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Energiewende Verbraucher zahlen 17  Milliarden Euro Zuschuss für Ökostrom 

Erzeuger von Wind-, Solar- und Bioenergie haben 2012 erstmals mehr als 20 Milliarden Euro an Zuschuss erhalten. Davon haben die Stromverbraucher fast 17 Milliarden gezahlt.

© ZB Vergrößern Energiewandellandschaft

Deutschlands Ökostromerzeuger haben im vergangenen Jahr für die Energie erstmals mehr als 20 Milliarden Euro bekommen. An der Börse, wo der Strom verkauft werden muss, war dieser allerdings nur 2,9 Milliarden Euro wert. Das teilten die Betreiber des deutschen Elektrizitätsnetzes am Wochenende mit. Die Differenz von fast 17 Milliarden Euro zahlen die Stromverbraucher mit einer Umlage nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG).

Die Netzbetreiber waren von einem niedrigeren Ökostromangebot im Wert von 17,6 Milliarden Euro und höheren Börsenpreisen und -erlösen von 4,9 Milliarden Euro ausgegangen. Weil aber vor allem der ungebrochene Ausbau der Solarstromerzeugung 2012 einen Höchstwert erreicht hat und zudem die Bedingungen für die Erzeugung von Wind und Sonnenstrom günstig waren, hatten die Netzbetreiber die Umlage 2012 zu niedrig kalkuliert. Um die Forderungen von Windanlagen-, Photovoltaik- und Biogasanlagenbesitzern begleichen zu können, mussten sie 2,7 Milliarden Euro vorschießen. Allein die Kreditzinsen dafür beliefen sich auf mehr als 11 Millionen Euro.

Auch dieser Betrag fließt in das Defizit ein, das auf die Stromkosten in diesem Jahr aufgeschlagen wird. Deshalb wurde die EEG-Umlage zur Förderung des Ökostroms zu Jahresbeginn schon von 3,5 auf 5,3 Cent je Kilowattstunde angehoben. Dies ist ein wesentlicher Grund für den flächendeckenden Strompreisanstieg um mehr als 12 Prozent in diesem Jahr.

Größter Posten war die „klassische“ Förderung

Die neuesten Zahlen gehen aus einer Übersicht hervor, welche die vier Betreiber des Übertragungsnetzes 50Hertz, Amprion, Tennet und TransnetBW am Wochenende auf ihrer Internetseite bekanntgegeben haben. Demnach beliefen sich die Einnahmen auf dem EEG-Konto im abgelaufenen Jahr auf 17,3 Milliarden Euro. Davon entfielen 2,9 Milliarden auf den Ökostromverkauf an der Börse sowie 13,9 Milliarden Euro auf die Umlage auf den Strompreis. Weitere rund 450 Millionen Euro kamen aus anderen Quellen.

Die Ausgaben summieren sich auf 20,1 Milliarden Euro. Größter Posten war die „klassische“ Förderung nach den gesetzlich für jede Erzeugungsart festgelegten Vergütungssätzen je eingespeiste Kilowattstunde in Höhe von 16,6 Milliarden Euro. Der zweitgrößte Posten waren mit 2,9 Milliarden Euro Prämien, die den Betreibern unter anderem dafür gewährt werden, dass sie ihren Strom möglichst dann verkaufen, wenn er im Netz benötigt wird. Für Ökostrom gilt ansonsten eine „Vorfahrtsregel“. Er muss bevorzugt eingespeist werden, auch wenn gerade nur eine geringe Nachfrage dafür besteht und er an der Börse nur gegen Zahlung von Geld abgesetzt werden kann.

Am Ende des Jahres blieb damit ein Defizit von 2,69 Milliarden Euro. Es wäre größer ausgefallen, hätten die Einnahmen im Dezember nicht die Ausgaben um 265 Millionen Euro übertroffen. Noch im Oktober hatte man in der Branche mit einem Minus von 4 Milliarden zum Jahresende kalkuliert.

Ungebremster Ausbau der Solaranlagen

Mit Auszahlungen in Höhe von 20 Milliarden Euro erreichte die Förderung einen neuen Höchstwert. 2011 hatten die Zahlungen an die Erzeuger 17,1 Milliarden Euro betragen, 2010 lagen sie noch bei 13,1 Milliarden Euro. Die Marke von 10 Milliarden Euro war erstmals 2009 durchbrochen worden.

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Ein Grund ist der weiter ungebremste Ausbau der Solaranlagen. In Deutschland wurden 2012 so viele Anlagen neu installiert wie in keinem Jahr zuvor. Nach Angaben des Bundesumweltministeriums vom Wochenende stieg deren installierte Gesamtleistung um rund 7630 Megawatt. Damit bestätigte sich, was vorläufige Zahlen erwarten ließen. Das Ministerium betonte aber, seit Oktober gehe der zuvor unkontrollierte Photovoltaik-Ausbau deutlich zurück.

Angesichts der stark steigenden Kosten will die Koalition das Fördersystem reformieren. Bis März wollen Umweltminister Peter Altmaier (CDU) und Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) einen Vorschlag vorlegen. Allerdings weichen ihre Ansätze stark voneinander ab. Zweifelhaft scheint, ob eine Reform vor der Wahl gelingt. Das dürfte für manche Betriebe steigende Stromkosten bedeuten. Nicht nur Grüne und SPD, auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte in Zweifel gezogen, dass alle den Betrieben gewährten Befreiungen sinnvoll seien. Die Ausnahmen führen dazu, das die restlichen Verbraucher (Haushalte und Kleinbetriebe) überproportional zahlen.

Quelle: F.A.Z.

 
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