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Online-Vorlesung : Top-Wissenschaftler erklären den Klimawandel

Die Erde, aus dem Weltall gesehen Bild: dpa

Welche Folgen hat der Klimawandel? Und was lässt sich dagegen tun? Erstmals gibt es hierzu eine frei zugängliche Online-Vorlesung mit renommierten Wissenschaftlern.

          Warum noch in den Hörsaal gehen, wenn der Professor online auf den eigenen Rechner kommt? Massive Open Online Course heißt die Lern- und Lehrbewegung im Netz, kurz MOOC. Erstmals gibt es jetzt einen MOOC zum Thema „Klimawandel und seine Folgen“ auf Deutsch. Entwickelt und betreut wurde der Kurs in fünf Folgen vom Umweltschutzverband WWF Deutschland und dem Deutschen Klima-Konsortium (DKK).

          Andreas Mihm

          Wirtschaftskorrespondent in Berlin.

          Los geht es pünktlich zur Vorbereitung auf den Weltklimagipfel Anfang Dezember in Paris am 9. November auf der MOOC-Plattform iversity online. Wer will, kann ein Zertifikat erwerben. Das Zertifikat für die pure Teilnahme ist kostenfrei, wenn 80 Prozent der Lerninhalte angeschaut wurden. Samt Abschlussprüfung kostet das Zertifikat 29 Euro. Vorteil für Studierende:  Unis wie die Humboldt in Berlin oder Leuphana in Lüneburg erkennen so erworbene Punkte fürs Studium an, sagt Tina Harms, die beim WWF Referentin für digitale Bildung ist. Zwei bis fünf Stunden sollte ein Interessent in der Woche kalkulieren. Die Vorträge und Materialien sind auf Deutsch.

          International renommierte Klimawissenschaftler

          Jede Woche werde neues Material freigeschaltet, fünfmal in Folge. Mit dem Kurs sei man „top informiert“ und könne „einschätzen, was in Paris auf dem Spiel steht“, sagt Bettina Münch-Epple, Leiterin des Fachbereichs Umweltbildung beim WWF Deutschland. Marie-Luise Beck, Geschäftsführerin des DKK, verspricht,  Hintergründe und Belege für den überwiegend vom menschgemachten Klimawandel würden in dem MOOC „von den besten Köpfen Deutschlands“ erklärt. Die User bekämen einen systematischen Überblick über das, was zu tun ist: „Klimaschutz, um den Klimawandel zu begrenzen, und Anpassung dort, wo die Klimaveränderung nicht mehr vermeidbar ist.“

          Auf der Liste der 19 Dozenten und ihrer Institute stehen international renommierte deutsche Klimawissenschaftler: Mojib Latif vom Geomar Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel, Jochem Marotzke vom Max-Planck-Institut für Meteorologie Hamburg, Michael Schulz vom Zentrum für Marine Umweltwissenschaften, Universität Bremen, Hermann Lotze-Campen vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung,  Anita Engels, Sprecherin eines Klimaforschungs-Exzellenzclusters an der Universität Hamburg. Auch die deutsche Koordinierungsstelle des Weltklimarates IPCC und der Deutsche Wetterdienst sind beteiligt. Moderiert wird das von der Robert-Bosch-Stiftung geförderte MOOC vom ZDF-Wissenschaftsjournalisten Dirk Steffens („Terra X“).

          Kursteilnehmer sollen lernen das Klimasystem zu verstehen, Folgen von Störungen zu erkennen und unterschiedliche Optionen zur Bewältigung von deren Folgen zu begreifen. Auch soll es darum gehen, „interessengeleitete Informationen von wissenschaftlich belastbarem Wissen zu unterscheiden“.

          Im ersten Kapitel geht es etwa um das Wetter, die Einflüsse auf das Klimasystem und Quellen von Treibhausgasemissionen. Im zweiten Kapitel werden Klimamodelle und Ergebnisse der Arbeit des Weltklimarates diskutiert. „Klimageschichte“ steht im Zentrum der dritten Einheit, die „Folgen des Klimawandels“ in der vierten Woche. Zum Schluss wird  „Klimawandel als gesellschaftliche Herausforderung“ thematisiert, passend zu der dann in Paris heißlaufenden Debatte um die Frage, ob die Staaten sich auf verbindliche Regeln und Maßnahmen einigen können, damit die Temperatur auf der Erde nicht um mehr als zwei Grad Celsius über das Niveau der vorindustrialisierten Zeit ansteigen wird.

          Quelle: FAZ.NET

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