05.01.2012 · Die Stabilität des deutschen Stromnetzes kann zum Teil nur mit Hilfe aus dem Ausland aufrechterhalten werden. In diesem Winter musste erstmals ein altes Öl-Kraftwerk bei Graz wieder ans Netz gehen, damit in einigen Regionen Deutschlands nicht das Licht ausgeht.
Um die Stromversorgung in diesem Winter aufrecht zu erhalten, musste der Netzbetreiber Tennet zum ersten Mal auf Kraftwerksreserven in Österreich zurückgreifen. Konkret musste nach Informationen der „Welt“ Anfang Dezember ein altes Öl-Kraftwerk bei Graz wieder aktiviert werden. Die Bundesnetzagentur bestätigte dies auf Anfrage.
Um die Stromversorgung nach der politisch erzwungenen Abschaltung von 8 der 17 deutschen Atomkraftwerke zu sichern, dienen ältere Kohle- und Gaskraftwerke in Deutschland mit einer Kapazität von insgesamt rund 1000 Megawatt als Reserve. Hinzu kommt eine angeblich sicher zur Verfügung stehende Reserve in Österreich von 1075 Megawatt. Gerade in den kalten Monaten kann es Probleme geben, weil der Verbrauch dann höher ist, gleichzeitig aber Solaranlagen erheblich weniger Energie liefern.
Am 8. und 9. Dezember gab es im Norden starken Wind. Da aber Leitungen fehlen, um diesen Strom nach Süden zu transportieren und dort gerade das Atomkraftwerk Gundremmingen C wegen Wartungsarbeiten nicht am Netz war, forderte Tennet den Strom aus dem Grazer Ölkraftwerk an. „Das ist eine ganz normale Inanspruchnahme“, sagte der Sprecher der Bundesnetzagentur. Für solche Fälle sei die Kaltreserve schließlich vereinbart worden.
Die Bundesnetzagentur warnt allerdings bereits seit längerem auch vor langfristigen Engpässen. Die Versorgungssicherheit bleibe durch den Atomausstieg für einige Jahre angespannt. Dennoch hatte die Behörde darauf verzichtet, ein stillgelegtes Atomkraftwerk als „Kaltreserve“ für den Winter bereitzuhalten.
Die niederländische Tennet hat das Höchstspannungsnetz von Eon übernommen. Dem Bericht zufolge musste Tennet im vergangenen Jahr dreimal so viele Sondermaßnahmen ergreifen, um die Stromversorgung zu gewährleisten. Demnach habe das Unternehmen an 306 Tagen insgesamt 990 Mal eingreifen müssen, um die Stabilität des Netzes zu garantieren. Im Jahr 2010 seien es noch 298 Eingriffe an 161 Tagen gewesen.
stromnetze
otto kaldrack (otto-dongtan)
- 07.01.2012, 01:45 Uhr
Gruene Ideologen
Harald Sulzmann (hsulzmann)
- 06.01.2012, 22:28 Uhr
@ Ludwig Kirschstein „Dass sich Aluhersteller bei der Dena beschweren...“
Closed via SSO (yahel)
- 06.01.2012, 17:48 Uhr
Wind- und PV-Anlagen nwehmen nicht an der Bereitstellung der
Systemdienstleistungen
Hans-Ulrich Pietz (Ulrich2310)
- 06.01.2012, 17:44 Uhr
BHKWs statt Großkonzerne
Michael Schneider (Hans-Michael)
- 06.01.2012, 08:39 Uhr
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