26.09.2008 · In einer Telefonkonferenz will der Verwaltungsrat der KfW an diesem Sonntag darüber entscheiden, ob den bereits suspendierten Vorständen fristlos gekündigt wird. Eine Entlassung müsste noch am Sonntag ausgesprochen werden.
Die beiden wegen der Millionen-Überweisung an die insolvente Bank Lehman Brothers suspendierten Vorstände der staatseigenen Förderbank KfW stehen offenbar kurz vor einer fristlosen Kündigung. Der Verwaltungsrat der KfW will darüber an diesem Sonntag in einer Telefonkonferenz entscheiden. Erst in der vergangenen Woche hatte er die Vorstände Detlef Leinberger und Peter Fleischer suspendiert, weil sie mitverantwortlich dafür seien, dass die Bank trotz der bevorstehenden Insolvenz der amerikanischen Investmentbank noch 320 Millionen Euro überwiesen hatte.
Zeitgleich war die Wirtschaftsprüfgesellschaft PWC mit einer Untersuchung der Vorgänge beauftragt worden. Das Gutachten liegt seit einigen Tagen vor. Da PWC auch langjähriger Hausprüfer der KfW ist, ist davon auszugehen, dass der Verwaltungsrat sich nicht allein darauf verlassen und seine Entscheidung mit einem weiteren Rechtsgutachten absichern wird. Die Kündigungen dürften wohl mit Organisationsversagen begründet werden.
Diskussionen über die Zukunft der Vorstände
Um die fristlosen Kündigungen wirksam werden zu lassen, müssen sie bis spätestens Sonntag ausgesprochen sein, zwei Wochen nach Bekanntwerden der Vorwürfe am vorvergangenen Montag. Insofern ist die Einberufung der Telefonkonferenz am Sonntag ein deutliches Zeichen dafür, dass sich zumindest die Spitze des Kontrollgremiums sicher ist, damit keine Fehlentscheidung zu treffen.
Der neue Vorstandschef der Bank, Ulrich Schröder, hatte zudem den zuständigen Abteilungsleiter für das Risikocontrolling suspendiert, obwohl der zur Zeit der Transaktion in Urlaub war und offenbar nichts von den Vorgängen wusste. Ob auch ihm die fristlose Kündigung überreicht wird oder die Entscheidung gar zurückgenommen wird, ist Gegenstand einiger Gespräche. Der erst seit vier Wochen amtierende neue Vorstandsvorsitzende Schröder, der dadurch selbst unter Druck geraten ist, vertritt allerdings die Ansicht, dass das Risikomanagement in der KfW in diesem Fall versagt hat. Es mangele an den Prozessen, und man habe die sich zuspitzende Lage an den Finanzmärkten nicht sachgerecht nachvollzogen.
Millionen-Überweisung auf Umwegen
Die kritisierte Millionen-Überweisung im Zuge eines Devisentermingeschäftes ist nach F.A.Z.-Informationen auch nicht direkt an die Investmentbank Lehman Brothers geflossen, sondern über die Bundesbank auf dem Umweg über eine in London beheimatete Bank Richtung New York transferiert worden.
Eine Mitteilung der Bundesbank über den Ausfall von Lehman, die, wie es aus dem Umfeld der Bundesbank heißt, am Montagvormittag um 9.31 Uhr an alle Bankvorstände herausgegangen ist, ist in der KfW offenbar niemals angekommen. „Wir haben eine solche Mail bis zur Ausführung unserer Überweisung nicht erhalten“, heißt es aus der Förderbank.
Hat die KfW nun eine D&O-Versicherung oder nicht?
gisbert heimes (gisbert4)
- 26.09.2008, 23:46 Uhr
Bundesbank + Kfw = UNFÄHIG
Alphonse Diable (lediable)
- 27.09.2008, 00:49 Uhr
KfW-Vorstände
Gerd Lehmann (Gerd_L)
- 27.09.2008, 00:56 Uhr
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Thomas Spaniel (Echnaton1970)
- 27.09.2008, 01:45 Uhr
Ungerechtigkeit
Jürgen Zwiebel (Konspirant)
- 27.09.2008, 11:53 Uhr
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