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Nach Trumps Absage : Fünf Gründe, warum China am Klimaabkommen festhält

2. Mit dem Klimaschutz will China viel Geld verdienen: Erneuerbare Energieträger sind in China eine riesige Industrie – und künftig soll diese noch größer werden und sehr viel Geld in chinesische Unternehmenskassen spülen. Allein im vergangenen Jahr hatte Peking das Ziel ausgegeben, im Land Solaranlagen mit unglaublichen 18 Gigawatt Leistung errichten zu lassen. Die Strommenge, die so produziert wird, entspricht in etwa 18 Atomkraftwerken. Bereits zur Jahresmitte war das Planziel erfüllt. Denn die Förderung der erneuerbaren Energieträger ist in China dem Staat längst entglitten. Die vielen Solarpanels, die in den Lagern der Hersteller in China nutzlos herumliegen, sollen am besten in andere Länder exportiert werden – zu sehr günstigen Preisen. Dass Länder wie Amerika aussteigen könnten aus dem Klimaschutz, kommt Chinas Solarindustrie deshalb gar nicht gelegen. Frank Asbeck, Chef des insolventen Herstellers Solarworld, hat der „extremen chinesischen Überproduktion“ kürzlich sogar die Schuld für das Ende seines Unternehmens gegeben. Mit Krediten der Pekinger Staatsbanken habe China eine Kapazität aufgebaut, die die Nachfrage in der gesamten Welt 1,3 Mal bedienen könne.

3. Amerikas Rückzug kommt Chinas Weltmachtambitionen gelegen: „China steht zu seiner internationalen Verantwortung“, hat Ministerpräsident Li Keqiang in Berlin zum Pariser Klimaschutzabkommen gesagt. Das ist genau die Rolle, die das Land seit dem Wahlsieg Donald Trumps in Amerika einzunehmen gedenkt. China will sich der Welt als verlässliche Führungsmacht präsentieren, und gleichzeitig das Ende des amerikanischen Zeitalters einläuten. Das „Große Wiederaufblühen“ der chinesischen Nation ist offizielles chinesisches Staatsziel. Diesem dient zum Beispiel die Initiative „Ein Gürtel und eine Straße“ (One Belt, one road; abgekürzt OBOR) von Präsident Xi Jinping. Über den Aufbau von Infrastruktur für geschätzt eine Billion Dollar zwischen China und Europa will Peking nicht nur seiner schwächelnden Industrie neue Absatzkanäle verschaffen, sondern auch diplomatische Bande knüpfen. Das war für die chinesischen Außenpolitiker gar nicht so leicht, schließlich ist China ein autoritär geführter Staat, der zum Beispiel im Südchinesischen Meer mit dem Bau künstlicher Inseln sehr aggressiv seinen Einflussbereich auf einen der wirtschaftlich wichtigsten Wasserwege der Welt auszudehnen versucht. Es sind beileibe nicht nur die Nachbarstaaten wie Japan und die Philippinen, die Angst haben vor der gewaltigen Militärmacht China. Zum Glück für Peking hat jedoch Donald Trump die Wahl in Amerika gewonnen, der sein Land in der internationalen Gemeinschaft zunehmend isoliert. Bereits die Drohungen gegen Japans und Deutschlands Wirtschaft vom Januar hat Chinas Präsident in seiner schon jetzt legendären Rede auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos genüsslich ausgeschlachtet und versichert, China stehe im Gegensatz zu den Vereinigten Staaten für Globalisierung und Freihandel ein. Auch den Klimaschutz erwähnte Xi. Wohl kaum ein anderes Politikfeld eignet sich für China so sehr wie der Kampf gegen die Umweltverschmutzung, um sich der Welt als Alternative zur Führungsmacht Amerikas zu präsentieren. Von Chinas Großmachtambitionen oder der Tatsache, dass unter Präsident Xi Jinping die bürgerlichen Freiheiten in China wieder stark eingeschränkt worden sind, spricht derzeit kaum jemand noch. Stattdessen ist China der neue „Klimaretter“.

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