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Energiesektor RWE und Gasprom sagen Zusammenarbeit ab

22.12.2011 ·  Viele Monate haben der deutschen Energiekonzern RWE und das russischen Unternehmen Gasprom um den gemeinsamen Bau und Betrieb von Kraftwerken gerungen. Letzten Endes vergeblich. Nun will Gasprom in Bayern investieren.

Von Andreas Mihm
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Die Kooperation zwischen dem deutschen Energiekonzern RWE und dem russischen Unternehmen Gasprom kommt nicht zustande. RWE teilte am Donnerstag mit, die Gespräche würden beendet. Der Moskauer Staatskonzern sucht nun nach anderen Möglichkeiten, um auf dem deutschen Strommarkt Fuß zu fassen: Die bayerische Staatsregierung teilte mit, Gasprom wolle in Bayern investieren. In München unterzeichnete Vorstandschef Alexeij Miller dazu mit Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) und Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP) eine Absichtserklärung.

Alles vergebens

Gasprom ist einer der wichtigsten Lieferanten von Gas nach Deutschland. Die Russen suchen schon lange den Einstieg in den westeuropäischen Markt. Nachdem Verhandlungen mit dem langjährigen Partner Eon nicht erfolgreich waren, hatte sich Gasprom dem durch die energiepolitische Wende angeschlagenen RWE-Konzern zugewandt. Seit Juli wurde um den gemeinsamen Bau und Betrieb von Kraftwerken in Deutschland, Großbritannien und den Niederlanden gerungen. Vergebens: RWE-Chef Jürgen Großmann sagte, man habe sich „nicht auf einen für beide Seiten tragfähigen Rahmen für eine Zusammenarbeit einigen“ können.

Die Gründe dafür dürften vor allem in den Marktbedingungen liegen. Wegen niedriger Strompreise und vergleichsweise hoher Kosten für den Bezug von Gas ist der Bau von Gaskraftwerken nicht rentabel. Technische Fragen und die der Bewertung der Kraftwerke, die in das Joint Venture eingebracht werden sollten, machten die Verhandlungen kompliziert. Gasprom kündigte dann zudem am Dienstag überraschend an, 2012 die Investitionen um 40 Prozent auf 18,6 Milliarden Euro zu reduzieren.

Bayern brauchen schnell neue Kraftwerke

Mögliche Investitionen in Bayern sind davon nicht betroffen, weil Gasprom nach Angaben von Miller erst 2012 über konkrete Projekte befinden will. Im Frühjahr will man weiter darüber reden. Bayern ist bisher stark von Atomstrom abhängig. Mit dem Abschalten der Kernkraftwerke müssen - eine autarke Versorgung vorausgesetzt - zügig neue Kraftwerke gebaut werden. Die Landesregierung kündigte an, sie werde die Koordinierung von Genehmigungsverfahren begleiten und sich beim Bund und der EU für günstige Rahmenbedingungen beim Bau der Gaskraftwerke einsetzen. Das biete man „auch allen anderen Unternehmen an, die Interesse am Bau von Gaskraftwerken in Bayern haben“.

Die EU hat allerdings Bedenken gegen Beihilfen für den Bau neuer Kraftwerke. Der Bund will deren Bau mit bis zu 15 Prozent, insgesamt nicht mehr als 160 Millionen Euro, fördern. Voraussetzung ist, dass der Betreiber über einen Anteil am Strommarkt von weniger als 5 Prozent verfügt. Damit käme die Förderung Stadtwerken oder Konzernen wie Gasprom zugute. Die EU hat aber Auflagen erteilt, die eine Förderung beinahe unmöglich machen.

Spekulation über Sponsoring des FC Bayern München

Gasprom hatte mehrfach angekündigt, Gaskraftwerke in Deutschland bauen zu wollen. Bisher ist keines beantragt worden. Miller sagte nach Agenturangaben, man wolle nicht nur als Gaslieferant, sondern als Investor aufzutreten. Er denke an Lieferungen über Direktverträge an Werke in Bayern. „Das eröffnet die Möglichkeit, zu niedrigeren Preisen zu liefern“.

In der Branche wurde das mit Interesse aufgenommen. Denn der Konzern streitet sich mit Großkunden vor Schiedsgerichten um Preisanpassungen, die die Europäer wegen der niedrigeren Marktpreise der vergangenen Jahre verlangen. Miller sagte, sein Konzern könne auch die Finanzierung eines Gaskraftwerks übernehmen.

Eon hatte unlängst im bayerischen Irsching ein mit regionalen Versorgern gebautes großes Gaskraftwerk in Betrieb genommen. Die Turbine stammt von Siemens. Mit Siemens, die aus der Partnerschaft mit dem russischen Atomkonzern Rosatom ausgestiegen waren, will Gasprom nach einem am Montag geschlossenen Vertrag in Schlüsselbereichen enger zusammenarbeiten. Spekuliert wurde am Donnerstag ferner darüber, dass Gasprom neben dem FC Schalke 04 auch Sponsor des FC Bayern München werden könne.

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Jahrgang 1960, Wirtschaftskorrespondent in Berlin.

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