Home
http://www.faz.net/-gqe-7716h
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER
easyfolio

Entschädigung offen Bolivien verstaatlicht spanischen Flughafenbetreiber

Bolivien treibt die Verstaatlichung von Tochtergesellschaften ausländischer Konzerne voran. Am Montag übernahm der Staat die Bertreibergesellschaft der Flughäfen in La Paz, Santa Cruz und Cochabamba. Morales kündigte an, es werde eine Entschädigung gezahlt - in welcher Höhe blieb unklar.

© REUTERS Vergrößern Soldaten am Eingang zum Flughafen El Alto.

Bolivien hat die Flughafenbetreiber-Gesellschaft Sabsa enteignet. Das Unternehmen der spanischen Abertis und Aena betreibt die drei wichtigsten bolivianischen Flughäfen in La Paz, Santa Cruz de la Sierra und Cochabamba.

Staatschef Evo Morales begründete den Schritt damit, dass Sabsa seine Investitionsverpflichtungen über zwei Jahrzehnte nicht erfüllt habe. Um die Verstaatlichung abzuwenden, hatte Sabsa zuletzt angeboten, in den kommenden neun Jahren 36 Millionen Dollar zu investieren. Dieser Vorschlag genügte der bolivianischen Regierung nicht.

Bolivian President Evo Morales sings the national anthem during a ceremony at the Jorge Wilstermann airport in Cochabamba, which is affected by the nationalization of Sabsa Evo Morales © REUTERS Bilderstrecke 

Morales kündigte an, es werde eine Entschädigung gezahlt. Sie solle innerhalb der nächsten 120 Tage ausgezahlt werden. Die Höhe werde nach Berechnung der Firmenschulden von unabhängigen Prüfern festgelegt. 

Das spanische Unternehmen Abertis teilte später mit, das Unternehmen respektiere die Entscheidung des bolivianischen Präsidenten und stehe für Verhandlungen über die Höhe der Entschädigung bereit. Der spanische Außenminister Jose Manuel Garcia-Margallo warnte jedoch davor, dass diese Form der Enteignung die diplomatischen Beziehungen zwischen den beiden Ländern belasten könnten.

Bolivien hat in den vergangenen Jahren mehrere Tochterfirmen verstaatlicht, im Mai 2012 einen spanischen Stromversorger und im Dezember vier Filialen des Energie-Konzerns Iberdrola. Im Andenland sind unter anderen spanischen Betrieben der Erdölkonzern Repsol und die Großbank BBVA vertreten.

2012 hatte Argentinien die Enteignung einer Tochter des spanischen Ölkonzerns Repsol angekündigt und damit den Zorn der ehemaligen Kolonialmacht auf sich gezogen.

Mehr zum Thema

Quelle: dpa-AFX / Reuters

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Argentinien nach der Fußball-WM Halsentzündung und Finanzkrise

Argentiniens Präsidentin Cristina Kirchner blieb dem WM-Finale wegen Krankheit fern. Dieser Tage wirbt sie um neue Freunde aus Russland und China. Mehr

14.07.2014, 17:12 Uhr | Politik
Kalifornien Callgirl soll einen Google-Manager mit Heroin umgebracht haben

Gegen ein Callgirl in Kalifornien werden schwerwiegende Vorwürfe erhoben: Die 26 Jahre alte Frau soll einem Google-Manager auf dessen Yacht Heroin injiziert und ihn sterbend zurückgelassen haben. Mehr

16.07.2014, 20:35 Uhr | Gesellschaft
Reaktion auf deutsche WM-Feier „Gaucho-Tanz“ in Argentinien auf der Titel-Seite

Der umstrittene Auftritt einiger deutsche Nationalspieler während der WM-Feier in Berlin löst in Argentinien ein breites Echo aus. Von „gesunder Ironie“ ist die Rede. Aber auch von „ekelhaften Nazis“. Mehr

16.07.2014, 14:47 Uhr | Gesellschaft

Mut zu harten Sanktionen gegen Russland

Von Henrike Roßbach

Die deutsche Wirtschaft sagt, gegenüber Moskau gilt der Primat der Politik. Daran sollte sie sich jetzt halten - wenn es anfängt, wirklich weh zu tun. Mehr 10 13


Die Börse
Name Kurs Änderung
  Dax --  --
  F.A.Z.-Index --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --

Wirtschaft in Zahlen Im Land der Zuhause-Arbeiter

Viele Deutsche arbeiten von daheim aus - mindestens ab und zu. Das gilt für Angestellte, für Selbständige sowieso. Und sogar für mehr als 40 Prozent der Beamten. Mehr