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Windpark-Entwickler : Stürmischer Neuanfang bei PNE Wind

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Nach Eklat: Außerordentliche Hauptversammlung des Windpark-Projektierers. Bild: dpa

Das Unternehmen war in letzter Zeit mehr wegen interner Machtkämpfe als wegen seiner Projekte in den Schlagzeilen. Das soll sich jetzt ändern.

          Nach dem internen Machtkampf in Vorstand und Aufsichtsrat will der Cuxhavener Windpark-Projektierer PNE Wind wieder in ruhiges Fahrwasser kommen. Auf einer außerordentlichen Hauptversammlung am Freitag forderten zahlreiche Aktionäre einen Neuanfang. Alle sechs Mitglieder des Aufsichtsrats hatten zuvor bereits angekündigt, ihr Mandat niederzulegen. Das Kontrollgremium sollte auf der Hauptversammlung neu zusammengesetzt werden. Neuer Aufsichtsratsvorsitzender sollte nach dem Vorschlag der Verwaltung der Schweizer Alexis Fries werden.

          Der bisherige Vorstandsvorsitzende Martin Billhardt war bereits zum 30. September aus dem Unternehmen ausgeschieden. Ein Nachfolger steht noch nicht fest. „Die Weichenstellung sollte in den Händen des neuen Aufsichtsrates liegen“, begründete der bisherige Chef des Kontrollgremiums, Dieter Kuprian.

          „Ein Fegefeuer der Eitelkeiten“

          Der interne Machtkampf hatte einen Höhepunkt erreicht, als Vorstand und Verwaltung Ende 2014 eine Schiedsklage gegen den Großaktionär Volker Friedrichsen einreichten. Dabei geht es um Schadenersatzansprüche im Zusammenhang mit der Übernahme des Windpark-Projektierers WKN durch PNE Wind. Friedrichsen hält seitdem 15 Prozent der Aktien von PNE Wind, die er im Gegenzug für seine Mehrheitsanteile an WKN bekommen hatte. Zugleich ist er Aufsichtsratsmitglied. Ihm wurden deshalb Interessenskonflikte vorgeworfen.

          „Es war ein Fegefeuer der Eitelkeiten“, sagte der Hauptgeschäftsführer der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz, Marc Tüngler. „Man hat sich gegenseitig bekriegt.“ Der Streit eskalierte schließlich in einer Hauptversammlung im Juni, auf der Aktionäre Antworten auf viele Fragen haben wollten. Es kam zu tumultartigen Szenen. Der Vorstand hatte damals die Versammlung abgebrochen, ohne ein Abstimmungsergebnis zu verkünden. Es kam sogar zu einem Polizeieinsatz, um einen Raum mit Abstimmungsunterlagen versiegeln zu lassen.

          Tüngler mahnte einen Neuanfang des Unternehmens an. „Wir bauen aber nicht die Rückspiegel ab.“ Alle Vorkommnisse müssten aufgeklärt werden. Bereits im Vorfeld der jetzigen Hauptversammlung wurde hinter den Kulissen versucht, die Wogen zu glätten. So soll die Vergütung der Aufsichtsräte geändert werden. Bislang war diese ergebnisabhängig, was dazu führte, dass der Vorsitzende bis zu 340 000 Euro im Jahr erhielt. Künftig soll es eine feste Vergütung geben, die weit darunter liegt.

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