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F.A.Z. exklusiv : RWE will Kraftwerke kaufen

  • Aktualisiert am

Noch mehr Kraftwerke? „Punktuell“ ist das die mittelfristige Strategie von RWE. Bild: EPA

Der Vorstandsvorsitzende des Stromkonzerns RWE glaubt, dass uns innerhalb der nächsten Jahre eine Stromknappheit droht. Deshalb schaut er sich nach Kraftwerks-Zukäufen um.

          Der Stromkonzern RWE will in der Hoffnung auf anziehende Strompreise seinen Kraftwerkspark erweitern. „RWE steht für das Kerngeschäft Versorgungssicherheit, und das wollen wir auch durch die punktuelle weitere Abrundung des Portfolios untermauern“, sagte der Vorstandsvorsitzende Rolf Martin Schmitz der F.A.Z.. Zunächst habe aber eine weitere Stärkung der Finanzkraft Vorrang.

          RWE setzt auf perspektivisch steigende Gewinne aus den in der Sparte „Generation“ geführten Gas- und Steinkohlekraftwerken in Deutschland und im europäischen Ausland. „Generation ist auf Wachstum angelegt“, so Schmitz. Noch gebe es Überkapazitäten am Strommarkt, „doch wir laufen innerhalb der nächsten Jahre zwangsläufig eine Knappheit mit wieder steigenden Strompreisen hinein“.

          Ab 2019 aus dem Kerngeschäft Dividende erwirtschaften

          Bisher ist RWE auf die hohen Ausschüttungen seiner Ökostrom-Tochtergesellschaft Innogy angewiesen, um die Aktionäre bedienen zu können. „Von 2019 an wird RWE aus dem eigenen Kerngeschäft wieder Dividende erwirtschaften“, kündigte Schmitz in der F.A.Z. an. Vorerst müsse aber weiter gespart werden.

          Rolf Martin Schmitz
          Rolf Martin Schmitz : Bild: Reuters

          Bis 2020 würden die Kosten insgesamt um weitere 300 Millionen Euro gekappt, sagte der Vorstandschef. Innogy ist derzeit die wesentliche Einnahmequelle. „Doch man muss langfristig auch beachten, dass in dieser Abhängigkeit ein großes Klumpenrisiko liegen kann“, sagte Schmitz. Es werde deshalb geprüft, den Anteil zu vermindern, um ein breiteres Finanzportfolio aufzubauen. Dass sich seine Überlegungen weniger um Großakquisitionen drehen als um eine Diversifizierung, liegt an den hohen Rückstellungen für die Braunkohle und den Rückbau der Atomkraftwerke, die er auf Sicht von 5 Jahren vollständig mit dem Finanzportfolio unterlegen will. Dafür würden 8 bis 10 Milliarden Euro benötigt.

          Auf harsche Kritik des Vorstandschefs stießen Überlegungen aus Frankreich, für die Emissionszertifikate einen Mindestpreis von 30 Euro je Tonne Kohlendioxid festzusetzen: „Das ist reiner Protektionismus. Wegen des hohen Anteils von Atomstrom könnte Frankreich damit prima leben, aber die deutsche Industrie wäre nicht mehr wettbewerbsfähig“. 

          Quelle: FAZ.NET

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