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Veröffentlicht: 06.06.2015, 11:00 Uhr

Klimaschutz auf dem G-7-Gipfel Keine Kohle mehr

Zum Wohlstand gehört auch eine gesunde Umwelt. Die G-7-Staaten entdecken jetzt Finanzinvestoren als Verbündete im Kampf gegen den Klimawandel. Sind das böse Spekulanten im grünen Gewand?

von
© AFP, reuters Mehr als heiße Luft? G-7-Gegner machen mobil

An morgen denken. Gemeinsam handeln.“ Ein beziehungsreicheres Motto hätte Bundeskanzlerin Angela Merkel sich für das Treffen der sieben einflussreichsten Industriestaaten der Welt (G 7) am Sonntag und Montag im bayerischen Schloss Elmau kaum aussuchen können.

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Es passt zu den Themen, die auf Wunsch der Gastgeberin neben den großen welt- und wirtschaftspolitischen Fragen auf die Tagesordnung gekommen sind: Ausbau der Gesundheitsversorgung, Abbau der Armut, Schutz der Weltmeere, Verbesserung der Lage der Frauen und vor allem der Klimaschutz – ein Thema, das mit neuen und für viele Energiekonzerne potentiell schmerzhaften Mitteln vorangetrieben wird.

Die Kanzlerin hätte gerne eine Bekräftigung des 2-Grad-Ziels in der Abschlusserklärung von Elmau, wonach der Anstieg der Erderwärmung gegenüber der vorindustriellen Zeit nicht darüber hinausgehen soll. Lieb wäre ihr auch eine Formulierung, die den gemeinsamen Weg zu einer „klimaneutralen“ oder zumindest „kohlenstoffarmen“ Weltwirtschaft anpeilt. Ob es zu einer solchen – wenn auch rechtlich unverbindlichen – Selbstverpflichtung kommen wird, ist vor Beginn des Gipfels noch nicht entschieden. Groß sind die Widerstände im Kreis der Industriestaaten, da steht nicht nur Japan auf der Bremse.

Staaten mit fossilen Energieträgern bremsen Klimaverhandlungen

Denn je näher die Weltklimakonferenz von Paris im Dezember und der geplante Abschluss eines ersten, für alle Teilnehmer verbindlichen Klimavertrages rückt, desto klarer werden nicht nur die Kosten, die die von Menschen gemachte Klimaveränderung mit sich bringt. Es treten auch immer stärker jene Kosten in den Vordergrund, die der Verzicht auf den Einsatz vor allem von Kohle und Öl mit sich bringen würde.

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Die Fakten dazu liegen auf dem Tisch, eine einfache Rechnung bringt sie auf den Punkt. Um das Temperaturziel einzuhalten und mutmaßlich irreversible Schäden zu verhindern, dürften nach Berechnungen des Weltklimarates nur noch 900 Milliarden Tonnen Kohlendioxid in die Atmosphäre abgegeben werden. Das reiche beim aktuellen Verbrauch für etwa 20 Jahre. Es entspreche einem Drittel der bekannten Reserven an Kohle, Öl und Gas in der Welt. Zwei Drittel müssten folglich im Boden bleiben, wenn die Regierungen die Empfehlungen ihrer wissenschaftlichen Berater ernst nähmen.

Das entwertet die Rohstoffe, was die Kooperationsbereitschaft von deren Eigentümern nicht stärkt. Staaten, die reich an fossilen Energieträgern sind, wie Saudi-Arabien oder Russland, gelten nicht zufällig als Bremser der internationalen Klimaverhandlungen. Die werden noch bis Ende nächster Woche in Bonn fortgesetzt, wo man sich bemüht, einen Vertragsentwurf für Paris vorzubereiten.

Finanzmarktakteure als Adressaten der modernen Klimaschutzpolitik

Die Klimadiplomatie ist wegen inhärenter Widerstände unendlich langsam und – gefangen im Einstimmigkeitsprinzip der Vereinten Nationen – beinahe entscheidungsunfähig. Deshalb wollen Regierungen und Umweltgruppen die Finanzindustrie als Beschleuniger einspannen. Die Hoffnung der Politik: Viel Geld bewegt mehr als viele Worte.

Darum gehören Finanzmarktakteure „zunehmend zu den Adressaten einer modernen Klimaschutzpolitik, weil deren Investitions- und Anlageentscheidungen ganz unmittelbar positive oder negative Klimaauswirkungen haben können“, schreibt die Bundesregierung in Beantwortung einer Frage der Fraktion der Grünen.

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