08.01.2013 · Die Kapitalflucht aus den südeuropäischen Krisenländern ist offenbar gestoppt. Nun sinken die infolge der Euro-Krise bedrohlich ausgeweiteten Target-Salden wieder. Die Commerzbank vermutet eine Trendwende.
Von Stefan RuhkampRichtlinien für Lesermeinungen
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Zu erinnern ist noch an den Leserbrief von Hans-Werner Sinn, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.12.2
20.12.2012 Nr. 297, S. 32. Die FAZ debattierte die These "Seit die EZB im August klargestellt hat, dass sie einen deflationären Kollaps des Euro mit aller Macht verhindern würde, ebbt die(se) Kapitalflucht ab. Die Negativsalden Spaniens und Italiens haben sich bereits . . . zurückgebildet." Die Antwort darauf gibt Prof Sinn neben dem Leserbrief auch auf der CESifo Seite unter "Unerwünschter Basareffekt", Leserbrief von Hans-Werner Sinn, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.12.2012, Nr. 297, S. 32. Es ist immer dergleiche Trampelpfad: Erst wird eine flasches Argument unterstellt. Dann wird dies widerlegt. "Was soll nur werden, wenn der gesellschaftliche Diskurs so verflacht?" fragt Prof. Sinn. Dem schließe ich mich an.
Für mich ist das eine Trendwende“, sagt Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank.
So, so, ein Chefsvolkswirt? Der betreibt wohl volkswirtschaftliche
Gesamtrechnung (Pflichtfach 1-2 Semester VWL zu "meiner Zeit")
mit einer einzigen Formel: Target2!-Forderungen.
Im Dezember wurde an GR die 2. Tranche aus dem Rettungsprogramm
ausgezahlt. Aus dem GR-Anleihenrueckkauf wurden 30 Mrd-Forderungen
eliminiert gegen 12 Mrd. Neuschulden, Spanische Banken wurden im
Dezember durch den ESM /ESFFS mit 40?Mrd. refinanziert. All das traegt
auch zu den Veraenderungen der Schuldenverhaeltnisse in der EU bei. Und
dann sind da ja auch noch die steigenden Eventualverbindlichkeiten! Beim
ESM, bei EZB!
Es sieht wohl eher so aus als waeren wir weiter im Trend.
Und eine Bank die sich einen solch einseitig argumentierenden
Chefvolkswirt leistet um Europa gesundzubeten, muss sich auch nicht
ueber einen Sturz ihres Aktienkurses um bis zu 8% an einem Tag wundern.
Meine Interpretation: Es fehlt einfach das Vertrauen in die Bank, dass
sie in der Lage ist noch zu verstehen was um sie herum passiert
Schnell nachgefragt, Herr R., und kurz nachgelesen und runter zitiert:so hatte ich begonnen
Mein Zuruf vertritt aber eine ausdrücklich andere Meinung. Denn ich
hatte Allen Mitforisten aufgezeigt, wo Sie im Buch von Prof Sinn diesen
Sachverhalt analysiert finden. Die Umwidmung der Target Kredite die
vergeben wurden, messen einen in der Vergangenheit erzwungenen Kredit.
Die Zeit, die Ware und die Arbeit sind auf immer verloren. Angeschrieben
auf dem berühmten Bierdeckel des EZB Systems. Diebstahl. Raub.
Falls das nicht so wäre, müssten irgendwo 70 Mrd € im
Haushalt des deutschen Volkes angelandet sein. Das deutsche Volk
bräuchte dann ein
ganzes Jahr lang nicht mehr einen Pfennig (frei formuliert) Steuern
irgendeiner Art entrichten. Das Geld wäre da. Das ist aber alles
nicht so: hier wird einseitig agitiert.
Die Abnahme der Target2 Salden bei der BuBA ist eine erfreuliche Entwicklung. Diese wird auch von der griechischen Notenbank indirekt bestätigt, die einen Zuwachs auf heimischen Einlagekonten registriert. Das bedeutet nichts anderes als ein Vertrauenszuwachs, der die griechischen Sparer veranlasst ihr im Ausland deponiertes Kapital zurückzuholen. Wenn diese Entwicklung in den nächsten Monaten weitergeht: eine durchaus erfreuliche und entspannende Entwicklung. Ulrich Fielitz
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 10.01.2013 18:33 UhrKomplett falsch. Sie kennen sich nicht aus.
Alleine das ein transparentes Konto einen anderen Wert ausweist,
heißt gar nichts.
Vielmehr weit das Vuch die Target Fall im Kapitel 9 auf Seite 266 genau
auf diesen Fall hin. Die Target Kredite sind für immer verloren.
Die Spuren werden nur verwischt: handelt sich wohl eher um einen Fall
von Knechtschaft und eine Menschenrechtliche Frage. Was Sie da andichten
wollen, wurde schon längst analysiert und verrissen.
Den "Experten" der teilverstaatlichten Commerzbank glaub ich
doch alles.
Da gefällt mir der schon erwähnte Artikel aus "The
Guardian" besser.
"Germany is not profiting from the eurozone"
Mir hängt diese EURO-Propaganda so aus dem Hals raus !
Ich bin völlig bei Ihnen!
Die deutsche Presse betreibt 1a Euro-und Europapropaganda.
Seit Einführung der "Großwährung" Euro sind
deutsche Exporte in die Eurozone gesunken. Hier profitiert Deutschland
definitiv nicht.
Um ein Gesamtbild des Dezembers 2012 zu zeichnen, müssen natürlich alle durch die öffentlichen Hände organisierten Kapitalimporte in die Krisenländer auf den Tisch. Also die Entwicklung sämtlicher Target2-Salden und der Rettungsschirme. Hier sind insbesondere auf die Dezember Rettungsschirmzahlungen an Griechenland und Spanien (Überweisungen des ESM für die Bankenrekapitalisierung sind doch noch Dez. erfolgt oder?) zu erwähnen. Es stimmt allerdings, dass die Anfang 2012 durch Draghis Liquiditätsrohrkapierer entfachte Kapitalflucht mit dem darauf im August in größter Not notwendigen Versprechen, notfalls unbegrenzt Staatsanleihen der Krisenländer aufzukaufen, vorläufig beendet werden konnte. Mal sehen wie lange dieses hält, nehmen die Nettoauslandsschulden der Krisenländer weiter zu, wird auch dieser Damm erst getestet werden und dann brechen.
... NIEMAND, außer einer verblendeten (oder erpressten? womit?)
Politiker- und Bürokraten-Kaste die sich dafür schöne
persönliche Vorteile und Karrieren verspricht.
ALLE anderen wollen lediglich zu den Euro(pa)-Gewinnern gehören, zu
Lasten der "befreundeten" Ländern die es rigoros
auszunutzen und auszunehmen gilt.
Tolles Geschäftsmodell zu dem uns auch fast alle Medien
überreden wollen.
Wie lange glauben eigentlich diese Einfaltspinsel in der Com-
merzbank und die anderen Finanzakrobaten in dieser ''EU''
noch, daß die regulären Kapitalmärkte diese Tricksereien der
EZB noch mitmachen!
Bestimmt regelt sich das Targetproblem nicht nach diesem
erhofften Selbstlösungsprinzip, solange die Targetsalden,
wie in den U.S.A., regelmäßig ausgeglichen werden, was
von diesen PIIGS+F+Z Staaten, in diesem fortgeschrittenen
Stadium der Zahlungsunfähigkeit, nicht mehr zu erwarten ist!
Wodurch wurden die Targetsalden ersetzt?
Von ueber EUR 700 auf 650 - ein Tropfen auf den heissen Stein, wenn man
bedenkt, dass es bis 2006 ca Eur 20 Mrd im Monat/Jahresschnitt waren.
Erfolg waere, wenn wir auf 2006er Niveau kaemen... a bit to go.....
Nur, wodurch und wie werden die Targetsalden ersetzt? Werden mehr
Staatsanleihen in Banken geparkt, denn wenn Target sinkt, muss etwas
anderes steigen. WAS?
Ohne Erklaerung, wodurch die Targetsalden "refinanziert"
werden (und was ist mit NL und Lux, den anderen beiden gr.
Targetkreditoren?), ist diese Information eine "Nullmeldung".
Oder ist die Targetbilanz "zu" sichtbar geworden, und muss aus
wahlkampftaktischen Gruenden "versteckt" werden?
Wer oder was re-finanziert die Targetschulden der Periphery?
Das ist beileibe keine Erfolgsmeldung!
Die FAZ ist zu tiefgründig, um diese Meldung so einfach hier stehen
zu lassen. Danke für das Forum! Also breche der Sturm bricht los:
Mit ESM und Scheinreformen hat sich das Klima etwas beruhigt, der
spanische Rentenfonds ist geplündert, der portugisische auch. Um
noch mehr in den €URO-weiten Verteilmechanismus hinein zu
erpressen.
Also rechte Tasche, linke Tasche.
Die Verschuldung aller €URO-Staaten in Jahresscheiben aufaddiert
ergibt weiterhin eine ansteigende Gesamtsituation, eine weiterhin
steigende Gesamtverschuldung, nur FIN ist eine Ausnahme.
Das Abschmelzen der Target 2-Salden heißt heute STEP, EFSF, ESM,
Bazooka, Dicke Bertha, etc. pp.. Nichts ist gewonnen, das Gegenteil ist
der Fall! Reiner Etikettenschwindel!
"On 3 December 2012 the Spanish government formally requested the
disbursement of close to €39.5 billion of funds. On 5 December 2012
the ESM launched and priced notes, which were transferred to the FROB on
11 December 2012."
Die Forderungen sind nicht weg, sondern anders deklariert.
Also wer aus dem Diagramm eine Trendwende ablesen kann,
der muss unbedingt in die Politik, denn solche Schönredner sind
dort immer gefragt.
Die Frage muss allerdings auch lauten, ob es feste Regeln gibt, ab wann
man von einer Trendwende sprechen kann. Wenn die T2-Forderungen
über fast 40 Monate immer weiter ansteigen, dann nach zwei Monaten
mit sinkenden Forderungen bereits von einer Trendwende zu sprechen ist
reiner Zweckoptimismus und grenzwertig unseriös, erst recht von
einem Chefvolkswirt der Commerzbank.
Leider werden auf diese Weise regiert. Nicht wirklich von oben bis unten
vollgelogen, aber mit einer Argumentation wie oben beschrieben. Wir
werden also permanent mit einer sehr eigensinnigen und subjektiven
Version der Vorgänge versorgt.
Fnords wohin das Auge reicht, es hat eine Weile gebraucht das zu
durchschauen und ich kann keinem ernsthaft raten, sich zu intensiv mit
dem Thema politischer Fnord (siehe Wiki) zu beschäftigen. Frei nach
dem Motto: "weh mir was ich sah und weh mir was ich sehe" und
zwar nur sehe und bezahlen muss.
Der Guardian hat einen guten Artikel (engl.) "Germany is not
profiting from the Euro"
Kurze Zusammenfassung - der dt. Maschinenbauer liefert nach Spanien und
bekommt dafuer (indirekt) eine Target 2 Forderung. Wenn Spanien diese
nicht begleichen kann, sind die Maschinen weg und die Buba (aka wir)
schauen in die .....
Zitat aus dem Guardian:
"Draghi has Germany by the throat. Through the Target2 system the
ECB is forcing the Bundesbank to underwrite a large part of
Germany’s eurozone exports with public money. "
Wir finanzieren also unseren "tollen Export" mit
Steuergeldern.
Sehr lesenswert!
(gefunden bei Markusgaertnerblog)
Hier kann ich neben meiner absoluten Zustimmung...
...nur noch anfügen, dass diese Mahnung Hans Werner Sinn schon vor
2 Jahren geäussert hat und sich dabei von der Politik nur Hohn und
Spott einfing.
Zu finden unter youtube "target2 hans werner sinn".
Wenn eine Physikerin wirtschaftet ist dies zu vergleichen mit einem
Bürgermeister, der als Aufsichtsratsvorsitzender einer
Grossbaustelle wie z.B. einem Flughafen tätig wäre - einfach
ein Ding der Unmöglichkeit.
"Kein Land profitiert so viel vom Euro wie Deutschland".
Die Allgemeinheit finanziert die "Exporterfolge" jener Teile
der Industrie, die in die Euro-Zone ausführen. Taschenspielertricks
sind, verglichen damit, redlich. Und Schäuble und Konsorten
verbreiten in bestem Fnord-Neusprech (danke Herr Magiera): "Kein
Land profitiert so viel vom Euro wie Deutschland".
Zu dieser Thematik gab es hier in der FAZ vor nicht allzu langer Zeit
einen hervorragenden Artikel.
deutlich. Mehr als deutlich.
Target 2 ist ein sichtbares Zeichen, dass der Euro nicht funktioniert - immer noch
Und auch von EUR 651 zu den ca. EUR 20 Mrd ist es ja auch noch ein
bisschen. Die Rueckfuehrung auf EUR 20bn (und dieses dauerhaft im
Jahresdurchschnitt) waere ein Erfolg.
EUR 651 bn ist immer noch ungefaehrt ein Jahr Bundeshaushalt, oder?
Target wurde vor der Wahl zu gefaehrlich, und jetzt wurden noch
obskurere Wege (Kauf von Staatsanlei(c)hen durch Pensionsfunds und
andere, die noch nicht oeffentlich geworden sind) finanziert - und Ziel
ist, den dt. Michel zu beruhigen.
Ohne zu erklaeren, wie und durchwas dieses Rueckfuehrung zustande kam,
ist die Information relativ wertlos.... Und wie sieht es in NL, und Lux
aus, den anderen beiden gr. Targetcreditoren?
Warum, liebe FAZ?
dessen Lied ich sing! Die Commerzbank zeigt sich optimistisch, aber
warum? Haben die auch eine Trendwende vermutet, als es plötzlich
wieder mehr Käufer für griechische Staatsanleihen gab? im
Rahmen der Solidaritätsbekundungen und eines geplanten
Schuldenrückkaufes hat sich das nämlich kurzfristig sehr gelohnt.
Irgendetwas publikumswirksam zu vermuten.. Kritisch sein!
Man hat doch mit dem STEP Market (Short term european paper) ...
... eine neue Finanzierungsquelle gefunden. Ein undurchsichtiger Markt mit intransparenten "Wertpapiere", die man bei der EZB als "Sicherheit" gegen frisches Geld hinterlegen kann. Wäre schön, wenn man nicht nur das Sinken der TARGET-Forderungen zur Kenntnis nimmt, sondern auch noch nach dem Warum fragt.
für Prof. Sinns Buchverkäufe?
Auch im Dezember 2011 sanken die T-Forderungen schon mal um über 30 Mrd und stiegen danach weiter - nun hat die Ankündigung unbegrenzter Anleihekäufe durch die EZB vielleicht kurzfristig Wirkung gezeigt (parallel zu anderen Effekten, zB dass sich Banken erneut als "Invesition" mit PIIGS Anleihen beschäftigen), aber daraus eine Trendumkehr zu prognostizieren ist mal wieder unseriös. Angesichts dieser teuren Versicherung zum Anleihekauf hält sich auch die positive Wirkung leicht sinkender T-Salden für Deutschland in Grenzen. Die Kernprobleme der Währungsunion bleiben erhalten: ungleiche Wirtschaftsstärke, viel zu unterschiedliche gesellschaftliche/rechtliche Rahmenbedingungen und vor allem ausufernde Korruption im Süden, an die der Norden sein Schicksal bindet. Die Profiteure sind hauptsächlich Kriminelle: Insiderhandel, Steuerbetrug, schwarze russische Importe, Lobbyismus, Leidtragende die rechtschaffenen Bürger aller Länder, Nord wie Süd.
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