Home
http://www.faz.net/-gqe-6ysyx
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER
CIO View

Energiewende RWE und Eon stampfen ihre Atompläne ein

Die Energiekonzerne RWE und Eon geben ihre Pläne zum Bau von Atomkraftwerken in Großbritannien auf. Bis auf eine kleine Ausnahme verfolgen die führenden deutschen Atomkonzerne nun keine Neubauaktivitäten mehr.

© DPA So weit wie im Bild werden Eon und RWE die geplanten Atomkraftwerke in Großbritannien nie fertig stellen. Die zwei Energieriesen wollen ihre Neubau-Projekte vielmehr verkaufen.

Eon und RWE haben ihre Pläne zum Bau von Atomkraftwerken in Großbritannien aufgegeben. Das 2009 gegründete Gemeinschaftsunternehmen Horizon Nuclear Power soll verkauft werden. Die beiden Energiekonzerne hatten sich vor drei Jahren bei einer Auktion zwei Standorte für neue Kraftwerke gesichert und die Projekte seitdem vorangetrieben. Der Kehrtwende sei eine strategische Prüfung vorausgegangen, die RWE und Eon unabhängig voneinander durchgeführt hätten, teilte RWE am Donnerstag in Essen mit. Ein Eon-Sprecher bestätigte die Entscheidung.

Spielraum eingeschränkt

Seit der Gründung von Horizon Nuclear Power hätten sich die Rahmenbedingungen entscheidend verändert, erklärte die britische RWE-Tochter NPower. Infolge der Wirtschaftskrise sei Kapital für Großprojekte knapp geworden. Das gelte vor allem für den Bau neuer Atomkraftwerke, die lange Vorlauf- und Amortisationszeiten hätten. Der beschleunigte Atomausstieg in Deutschland habe den Spielraum eingeschränkt.

Mehr zum Thema

Die beiden bislang führenden deutschen Atomkonzerne verfolgen nun nahezu keine Projekte mehr für neue Kernkraftwerke. Nur noch Eon hat nach eigenen Angaben ein solches Projekt in Finnland, wo es minderheitlich an einem Konsortium beteiligt ist.

RWE verfolgt nach dem Aus in Großbritannien keine Atomprojekte mehr. Zuletzt war der Essener Konzern aus Projekten in Bulgarien und Rumänien ausgestiegen. An dem Neubau des Meilers Borssele II in den Niederlanden hat RWE nach Angaben des künftigen Vorstandsvorsitzenden Peter Terium auch kein Interesse. Dort würden wirtschaftliche und politische Rahmenbedingungen fehlen. RWE hat in Borssele im Süden des Landes Anteile am bestehenden Meiler Borssele I. Die Beteiligung kam nach dem Kauf des dortigen Versorgers Essent zustande.

Quelle: DPA

 
()
Permalink

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Energiepolitik Niedersachsen will an Brennelementesteuer festhalten

Es geht um ein Einnahmen in Milliardenhöhe. Die rot-grüne Landesregierung in Niedersachsen will sich im Bundesrat für eine Verlängerung der Brennelementsteuer bis 2022 einsetzen. Mehr

27.07.2015, 14:43 Uhr | Politik
Energiewende Was kostet der Atomausstieg?

Der Atomausstieg in Deutschland ist beschlossene Sache. Doch der Rückbau der Atomkraftwerke und die Entsorgung des radioaktiven Mülls sind aufwändig und teuer. Als Betreiber der Kraftwerke sind die vier großen Energiekonzerne Eon, RWE, EnBW und Vattenfall verantwortlich. Mehr

20.05.2015, 13:00 Uhr | Wirtschaft
Fabius in Teheran Paris vollzieht Kehrtwende gegenüber Iran

Der französische Außenminister Laurent Fabius hat bei einem Besuch in Teheran den iranischen Präsidenten nach Paris eingeladen. Dabei war Frankreich in den Atomverhandlungen immer der härteste Widersacher Irans. Mehr Von Rainer Hermann

29.07.2015, 17:35 Uhr | Politik
Ausstieg aus der Atomkraft Politik reagiert zurückhaltend auf Stiftungspläne der Atomkonzerne

Bei dem Rückbau der Kernreaktoren geht es um Milliardenkosten und die Haftung für künftige Risiken. Die Bundesregierung äußerte sich am Montag skeptisch zu den bekannt gewordenen Stiftungsplänen. Mehr

20.05.2015, 12:54 Uhr | Politik
Klinikum Höchst in Frankfurt Wird Höchst das neue Offenbach?

Frankfurt will sein Klinikum unbedingt in kommunaler Trägerschaft halten. Vorbild für die Sanierung könnte dennoch ein privates Krankenhaus sein. Mehr Von Mechthild Harting, Rhein-Main

30.07.2015, 10:18 Uhr | Rhein-Main

Veröffentlicht: 29.03.2012, 13:49 Uhr

Die Zweifel des IWF

Von Tobias Piller

Der IWF stellt seine Beteiligung an einem neuen Rettungspaket für Griechenland immer heftiger in Frage. Damit wankt das fragile Rettungsgleichgewicht. Mehr 12 23


Die Börse
Name Kurs Änderung
  Dax --  --
  F.A.Z.-Index --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --
Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden

Grafik des Tages Hände weg vom Steuer

Einsteigen, das Ziel eingeben und sich vom Auto ans Ziel bringen lassen – ein Drittel der Deutschen kann sich das vorstellen. Vor allem junge Menschen sind offen für selbstfahrende Autos. Mehr 1