
Das ist eine bekannte Marke, die inzwischen auch im Ausland vertreten ist, ein junges Publikum hat und interessante Vertriebskanäle. Kondome sind ein Wachstumsmarkt. Ob wir uns beteiligen, wird sich bis Ende März entscheiden.
Verheben Sie sich da auch nicht?
Nein, Finanzierungsrisiken sehe ich nicht. Unser Standing ist gut.
Wie läuft 2004?
Der Gewinn soll um 13 Prozent und der Umsatz um zehn Prozent steigen. Ein Umsatz von 290 Millionen Euro und ein Gewinn vor Steuern von 21,8 Millionen Euro müßten erreichbar sein.
Und darüber hinaus?
Wir setzen klar auf Gewinn. Beim Gewinn vor Steuern liegt die Marge bei acht bis neun Prozent. Das muß in ein bis zwei Jahren zweistellig werden. Die Basis für weiteres Wachstum und steigende Gewinne ist geschaffen. Wir sind nun auch in der Verfassung für einen größeren Schlag. Selbst wenn sich das Gebot für Penthouse nicht realisieren sollte, man spricht nun auch in Amerika über Beate Uhse.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.394,15 | +1,26% |
| Dow Jones | 12.580,70 | +1,01% |
| EUR/USD | 1,2484 | −0,03% |
| Rohöl Brent Crude | 106,85 $ | −0,38% |
| Gold | 1.579,50 $ | +0,31% |
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