http://www.faz.net/-gqe-8te4o

Netzbetreiber : 50 Milliarden Euro für Stromleitungsausbau bis 2030

7600 bis 8500 Kilometer bestehende Trassen sollen bis 2030 modernisiert oder verstärkt werden. Bild: dpa

Bis 2030 sollen 13.000 Kilometer Stromtrassen modernisiert oder neu gebaut werden. Das kostet bis zu 50 Milliarden Euro, geht aus einem neuen Entwurf hervor.

          Der Ausbau des überregionalen Stromleitungsnetzes als Folge der Energiewende kostet bis 2030 um die 50 Milliarden Euro. Das prognostizieren die vier Netzbetreiber Amprion, 50Hertz, Tennet und TransnetBW in ihrem am Dienstag der Bundesnetzagentur vorgelegten Entwurf zum Netzentwicklungsplan. Dabei beziffern sie die Kosten für den Netzausbau an Land auf 34 bis 36 Milliarden Euro.

          Andreas Mihm

          Wirtschaftskorrespondent in Berlin.

          In der letzten Analyse hatten sie 27 bis 34 Milliarden Euro kalkuliert. Zu den Ausbaukosten an Land kommen die für den Anschluss der Meereswindparks in Nord- und Ostsee hinzu. Die belaufen sich laut Netzbetreibern bis 2030 auf 15 Milliarden Euro und bis 2035 auf 22 Milliarden Euro.

          Nord-Süd-Gefälle wird weiter zunehmen

          Die Ausgaben für neue Leitungen werden auf den Strompreis umgelegt. Allerdings bilden sie nur einen Teil der Kosten ab. Auch auf lokaler und regionaler Ebene müssen Leitungen verstärkt und neu gebaut werden, um die lokal erzeugte Elektrizität aus Wind, Sonne und Biogas auf die nächst höhere Netzebene zu transferieren und in die Verbrauchszentren des Südens abzuleiten. Auch hier wird über Investitionen in zweistelliger Milliardenhöhe gesprochen.

          Die Übertragungsnetzbetreiber kalkulieren in ihren nun der Netzagentur vorgelegten Detailplanungen mit der Modernisierung und Verstärkungen auf bestehenden Trassen in einer Länge von – je nach Szenario – 7600 bis 8500 Kilometern. Hinzu kämen neue Leitungstrassen bis 2030 mit einer Länge von 3800 Kilometern. Davon entfielen etwa 2600 Kilometer auf die neuen Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungsnetze (HGÜ), die weitgehend als Kabel in der Erde verlegt werden sollen. 1200 Kilometer in herkömmlicher Wechselstromtechnik kämen hinzu. Der deutsche Anteil der Gleichstrom-Verbindungen nach Belgien, Dänemark, Norwegen und Schweden mit rund 330 Kilometern sei darin enthalten. Die HGÜ-Leitungen sollen in der Lage sein, 8000 Megawatt Strom zu transportieren.

          Nicht enthalten ist in der Rechnung der Anschluss der Meereswindparks. In drei von vier Szenarien beträgt der veranschlagte Zubau jeweils 2277 Kilometer, in einem sogar 3702 Kilometer. Die Kapazität reiche dann aus, um in 14 Jahren 7400 Megawatt an Land bringen zu können, 2035 sollen es bereits 11400 MW sein – was rechnerisch der Kapazität von elf Kernkraftwerken entspräche. Die Netzbetreiber gehen davon aus, dass sich das Nord-Süd-Gefälle von Ökostromerzeugung und -verbrauch bis 2030 noch weiter verstärken wird.

          Quelle: F.A.Z.

          Weitere Themen

          10 Milliarden Euro für Elektro-Antrieb Video-Seite öffnen

          VW in China : 10 Milliarden Euro für Elektro-Antrieb

          Der Wolfsburger Autobauer steckt in China zehn Milliarden Euro in die Entwicklung sogenannter „New Energy Vehicles“. Die von China verlangte Quote für Elektroautos sieht vor, dass ab 2019 zehn Prozent des Jahresabsatzes der Hersteller aus E- und Hybrid-Fahrzeugen bestehen.

          Saunieren im goldenen Ei Video-Seite öffnen

          Kunstprojekt aus Schweden : Saunieren im goldenen Ei

          Das „Solar Egg“ des schwedischen Künstlerpaares Mats Bigert und Lars Bergstrom sorgt für Wärme und Entspannung. Saunagänger und Kunstliebhaber kommen hier gleichermaßen auf ihre Kosten und sind begeistert.

          Topmeldungen

          Flüchtlingskrise: Gabriel besucht das Lager Kutupalong, in dem aus Burma vertriebene Rohingya leben.

          Gabriel in Bangladesch : Der Albtraum von Kutupalong

          Sigmar Gabriel besucht ein Lager der Rohingya im Süden von Bangladesch. Die Bedingungen hier sind katastrophal, doch es werden noch mehr Flüchtlinge erwartet.
          Vorzeitiger Abschied: Thomas Ebeling verlässt Pro Sieben Sat.1

          Pro Sieben Sat.1 : Vorzeitiger Abschied von den Fetten und Armen

          Der langjährige Pro-Sieben-Sat.1-Chef Thomas Ebeling verlässt im Februar 2018 vorzeitig den Medienkonzern. Zuletzt hatte er mit abschätzigen Bemerkungen über die Zuschauer der eigenen Sender Kritik auf sich gezogen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.