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Energiesicherheit Rußland droht: Weniger Öl nach Europa

24.04.2006 ·  Nach Drohungen des Energieriesen Gasprom mit einer Exportdrosselung hat Rußland nun auch eine langfristige Reduzierung der Öllieferungen nach Europa angedeutet. Die Preise seien zu niedrig.

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Rußlands Pipeline-Monopolist Transneft will nach dem Bau der geplanten Versorgungsleitungen nach Asien weniger Öl nach Europa leiten. „Wir haben Europa mit Öl überversorgt. Und jede einfache wirtschaftliche Logik sagt, daß exzessive Versorgung die Preise drückt“, sagte Transneft-Chef Semyon Wainschtok der Zeitung „Nesawisimaya Gaseta“ vom Montag.

„Bislang können wir die Versorgung nicht verringern, weil alle unsere Ausfuhren nach Europa gehen. Aber sobald wir Das Öl nach China, Südkorea, Australien und Japan umleiten, wird dies sofort Öl bei unseren europäischen Kollegen abziehen.“ Wainschtok hat wiederholt erklärt, daß der Bau der Pipeline nach Asien Rußland dabei helfen werde, russisches Öl anders zu verteilen und auch zum Abbau von Preisabschlägen für Europa beitragen werde.

Die Pipeline mit einer Länge von mehr als 4000 Kilometern von Sibirien bis zur Pazifik-Küste soll elf Milliarden Dollar kosten und nach Fertigstellung 1,6 Millionen Barrel (1 Barrel = 159 Liter) pro Tag durchleiten. Die Sibirien-Pazifik-Pipeline ist noch in der Planung. Gegen sie gibt es starken Widerstand von Umweltschützern, weil sie nur wenige Kilometer am Baikalsee vorbeiführt, dem größten Trinkwasser-Reservoir des Planeten. Doch die russische Regierung treibt das Projekt voran.

Die staatliche Transneft-Gesellschaft hat bereits einen Kredit von einer halben Milliarde Dollar bei der russischen Sberbank aufgenommen. Die Gesellschaft möchte für den Bau weitere zwei Milliarden Dollar bei westlichen Banken einsammeln. Vor wenigen Tagen hatte der staatseigene russische Gasprom-Konzern gedroht, die Lieferungen nach Europa könnten gedrosselt werden, sollte das Unternehmen bei seiner Expansion auf dem europäischen Markt behindert werden.

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Von Heike Göbel

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