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Veröffentlicht: 12.11.2012, 13:11 Uhr

Energieagentur-Ausblick Vereinigte Staaten werden 2020 größter Ölproduzent

Amerikas Präsident Obama hat nach seiner Wiederwahl angekündigt, das Land von ausländischem Öl unabhängig zu machen. Die Internationale Energieagentur geht nun davon aus, dass die Vereinigten Staaten im Jahr 2020 mehr Öl als Saudi-Arabien fördern werden.

© dapd Ölförderung nahe Greensburg im amerikanischen Bundesstaat Kansas.

Die Vereinigten Staaten werden womöglich schon im Jahr 2020 zum größten Ölproduzenten der Welt aufgestiegen sein - und infolgedessen auch den bisherigen Spitzenreiter dieser Rangliste, Saudi Arabien, überholen. Das sagt die Internationale Energieagentur, welche die wichtigsten Industrieländer der Welt repräsentiert, in ihrem aktuellen Energieausblick voraus.

Grund für den Rollentausch ist die auch als Folge der Finanzkrise stark ausgedehnte Ölförderung in Amerika, insbesondere auch aus Schiefergasvorkommen. Darüber hinaus werden die Vereinigten Staaten dieser Analyse zufolge den Kraftstoffverbrauch in den kommenden zwanzig Jahren merklich senken. Dies wiederum habe zur Folge, dass die größte Volkswirtschaft der Welt im Jahr 2030 zum Nettoölexporteur werde, also weniger Öl ein- als ausführt.

Mehr als 500 Milliarden Dollar Subventionen für fossile Brennstoffe

Der internationale Ölhandel werde sich auf Asien konzentrieren, inklusive der politischen und strategischen Fragen rund um die dann wichtigsten Handelswege zwischen dem Nahen und dem Fernen Osten. Amerika werde hingegen, was die Energieversorgung angeht, zunehmend autark. Zu den Schlussfolgerungen der Energieagentur-Ökonomen passt die Rede, die der amerikanische Präsident Barack Obama anlässlich seiner Wiederwahl am Wahltag in Chicago gehalten hatte. Darin nannte er die Unabhängig von ausländischem Öl als eines von vier großen Zielen seiner zweiten Amtszeit.

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Der Energieverbrauch auf der ganzen Welt legt dem Bericht der IEA zufolge bis zum Jahr 2035 um rund ein Drittel zu, wobei 60 Prozent dieses Zuwachses auf China, Indien und die Länder des Nahen Ostens entfielen. Die IEA geht davon aus, dass ungeachtet des andauernden Ausbaues erneuerbarer Energieträger fossile Brennstoffe im globalen Energiemix vorherrschend bleiben. Die Förderung fossiler Brennstoffe sei im Jahr 2011 weltweit mit 523 Milliarden Dollar subventioniert worden - 30 Prozent mehr als 2010 und das Sechsfache dessen, was für erneuerbare Energieträger aufgewendet werde.

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