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Mittwoch, 19. Juni 2013
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Energiewende Berlin drängt auf Stromanschluss in Norwegen

 ·  In Norwegen gibt es große Mengen ungenutzter Wasserkraft. Das wird wichtig im Zuge der Energiewende. Deshalb soll nun mit einer Milliardeninvestition das deutsche an das norwegische Stromnetz angeschlossen werden.

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© dpa Verbindung gesucht: Das deutsche Stromnetz soll an das norwegische angeschlossen werden.

Zur Absicherung der Energiewende drängt die Bundesregierung auf eine zügige Anbindung des deutschen Stromnetzes an das Netz in Norwegen, wo es große Mengen ungenutzter Wasserkraft gibt. Für die erforderlichen Milliardeninvestitionen in die Verbindung soll die bundeseigene KfW-Bank ins Boot geholt werde. Diese Zusicherung hat Wirtschaftsstaatssekretär Stefan Kapferer dem staatlichen norwegischen Netzbetreiber Statnett SF nach Informationen dieser Zeitung schriftlich gegeben.

Statnett und der deutsche Partner Tennet bestätigten laufende Gespräche. Man sei an dem Projekt sehr interessiert, sagte eine Tennet-Sprecherin. „Wir sind optimistisch und hoffen, dass die Entscheidung in naher Zukunft getroffen werden kann“, sagte der für internationale Beziehungen zuständige Stattnet-Vorstand Tor Inge Akselsen dieser Zeitung.

© F.A.Z.

Das erste von zwei 600 Kilometer langen Gleichstrom-Unterwasserkabeln, NordLink, soll 2018 fertig sein. Ein weiteres, NorGer, ist für das nächste Jahrzehnt geplant. NordLink wird eine Kapazität von 1400 Megawatt haben, was der Leistung eines großen Kernkraftwerks entspricht. Das Projekt gehört zu dem Ausbauplan, den die Netzbetreiber vorgelegt haben und den die Bundesregierung bis Jahresende zum Gesetz erheben will. So sollte sichergestellt sein, dass bei Fertigstellung des Norwegen-Kabels der Weitertransport des Stroms gelingt.

Aus Sicht der Bundesregierung handelt es sich um ein Schlüsselprojekt, schreibt Kapferer. Man suche pragmatische Lösungen, damit das erste Kabel „frühestens 2018“ gelegt werden könne. „Bezüglich der notwendigen finanziellen Basis habe ich die staatseigene KfW-Bank gebeten zu prüfen, welche Art einer Kapitalbeteiligung an dem Projekt möglich wäre.“

Im Wirtschaftsministerium wird darauf hingewiesen, dass auch Großbritannien an einer Kabelverbindung mit Norwegen interessiert sei. Beide Länder wollen Norwegens Wasserkraftreservoirs als Stromspeicher zum Ausgleich der zwar stetig wachsenden, aber unsteten Ökostromerzeugung nutzen. In Berlin rechnet man sich gute Chancen aus, dass das erste Kabel nach Deutschland, ein zweites nach Großbritannien und das dritte nach Deutschland führen wird. Für jedes Projekt werden die Investitionskosten auf 1,5 bis 2 Milliarden Euro geschätzt.

Keine Einbahnstraße

Das Kabel wäre keine Einbahnstraße, Strom würde mal nach Norden, mal nach Süden fließen. „Norwegen würde die überschüssige Windenergie aus Deutschland nutzen, Wasser in seinen Reservoirs sparen und zurückzahlen, wenn der Wind über Deutschland nicht bläst und die Sonne nicht scheint“, sagte Akselsen. Das Kabel würde die Versorgungssicherheit bei einem weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien erhöhen. 2018 dürfte wiederum so viel Windenergie in der Nordsee installiert sein, dass Mengen für den Export zur Verfügung stehen.

Eine Woche vor dem Besuch des norwegischen Energieministers Ola Borten Moe bei Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) ist Akselsen voll des Lobes über die Bundesregierung. „Die deutschen Behörden agieren sehr positiv und haben den Weg für diese Verbindung geebnet, indem sie Unsicherheit bezüglich der Regulierung beseitigt und einen Weg aufgezeigt haben, wie der deutsche Anteil an dem Investment finanziert werden kann.“ Gespräche über eine Kabelverbindung zwischen Deutschland und Norwegen laufen schon seit den neunziger Jahren.

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