http://www.faz.net/-gqe-6ysyx
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER
F.A.Z.-Index -- --
DAX ® -- --
Dow Jones -- --
EUR/USD -- --

Veröffentlicht: 29.03.2012, 13:49 Uhr

Energiewende RWE und Eon stampfen ihre Atompläne ein

Die Energiekonzerne RWE und Eon geben ihre Pläne zum Bau von Atomkraftwerken in Großbritannien auf. Bis auf eine kleine Ausnahme verfolgen die führenden deutschen Atomkonzerne nun keine Neubauaktivitäten mehr.

© DPA So weit wie im Bild werden Eon und RWE die geplanten Atomkraftwerke in Großbritannien nie fertig stellen. Die zwei Energieriesen wollen ihre Neubau-Projekte vielmehr verkaufen.

Eon und RWE haben ihre Pläne zum Bau von Atomkraftwerken in Großbritannien aufgegeben. Das 2009 gegründete Gemeinschaftsunternehmen Horizon Nuclear Power soll verkauft werden. Die beiden Energiekonzerne hatten sich vor drei Jahren bei einer Auktion zwei Standorte für neue Kraftwerke gesichert und die Projekte seitdem vorangetrieben. Der Kehrtwende sei eine strategische Prüfung vorausgegangen, die RWE und Eon unabhängig voneinander durchgeführt hätten, teilte RWE am Donnerstag in Essen mit. Ein Eon-Sprecher bestätigte die Entscheidung.

Spielraum eingeschränkt

Seit der Gründung von Horizon Nuclear Power hätten sich die Rahmenbedingungen entscheidend verändert, erklärte die britische RWE-Tochter NPower. Infolge der Wirtschaftskrise sei Kapital für Großprojekte knapp geworden. Das gelte vor allem für den Bau neuer Atomkraftwerke, die lange Vorlauf- und Amortisationszeiten hätten. Der beschleunigte Atomausstieg in Deutschland habe den Spielraum eingeschränkt.

Mehr zum Thema

Die beiden bislang führenden deutschen Atomkonzerne verfolgen nun nahezu keine Projekte mehr für neue Kernkraftwerke. Nur noch Eon hat nach eigenen Angaben ein solches Projekt in Finnland, wo es minderheitlich an einem Konsortium beteiligt ist.

RWE verfolgt nach dem Aus in Großbritannien keine Atomprojekte mehr. Zuletzt war der Essener Konzern aus Projekten in Bulgarien und Rumänien ausgestiegen. An dem Neubau des Meilers Borssele II in den Niederlanden hat RWE nach Angaben des künftigen Vorstandsvorsitzenden Peter Terium auch kein Interesse. Dort würden wirtschaftliche und politische Rahmenbedingungen fehlen. RWE hat in Borssele im Süden des Landes Anteile am bestehenden Meiler Borssele I. Die Beteiligung kam nach dem Kauf des dortigen Versorgers Essent zustande.

Quelle: DPA

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Zukunft der Städtischen Bühnen Sanierung oder Neubau?

Sanierung oder Neubau? In einem Frankfurter Allgemeine Bürgergespräch soll diskutiert werden, was mit der Theater-Doppelanlage am Willy-Brandt-Platz geschehen soll. Mehr

29.08.2016, 22:14 Uhr | Rhein-Main
Quiz zum Brexit Britische Sonderwege

Sagen die Briten sich von der EU los? Es wäre nicht der einzige Punkt, in dem sie ihren eigenen Weg gehen. Testen Sie Ihr Wissen über die britischen Besonderheiten! Mehr Von Julia Bähr und Andrea Diener

30.08.2016, 17:20 Uhr | Wirtschaft
Skyline Plaza Händler im Skyline Plaza brauchen weiter viel Geduld

Das Einkaufszentrum an der Frankfurter Messe wird drei Jahre alt. Doch zum Feiern ist den meisten Mietern nicht zumute. Mehr Von Petra Kirchhoff, Frankfurt

28.08.2016, 20:15 Uhr | Rhein-Main
Erklärvideo Wie funktioniert ein Elektroauto?

E-Autos tanken Strom und fahren damit. Aber wie genau funktioniert das? Wir erklären, wie ein E-Auto angetrieben wird, welche Vorteile ein E-Motor gegenüber einem Verbrennungsmotor hat und wo die Nachteile liegen. Mehr

30.08.2016, 16:52 Uhr | Wirtschaft
Ein Jahr Flüchtlingskrise Merkels Manhattan-Projekt

Die Kanzlerin drückt Deutschland ihren Stempel auf, ob wir es schaffen oder nicht. Doch überzeugt hat sie die Deutschen immer noch nicht von der Richtigkeit ihrer Flüchtlingspolitik. Auch im übrigen Europa gilt: Ihr Plan ist für viele ein Albtraum. Ein Kommentar. Mehr Von Berthold Kohler

30.08.2016, 18:49 Uhr | Politik

Hartz IV mit Methode

Von Kerstin Schwenn

Die Hartz IV-Leistungen sollen Anfang 2017 steigen. Die Erhöhungen folgen dabei strikten Vorgaben - und trotzdem kommt Kritik von den üblichen Verdächtigen. Das hat Methode. Mehr 8 14

Abonnieren Sie den Newsletter „Wirtschaft“

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden