Home
http://www.faz.net/-gqe-75llx
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER
Digitale Exzellenz

Entscheidung im Rechtsstreit Lufthansa darf Bonusmeilen abwerten

Nach Auffassung des Oberlandgerichts Köln ist die Abwertung von Bonusmeilen nicht treuwidrig. Gegen das Miles-&-More-Programm der Lufthansa laufen noch mehrere Dutzend Prozesse.

© dapd Vergrößern Das Oberlandesgericht hat entschieden: Die Abwertung von Bonusmeilen ist nicht rechtswidrig

Vielflieger müssen mit einer Abwertung ihrer Bonusmeilen leben. Das hat das Oberlandesgericht Köln am Dienstag in einem Verfahren gegen das Miles-&-More-Programm der Lufthansa entschieden, gegen das noch mehrere Dutzend Prozesse anhängig sind (Az.: 15 U 45/12). Geklagt hatte ein IT-Professor, der innerhalb von zwei Jahren knapp 900.000 Bonusmeilen gesammelt hatte.

Corinna Budras Folgen:    

Er wandte sich dagegen, dass die Deutsche Lufthansa Anfang 2011 ihren Prämienkatalog mit einer Vorlaufzeit von einem Monat änderte und dabei die Bonusmeilen um bis zu 20 Prozent entwertete. Seitdem müssen Vielflieger mehr Punkte einlösen, um einen Business- oder First-Class-Flug zu erhalten.

Anpassung der Preise nicht treuwidrig

Für die Anpassung der Prämienpreise habe die Lufthansa kein besonderes Bekanntgabeverfahren einzuhalten, entschieden die Richter nun. Außerdem könne die Fluglinie die Teilnahmebedingungen ändern, solange die Fluggäste dadurch nicht „wider Treu und Glauben benachteiligt“ würden. Dies sei jedoch bei einem „durchschnittlichen“ Teilnehmer des Programms mit etwa 12.000 Bonusmeilen nicht der Fall.

Er sei auch schon nach dem früheren Prämienkatalog für interkontinentale Business- oder First-Class-Flüge nicht ernsthaft in Betracht gekommen. Eine Anpassung der Prämienpreise um 15 bis 20 Prozent sei selbst dann nicht treuwidrig, wenn die Inflationsrate zwischen 2004 bis 2010, als der Katalog unverändert galt, bei 12,62 Prozent gelegen habe, fanden die Richter.

Der Kläger zeigte sich in seinem Blog „meilenschwund.de“ überrascht davon, dass sich das Gericht zwar auf einen Durchschnittskunden beziehe, über den aber nie Beweise erhoben habe. „Wir müssen jetzt prüfen, wie und mit welchen Argumenten wir in die Revision gehen können.“

Mehr zum Thema

Quelle: F.A.Z.

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Deutsche Bank Zulassung der Fitschen-Anklage steht noch aus

Noch hat das Landgericht in München nicht entschieden, ob es die Klage gegen Jürgen Fitschen, den Co-Chef der Deutschen Bank, zulässt. Doch hat der zuständige Richter schon einmal Termine für die Verhandlungen festgelegt. Mehr

26.02.2015, 18:27 Uhr | Wirtschaft
Köln Piloten-Streik geht weiter

Bei der Lufthansa-Billigtochter Germanwings sind auch am Freitag wegen eines Pilotenstreiks zahlreiche Flüge ausgefallen. Die Reisenden am Flughafen Köln-Bonn zeigten am Freitagmorgen wenig Verständnis für den Arbeitskampf. Mehr

13.02.2015, 14:33 Uhr | Wirtschaft
Plötzliches Winterwetter Dutzende Unfälle in Hessen

Der Schneefall in Hessen hat am Montagmorgen viele Autofahrer überrascht. Es kam zu Dutzenden Unfällen, vor allem in Nordhessen. Einen Schulbus erwischte es im Vogelsbergkreis. Auch Flüge wurden gestrichen. Mehr

23.02.2015, 13:15 Uhr | Rhein-Main
Frankfurt Prozessauftakt gegen mutmaßliches deutsches IS-Mitglied

Vor dem Oberlandesgericht Frankfurt am Main hat der Prozess gegen ein mutmaßliches deutsches Mitglied des Islamischen Staates begonnen. Die Bundesanwaltschaft wirft dem Mann vor, sich im Sommer 2013 den radikalen Islamisten angeschlossen zu haben, die damals noch unter dem Namen Islamischer Staat im Irak und Groß-Syrien Isis bekannt waren. Mehr

15.09.2014, 15:45 Uhr | Politik
Mittagsmörder entlassen Zurück in der Zukunft

Weil er in den Sechzigern fünf Menschen jeweils zur Mittagszeit tötete, wurde Klaus G. als Mittagsmörder bekannt. Fast 50 Jahre saß er im Gefängnis. Jetzt ist er zurück in einer Welt, die eine andere geworden ist. Mehr Von Karin Truscheit, München

27.02.2015, 11:41 Uhr | Gesellschaft
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 08.01.2013, 19:51 Uhr

Glaubwürdigkeit als Markenkern

Von Maximilian Weingartner

Ehrlichkeit ist die wichtigste Eigenschaft von Politikern. Sie können das Wählervertrauen zurückgewinnen. Wenn sie ihren Worten häufiger Taten folgen lassen. Mehr 23 16


Die Börse
Name Kurs Änderung
  Dax --  --
  F.A.Z.-Index --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --

Grafik des Tages Milliardenschwere Startups

Ein Startup, das eine Milliarde Dollar wert ist - ist das noch eine Besonderheit? Scheint nicht so. Mehr

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden