http://www.faz.net/-gqe-82jkc

Ölkonferenz in Houston : Siemens-Chef macht Witze über Energiewende

Siemens-Chef Joe Kaeser Bild: Reuters

Die Förderung von Photovoltaik in Deutschland sei so sinnvoll wie der Anbau von Ananas in Alaska, sagt Siemens-Chef Kaeser. Auf einer Ölkonferenz in Houston spottet er über die deutsche Energiepolitik.

          „Sind wir noch ein deutsches Unternehmen?“ Der Siemens-Chef Joe Kaeser bereitet mit dieser rhetorischen Frage die sorgfältig abgewogene Aussage vor: „Wir sind in Deutschland geboren, in Europa aufgewachsen und in der Welt zu Hause.“ Als er diese Worte mit kraftvollem bayrischem Akzent spricht, ist er in Houston, Texas, auf der wichtigsten Ölkonferenz des Jahres, der IHS Ceraweek. Gemessen an der CEO- und Minister-Dichte, ist diese Veranstaltung nur noch vergleichbar mit dem Weltwirtschaftsforum in Davos. Kaeser ist hier, um die Energiewirtschaft zu umschmeicheln.

          Winand von Petersdorff-Campen

          Wirtschaftskorrespondent in Washington.

          Diese „ziemlich coole Industrie“ sei voller Unternehmer, die auf Powerpoint-Präsentationen pfiffen und für die ein Handschlag noch etwas gelte. Das klingt für deutsche Ohren dick aufgetragen, aber es entspricht dem Pathos-Level amerikanischer Reden. Siemens ist dabei, sich unentbehrlich zu machen für die Öl- und Gaswirtschaft durch die Übernahmen von Rolls-Royce-Turbinen und Dresser-Rand, einem großen Lieferanten der Energiewirtschaft. Die Hinwendung zum Öl- und Gasgeschäft macht Siemens deutlich, indem das Unternehmen erstmals in seiner Geschichte ein Vorstandsressort im Ausland angesiedelt hat. Vorstandsmitglied Lisa Davies, zuständig für das gesamte Energiegeschäft des Münchner Konzerns, sitzt just in Houston.

          Lustig machte sich Kaeser über die deutsche Energiewende. Wer je die Energiepolitik eines Landes bestimmen müsse, müsse einfach das Gegenteil von dem machen, was in Deutschland gemacht werde. Deutschland subventioniere erneuerbare Energie mit einer Garantiesumme von knapp 500 Milliarden Euro. Er hoffe, dass es wenigstens gelinge, den Export von Windkraftanlagen zu beflügeln. Die Förderung von Photovoltaik in Deutschland findet er so sinnvoll wie den Anbau von Ananas in Alaska.

          Quelle: F.A.Z.

          Weitere Themen

          Dogan Akhanli bei Rückkehr nach Deutschland bedroht Video-Seite öffnen

          Düsseldorf : Dogan Akhanli bei Rückkehr nach Deutschland bedroht

          Der deutschtürkische Schriftsteller Dogan Akhanli ist bei Rückkehr nach Deutschland am Flughafen in Düsseldorf beschimpft und bedroht worden. Am Ausgangsbereich rief ihm ein unbekannter Mann auf türkisch zu, er sei ein Landesverräter. Auch dieses Land, gemeint war wohl Deutschland, könne ihn nicht beschützen.

          Lindner sieht Wahrscheinlichkeit bei 50:50 Video-Seite öffnen

          Jamaika-Koalition : Lindner sieht Wahrscheinlichkeit bei 50:50

          Nach der Bundestagswahl 2013 lag die FDP politisch am Boden. Im Jahr 2017 ist sie nicht nur in den Bundestag zurückgekehrt, sondern steht vor einen neuen Regierungsbeteiligung. FDP-Chef Christian Lindner hat sich jedoch zurückhaltend zu den Chancen für eine Regierung aus Union, FDP und Grünen geäußert.

          Topmeldungen

          Hier gibt ein Dolmetscher des Bamf zu Testzwecken eine arabische Sprachprobe ab.

          F.A.Z. exklusiv : Wenn der Dialekt die wahre Herkunft verrät

          Was tun, wenn Asylbewerber keinen gültigen Ausweis haben? Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge setzt nach eigener Auskunft weltweit einzigartige biometrische Sprachsoftware ein. Sie soll die Herkunft von Asylbewerbern eindeutig ermitteln.
          Warren Buffett

          IBM-Aktie im Plus : Hat Warren Buffett einen Fehler gemacht?

          Kursfeuerwerk beim Börsenflop: Der Aktienkurs des Technologieriesen IBM ist in dieser Woche deutlich gestiegen. Andere prominente Aktien gingen dagegen auf Talfahrt – obwohl dem Produkt ein „Superzyklus“ prognostiziert wird.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.