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Ausbau des Ökostroms : Wenn der Wind nicht weht und die Sonne nicht scheint

Die Erzeugung von Solarstrom ist in diesem Jahr um ein Prozent gesunken. Bild: dpa

Da helfen auch mehr Biokraftwerke nicht: 2016 ist der Ökostromanteil laut BDEW kaum gewachsen. Öl und Gas legen zu, Kohle und Kernenergie müssen dagegen Marktanteile abgeben.

          Der Anteil des Ökostroms am deutschen Elektrizitätsverbrauch ist dieses Jahr kaum gewachsen. Mit einem Plus von vier auf 191,4 Terawattstunden fiel er nach Berechnungen des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) so niedrig aus wie seit 2009 nicht mehr. Und das trotz des anhaltenden Booms neuer Windkraftanlagen an Land sowie des Ausbau von Photovoltaikanlagen.

          Andreas Mihm

          Wirtschaftskorrespondent in Berlin.

          Der Grund dafür, weshalb trotz wachsenden Erzeugungsparks der Ökostromanteil beinahe stagniert, ist laut BDEW das Wetter. Zum Vorjahr sei die Solar- und Windstromausbeute an Land diesmal geringer ausgefallen, sagte der Vorsitzende der Geschäftsführung, Stefan Kapferer. Die Sonne schien weniger stark, statt Wind gab es öfter Flaute. An Land sank die Erzeugung von Windstrom um sechs Prozent, die von Solarstrom um ein Prozent.

          Rasanter Ausbau der Windkraft

          Der Anteil der Erneuerbaren am deutschen Stromverbrauch erreiche aktuell 32 Prozent – nach 31,5 Prozent im Vorjahr. Der prozentuale Zuwachs kommt auch dadurch zustande, dass das die gesamte Stromnachfrage 2016 leicht gesunken sei.

          Laut Energiekonzept der Bundesregierung soll bis 2020 der Ökostromanteil am Bruttostromverbrauch 35 Prozent erreichen. Um das Ziel zu erreichen hat die Regierung Vorgaben für den Ausbau von Strom aus Wind an Land und Sonne gemacht. Sie sollen jedes Jahr um rund 2500 Megawatt Leistung wachsen. Der Ausbau von Windkraftanlagen dürfte das Ziel abermals weit übertreffen. Der BDEW kalkuliert ein Plus von 4800 Megawatt. Hingegen hinkt der Ausbau der Photovoltaik weit hinter her. Der Branchenverband Solarwirtschaft erwartet einen Zubau von nur 1100 Megawatt.

          24 Milliarden Euro Ökostromförderung

          Zusammen mit Wind an Land werden die Ausbauziele jedoch immer noch übertroffen. Stütze der Erzeugung waren dieses Jahr neue Meeres-Windparks. Bis Ende November hatten die deutschen Ökostromerzeuger annähernd 24 Milliarden Euro Ökostromförderung erhalten.

          Gemessen am gesamten Energieverbrauch – also nicht nur der Elektrizität – decken die Erneuerbaren allerdings immer noch nur ein Achtel des Verbrauchs ab. Darauf weist die Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen in einer ersten Jahresauswertung hin. Anders als die Nachfrage nach Strom sei der Einsatz von Energie insgesamt bundesweit um etwa 1,6 Prozent gestiegen. Grund dafür seien die kältere Witterung, der Schalttag, der Bevölkerungszuwachs wegen der Zuwanderung und das Wirtschaftswachstum. Entsprechend seien die Emissionen des klimaschädlichen Kohlendioxids (CO2) um 0,9 Prozent gestiegen. Auch nach der Bereinigung um die Folgen der Witterung und des Schalttages bleibe es bei einem Plus der CO2-Emissionen um 0,6 Prozent.

          Mehr Öl und Gas verbraucht

          Mineralöl habe seinen Anteil am Energiemix leicht auf 34 Prozent ausgebaut. Treiber seien die hohe Nachfrage nach Diesel und Flugbenzin gewesen. Beim Erdgas führte die kalte Witterung demnach zu einer höheren Nachfrage als im Vorjahr. Vor allem wurde Gas wegen des anhaltenden Preisverfalls öfter zur Stromerzeugung eingesetzt. Der Erdgasverbrauch stieg im Jahresverlauf um 10 Prozent. Er ist mit einem Anteil von fast 23 Prozent der zweitwichtigste Energieträger – vor Steinkohle (12,2) und Braunkohle (11,4 Prozent).

          Zusammen erreichen sie noch fast 24 Prozent. Beide wegen ihrer klimaschädlichen Wirkungen angefeindeten Energieträger gaben Marktanteile ab, Steinkohle 4 Prozent, Braunkohle knapp 3 Prozent. Die Kernenergie kommt noch auf einen Anteil von 7 Prozent am Energiemix, sie verlor im Jahresverlauf 7 Prozent – mit eine Folge des Abschaltens des Atomkraftwerks Grafenrheinfeld.

          Bei den Erneuerbaren war das Bild durchwachsen. Während die Einspeisung von Strom aus Photovoltaik leicht sank und die von Wind nur wegen neuer Offshore-Parks wuchs, legte die Stromerzeugung aus Wasserkraft um 13 Prozent zu. Die als besonders teuer geltende Elektrizitätserzeugung aus Biomasse wuchs um 3 Prozent.

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