http://www.faz.net/-gqe-75llx
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER
F.A.Z.-Index -- --
DAX ® -- --
Dow Jones -- --
EUR/USD -- --

Veröffentlicht: 08.01.2013, 19:51 Uhr

Entscheidung im Rechtsstreit Lufthansa darf Bonusmeilen abwerten

Nach Auffassung des Oberlandgerichts Köln ist die Abwertung von Bonusmeilen nicht treuwidrig. Gegen das Miles-&-More-Programm der Lufthansa laufen noch mehrere Dutzend Prozesse.

von
© dapd Das Oberlandesgericht hat entschieden: Die Abwertung von Bonusmeilen ist nicht rechtswidrig

Vielflieger müssen mit einer Abwertung ihrer Bonusmeilen leben. Das hat das Oberlandesgericht Köln am Dienstag in einem Verfahren gegen das Miles-&-More-Programm der Lufthansa entschieden, gegen das noch mehrere Dutzend Prozesse anhängig sind (Az.: 15 U 45/12). Geklagt hatte ein IT-Professor, der innerhalb von zwei Jahren knapp 900.000 Bonusmeilen gesammelt hatte.

Corinna Budras Folgen:

Er wandte sich dagegen, dass die Deutsche Lufthansa Anfang 2011 ihren Prämienkatalog mit einer Vorlaufzeit von einem Monat änderte und dabei die Bonusmeilen um bis zu 20 Prozent entwertete. Seitdem müssen Vielflieger mehr Punkte einlösen, um einen Business- oder First-Class-Flug zu erhalten.

Anpassung der Preise nicht treuwidrig

Für die Anpassung der Prämienpreise habe die Lufthansa kein besonderes Bekanntgabeverfahren einzuhalten, entschieden die Richter nun. Außerdem könne die Fluglinie die Teilnahmebedingungen ändern, solange die Fluggäste dadurch nicht „wider Treu und Glauben benachteiligt“ würden. Dies sei jedoch bei einem „durchschnittlichen“ Teilnehmer des Programms mit etwa 12.000 Bonusmeilen nicht der Fall.

Er sei auch schon nach dem früheren Prämienkatalog für interkontinentale Business- oder First-Class-Flüge nicht ernsthaft in Betracht gekommen. Eine Anpassung der Prämienpreise um 15 bis 20 Prozent sei selbst dann nicht treuwidrig, wenn die Inflationsrate zwischen 2004 bis 2010, als der Katalog unverändert galt, bei 12,62 Prozent gelegen habe, fanden die Richter.

Der Kläger zeigte sich in seinem Blog „meilenschwund.de“ überrascht davon, dass sich das Gericht zwar auf einen Durchschnittskunden beziehe, über den aber nie Beweise erhoben habe. „Wir müssen jetzt prüfen, wie und mit welchen Argumenten wir in die Revision gehen können.“

Mehr zum Thema

Quelle: F.A.Z.

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Bundesarbeitsgericht Fluglotsen müssen für ihren Streik zahlen

Eigentlich müssen Gewerkschaften für Schäden durch Streiks kaum haften - bei der kleinen Lotsengewerkschaft ist das jetzt anders. Millionen werden fällig. Mehr

26.07.2016, 17:29 Uhr | Wirtschaft
Bundesinnenminister De Maiziere: Achtsamkeit ja, Veränderung nein

Angesichts mehrer Gewalttaten in Deutschland hat der Bundesinnenminister zu Besonnenheit geraten. Vorschnelle und unüberlegte Entscheidungen sollten vermieden werden, sagte er. Der Rechtsstaat sei stark, die Sicherheitsbehörden gut aufgestellt. Mehr

25.07.2016, 20:20 Uhr | Politik
Parteitag der Demokraten Buh, wie Bernie

Viele Demokraten wollen immer noch nichts von Hillary Clinton wissen. Auf dem Konvent in Philadelphia zeigt sich die Partei gespalten. Bis Michelle Obama spricht. Mehr Von Andreas Ross, Philadelphia

26.07.2016, 17:51 Uhr | Politik
Staatliches Doping IOC schließt Russland nicht von Olympia aus

Die Leitung des Internationalen Olympischen Komitees um den deutschen Präsidenten Thomas Bach hat die russischen Athleten nicht grundsätzlich von den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro ausgeschlossen. Stattdessen sollen die Welt-Sportverbände entscheiden. Mehr

25.07.2016, 15:01 Uhr | Sport
Der Steuertipp Kinderbetreuung durch die Oma

Eltern können zwei Drittel der Betreuungskosten für ihre Kinder als Sonderausgaben von der Steuer absetzen. Darunter können auch die Fahrtkosten der betreuenden Großeltern fallen, hat das Finanzgericht Baden-Württemberg entschieden. Mehr

26.07.2016, 12:51 Uhr | Finanzen

Die Chancen der „Gig-Economy“

Von Britta Beeger

Fest angestellt sind Lieferanten von Online-Plattformen wie Uber meist nicht. Ihre Arbeitskräfte abzusichern, kann sich für Vermittlungsdienste jedoch lohnen. Mehr 1 5

Abonnieren Sie den Newsletter „Wirtschaft“

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden

Grafik des Tages Vier Milliarden für die Türkei

Die Europäische Union lockt Beitrittsländer mit Geld. Vor allem die Türkei hat viel Geld in Aussicht gestellt bekommen für die nächsten Jahre. Mehr 19